Handball, 3. Liga Nord-West

Ein Geburtstags-Ständchen für den Sieger, aber nicht für Klasmann

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Nie sattelfest über 60 Minuten: Die SGSH-Abwehr stand in Neuss nicht, am Ende setzte es 36 Gegentore.

Neuss - Es gab am Samstagabend in der Halle am Hammfeld in Neuss einen Happy-Birthday-Chor für den Sieger des Abends, doch das Lied war nicht SGSH-Goalgetter Christopher Klasmann, dem Neusser Jungen im Dragons-Team, gewidmet.

Klasmann hatten die Dragons keinen Sieg zum 29. Geburtstag geschenkt. 31:36 (15:16) unterlag die SGSH bei den Rhein Vikings. Und darüber freute sich niemand mehr als der Adressat des Geburtstagsständchens, denn auf Neusser Seite feierte Trainer Jörg Bohrmann seinen 51. Geburtstag.

Es war ein richtig gutes Spiel, dass die Neusser da gemacht hatten für ihren Coach. „Eine tolle Leistung, ein absolut verdienter Sieg“, verteilte auch SGSH-Trainer Mark Dragunski an seinen Ex-Klub, den Ex-Zweitligisten, gegen den die Dragons nominell als Favorit ins Rennen gegangen waren, doch dieser Favoritenrolle waren sie zu keinem Zeitpunkt wirklich gerecht geworden.

Bester Feldtorschütze des Gastes: Moritz Frenzel.

Der kurzfristige Ausfall von Dragan Tubic (Fersenprellung aus dem Abschluss-Training) war wohl ein Aspekt der großen Probleme, die der Gast gegen entfesselte Neusser die kompletten 60 Minuten über in der Abwehr hatte. Der schnelle Belgier David Denert spielte den Mittelblock auseinander, in dem bald auch Kai Bekston nach einem Schlag aufs Ohr ausfiel. Mit oder ohne Bekston fand die Defensive nie Stabilität. Dass es zur Pause nur 16:15 hieß für die Gastgeber, war gerade in den ersten 20 Minuten auch einigen tollen Paraden von Julian Borchert zu verdanken gewesen. Gefühlt waren die Vikings mehr als ein Tor besser gewesen.

Fünffacher Torschütze: Tobias Schetters.

Als die SGSH nach dem so durchwachsenen ersten Durchgang, in dem immerhin Hüller und Bleckmann in der zweiten Viertelstunde mehr Durchschlagskraft in den Angriff gebracht hatten, durch einen Frenzel-Doppelschlag mit 17:16 in Führung ging (32.), schien doch noch alles den erwarteten Weg zu gehen. Doch wie der Abwehr die Stabilität fehlte, so fehlte dem gesamten Spiel des Gastes an diesem Abend die Konstanz - guten Phasen folgten immer wieder viele viel zu einfache Fehler.

Starke Leistung in der Dragons-Offensive: Lukas Hüller.

Als Bohrmann nach dem 19:19 (37.) Becher in der Vikings-Abwehr auf die vorgezogene Position beorderte und auf ein 5:1-System umstellte, war dies genau der Schachzug, der dem SGSH-Angriff lange genug die Ordnung raubte, um aus Neusser Sicht bis auf 28:23 (49.) davonzuziehen. Mark Dragunski konterte in seiner Auszeit und ordnete selbst zwei Positionsverteidiger gegen Zimmermann und Denert an. Auch dies durchaus mit Wirkung (29:26, 53.), die Gastgeber gerieten ins Schwimmen, aber eben nicht nachhaltig. Bohrmann zog nochmals die grüne Karte, brachte nun im Angriff den siebten Feldspieler, damit waren der Abwehransatz der SGSH nicht mehr praktikabel und die Neusser Offensivpropleme passé.

Ein Sieg zum Geburtstag: Vikings-Coach Jörg Bohrmann.

Zwar drehten Hüller und Geburtstagskind Klasmann an alter Wirkungsstätte nun offensiv richtig auf, doch nach dem 32:30 (57.) hatten die Neusser auf der Zielgeraden noch einmal die besseren Antworten, zogen am Ende gegen die offene Manndeckung der Gäste sogar noch bis auf 36:31 davon. Bei den Vikings ragte neben Spielmacher Denert (6/3) vor allem Linkshänder-Routinier Dennis Aust (11) heraus. Für die Dragons waren Klasmann (8/5), Frenzel (6), Hüller (5) und Schetters (5) die besten Werfer.

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