SGSH verpasst einen möglichen Punktgewinn

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Alex Brauckmann im Anflug auf das Tor von "Oldie" Almantas Savonis.

KORSCHENBROICH – Neun Tage nach dem Auswärtscoup in Varel hat die SG Schalksmühle-Halver einen weiteren Paukenschlag in der Fremde verpasst. Nach einer durchwachsenen Leistung verlor die SGSH am Samstagabend beim Ex-Zweitligisten TV Korschenbroich vor 500 Zuschauern 26:28 (13:17). Die Niederlage war nicht unverdient und doch unnötig. Am Ende fehlte nach einer deutlich besseren zweiten Halbzeit nicht viel zu einem Teilerfolg.

Als die Fronten nach einem intensiven Spiel eigentlich geklärt waren, war gleichwohl noch nicht alles geklärt. Bei den obligatorischen Shakehands nach Spielende verweigerte SGSH-Kreisläufer Daniel Buff dem TVK-Spielmacher Christoph Gelbke den Handschlag. Buff war noch immer zu aufgebracht. Zwischen der 55. und 56. Minuten war Gelbke nach 1:1-Situation zweimal zu Boden gegangen und hatte sich lange behandeln lassen. Nach der zweiten Aktion hatte Buff, dem der TVK zweimal ein Foul anlastete, auf die Strafbank gemusst. Die SGSH war erbost, warf Gelbke wie zuvor Deppisch (im Zweikampf mit Daniel Krüger) eine Schwalbe vor. Keine Frage – in einem engen Match war mit allen Mitteln gekämpft worden.

Dass sich der SGSH-Frust in dieser Situation gegen Gelbke und die Referees kanalisierte, ging an einem Abend, der am Ende der Saison zu den Streichergebnissen des Grasediek-Teams zählen dürfte, an den eigentlichen Problemen vorbei. Und so ließ Mathias Grasediek auf der Pressekonferenz diese Situation auch lieber außen vor und bekannte: „Es hat mich gewundert, dass wir mit seiner mega-schlechten Leistung überhaupt so nah dran waren an einem Punkt…“

Ganz weit weg von einem Punkt war der Gast in den ersten zehn Minuten gewesen. Während der TVK in dieser Phase Handball mit Herz lebte und jede Chance zum Tempospiel nutzte, zeigte sich die SGSH, bei der Maciej Dmytruszynski aufgrund seiner Rippenprellung passen musste, beeindruckt. Verhalten vorne wie hinten und viel zu langsam in der Rückwärtsbewegung – das 6:1, das ohne den guten Formella im Tor auch ein 9:1 hätte sein können, brachte Grasediek in Rage und nötigte ihm schnell die erste Auszeit ab. „Wir haben die ganze Woche gepredigt, dass das Rücklaufverhalten das A und O ist – und dann das“, war der Coach sprachlos. Mit Marc Oberste in der Offensive kam mehr Schwung ins Spiel. Und es kam der SGSH nun auch entgegen, dass die Korschenbroicher ihre Chancen nicht wirklich konsequent zu nutzen wussten. Bis auf 11:9 kam der Gast heran, und selbst das 17:13 zur Pause schmeichelte der Leistung der ersten 30 Minuten.

Nach dem Wechsel legte der TVK zwar ein 19:14 vor, doch dann kippte die Partie langsam. Die dünne Personaldecke bei den Hausherren, bei denen auch noch mit Rommelfanger ein Haupttorschütze aufgrund von Rückenproblemen ausgefallen war, mag dazu beigetragen haben. Aber auch die starke Leistung von Mareks Skabeikis im Tor – sein Gegenüber Almantas Savonis dagegen sah nun öfter alt aus und wurde bald durch Youngster Keutmann ersetzt. Beim 20:19 (Brauckmann, 40.) war die SGSH wieder im Spiel. Damit war nach der Startphase nie und nimmer zu rechnen gewesen.

Aber es war nun eben auch ein Spiel, bei dem mit heißem Herz gekämpft wurde. Ein bisschen kühler Kopf hätte mitunter beiden Seiten gut getan. Mit ihren Fans im Rücken legten die Rogawska-Schützlinge immer wieder zwei bis drei Tore vor, und die SGSH musste großen Aufwand für immer neue kleine Aufholjagden treiben. Mayers 26:25 (53.) nährte die Hoffnungen auf Zählbares neuerlich. Die mitgereisten Fans standen nun vor Aufregung. Doch Gelbkes Durchbrüche – beide mit Siebenmeterpfiffen geahndet – und die Görden-Tore von der Marke schraubten das Ergebnis wieder auf 28:25 (56.). Mayer verkürzte in Unterzahl zum 28:26 (57.). Da blieben noch drei Minuten und vier Angriffe. Die letzten beiden vergaben Krüger und Brauckmann frei von den Außenpositionen. So zitterte sich der TVK zum Sieg. Und der SGSH blieb viel Frust. In Korschenbroich zu verlieren – kein Beinbruch. Aber zu wissen, dass es eigentlich nicht nötig gewesen war – das verdarb dem Gast die Stimmung doch ziemlich nachhaltig.

Thomas Machatzke

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