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Konstanz, Hanau, Fürstenfeldbruck: Der Blick der Dragons richtet sich in den Süden

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Von: Thomas Machatzke

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Eher gegen Konstanz und Hanau als gegen Potsdam und Wilhelmshaven: Auf Moritz Frenzel und die SGSH würden, wenn sie als Meister der Staffel D ins Ziel kommen, wohl Fahrten in den Süden der Republik warten. © Thomas Machatzke

Die Durchführungsbestimmungen für die Spielzeit 2021/22 für die 3. Liga der Handballer sind ein Dokument von 19 DIN A4-Seiten. Hier ist alles geregelt. Von Bankbürgschaften bis zum Ordnungs-, Sanitäts- und Wischdienst in der Halle, von der Schiedsrichterbeobachtung bis zum Hallensprecher und zum Videostreaming.

Schalksmühle - Dieser Tage geht der Blick aber vor allem auf die letzten Seiten des Dokuments. Dort findet sich ein ganzer Wust von Szenarien für die Aufstiegsrunde. Zwölf an der Zahl, mit Unterszenarien. Für alles gewappnet sein, darum geht es dem Chef der Spielkommission, Andreas Tiemann. Theoretisch dürfen bis zu 14 Mannschaften für die bundesweite Aufstiegsrunde melden. Was aber, wenn es nur drei wären? Oder zwei? Nun gut, dann stünden diese beiden als Aufsteiger fest. Das wäre das geringste Problem.

Dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegen könnte, daran glaubt Tiemann. „Ich denke nicht, dass es am Ende 14 Mannschaften sein werden“, sagt der Mann aus Hille. Die sportliche Qualifikation für die Runde ist die eine Seite, der Wille des Vereins, tatsächlich die 2. Bundesliga in Angriff zu nehmen, und die Bereitschaft, dafür auch alle Vorarbeiten zu leisten – von der finanziellen Belastung bis hin zur Einreichung aller Unterlagen beim DHB –, das ist die andere.

Für die SGSH Dragons, die ein klares Bekenntnis zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde abgegeben haben und sich auf diese Runde freuen, ist seit Samstag die grundsätzliche Richtung ziemlich klar: Drei Punkte Vorsprung auf die HSG Krefeld, da sollte es eigentlich zum Meistertitel in der Staffel D reichen. Dies würde bedeuten: Im Normal-Szenario 1 (14 Mannschaften) und tendenziell auch in anderen Szenarien, in denen die Zwischenrunden-Gruppe etwa gleichmäßig mit Nord- und Südvereinen bestückt sind, würde die SGSH gegen Gegner aus den Staffeln E, F und G spielen. Die Reisen würden also in den Süden gehen.

Klangvolle Namen in der Nordgruppe

Die Staffel D ist in all diesen Planungen die Grenzstaffel. Während die Teams der Staffeln A, B und C klar der Nord-Zwischenrunde zugeordnet werden, die Mannschaften der Staffeln E, F und G klar der Süd-Zwischenrunde, werden die beiden Staffel-D-Vertreter auf beide Zwischenrunden-Gruppen aufgeteilt. Immer gesetzt den Fall, die Rechnung geht auf. Ein Beispiel: Würden am Ende in der Zwischenrunde Nord fünf Teams melden, in der Süd-Zwischenrunde sieben, dann müsste ein Team die Zwischenrunden-Gruppe wechseln, und auch hier träfe es dann den Staffel-D-Vertreter aus dem Süden, der dann im Norden spielen müsste.

Es sind vor Ablauf der Meldefrist (Bekenntnis zur Teilnahme: 1. März, Einreichen aller Unterlagen: 31. März) Gedankenspiele im Konjunktiv. Konkret muss die Tendenz in Richtung Süden der SGSH aber eigentlich gefallen. In der Nord-Zwischenrunde sind einige sehr potente Teams zu erwarten. Allen voran der VfL Potsdam, Farmteam der Füchse Berlin und gemeinhin als der Topfavorit auf einen Aufstiegsplatz angesehen. Aber auch der TuS Vinnhorst aus Hannover mit einem Mäzen, der unbedingt nach oben will. Der Wilhelmshavener HV als langjähriger Zweitligist. Und auch Eintracht Hildesheim. Die Nordgruppe wird zumindest die mit den klangvolleren Namen sein. Im Süden der Republik scheint der Zweitliga-Absteiger HSG Konstanz (36:0 Punkte in der Staffel G) das Maß aller Dinge zu sein. Die Reisen könnten hier nach Leutershausen führen, nach Fürstenfeldbruck (München), aber auch nach Hanau oder Dansenberg (Kaiserslautern, Ex-Klub von Ex-SGSH-Abwehrchef Todor Ruskov).

Was bei allen realistischen Szenarien gleich ist, also allen Szenarien, in denen genügend Teams für zwei spielfähige Gruppen zusammenkommen: Nach den Zwischenrunden warten zwei Endspiel-Paarungen. In Hin- und Rückspiel ermitteln der Nord-Erste und der Süd-Zweite einen Aufsteiger, ebenso der Süd-Erste und der Nord-Zweite. Das Wohl und Wehe einer ganzen Saison in zwei Spielen – da werden Erinnerungen an die glorreiche Ära der Regionalliga-Playoffs in den 1990er-Jahren wach.

Welcher Weg zum Aufstieg der einfachere ist, der nördliche oder südliche? Staffelleiter Andreas Tiemann sieht es recht pragmatisch. „Potsdam oder Konstanz… Gegen eines dieser Teams wird man sich durchsetzen müssen, wenn man es schaffen will“, sagt der Ostwestfale, „vielleicht ist das mit ein wenig Glück und einem Heimspiel in der einfachen Runde leichter als in Hin- und Rückspiel.“

Eins übrigens ist praktisch klar, auch wenn es in den Süden geht: Ein Wiedersehen mit SGSH-Spielmacher Lukas Hüller wird es in der Aufstiegsrunde nicht geben. Sein neues Team, die HG Saarlouis, belegt in der Staffel F, die von den Rhein-Neckar Löwen II angeführt wird, nur den sechsten Platz. Wenn es ganz dumm läuft, könnte es für Hüller und die Saarländer sogar noch in die Abstiegsrunde gehen. Gegen Menden oder Volmetal…

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