Handball, 3. Liga West

Die SGSH und die vorsorgliche Relegation

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Trotz Handverletzung in Aurich dabei: Malte Müller.

Aurich - Direkt an die Auricher Sparkassen-Arena angrenzend beginnt das Gelände, auf dem jedes Jahr der Auricher Ostermarkt stattfindet. Eine Runde im Breakdancer, im Beatjumper oder für die Kleineren im Hummelflug war am Sonntag auf dem Rummel zeitlich noch drin für die Delegation aus dem Sauerland zwischen Ankunft und Spiel der SGSH beim OHV. Oder zumindest eine Bratwurst.

Die gar nicht kleine Truppe wurde am Sonntag sogar noch von „Einheimischen“ verstärkt: Das Ehepaar Lukas hatte bis vor einigen Jahren ein Massage-Geschäft in Schalksmühle, lebt inzwischen aber in der Nähe von Aurich und erinnerte sich beim Besuch des Spiels am Sonntag daran, dass das dritte Gastspiel der SGSH in Aurich nicht das erste während des Ostermarktes war. 2011 war die SGSH in der Tat auch direkt nach Ostern auf Ostfriesland-Tour gegangen – und hatte knapp gewonnen. „Und ist danach trotzdem abgestiegen“, fügten die beiden treuen Fans hinzu. 

Als schlechtes Omen mag dies allerdings diesmal kaum herhalten. 2011 stieg die SGSH im Rahmen der Spielklassen-Reform als Tabellenelfter ab. In dieser Saison gibt es nur drei direkte Absteiger. Das Team von Dragan Markovic hat sich da inzwischen gut positioniert. Als Viertletzter hat die SGSH drei Punkte Vorsprung vor dem Drittletzten aus Soest und weiter vier Punkte vor dem HS Gummersbach/Derschlag II, der am Samstag nach Halver kommt. Es sieht wieder gut aus, am Ende des Seuchenjahres den größten anzunehmenden Unfall sportlicher Natur, sprich den Abstieg, verhindern zu können. 

Klar ist inzwischen allerdings auch, dass es auf dem viertletzten Platz in die Saison-Verlängerung geht: Eine vorsorgliche Abstiegsrelegation ist vom DHB für den 7. und 8. Mai angesetzt. Ausrichter ist der Viertletzte der Südstaffel, aktuell ist dies Kornwestheim. Vorsorglich oder relevant? Der DHB bleibt sich treu, die Dinge sind undurchsichtig. Sollte der HSV Hamburg sich nach der Insolvenz in die Drittklassigkeit einsortieren und sollten zudem vier Teams aus der 2. Bundesliga absteigen, so gäbe es fünf „Neuzugänge von oben“. Nach oben aber gehen höchstens vier Mannschaften. Nach Adam Riese müsste dann einer der Viertletzten auch noch absteigen. Andererseits ist die HSV-U23 Tabellenführer ihrer Oberliga. Sollte also dieses Team aufsteigen und das HSV-Profiteam rechnerisch gar keine Rolle mehr spielen, dann gäbe es wieder nur die normale Absteigerzahl. Die Relegation wäre obsolet. 

Der Drei-Shooter-Rückraum macht Fortschritte

Der fünftletzte Platz ist gleichwohl für alle Eventualitäten ein lohnendes Ziel für die SGSH. Mit Varel, Lemgo II und Aurich sind drei Teams nur noch zwei Zähler entfernt, Ratingen hat gerade drei Punkte mehr. Nach unten absichern, nach oben klettern – so die Marschroute für die letzten vier Spiele. Der Auftritt in Aurich hat dafür Mut gemacht. Auch ohne Dmytruszynski und Diehl erwies sich die SGSH für den OHV als unbequem, weil die SGSH ihre körperliche Präsenz im Rückraum gut in die Waagschale zu werfen wusste. 

Der Drei-Shooter-Rückraum hat seit seiner der Not geschuldeten Erfindung deutliche Fortschritte gemacht, ist für gegnerische Abwehrreihen inzwischen unangenehm, wenn die Tagesform von Mayer, Weßeling und Eskericic so ist wie am Sonntag, wobei dem Gast am Sonntag auch die Tagesform der OHV-Defensive durchaus nicht zu knapp in die Karten spielte. In der SGSH-Defensive überraschte Dragan Markovic von Beginn an mit einer 5:1-Abwehr mit Moritz Eigenbrodt auf der Spitze. „Wir hatten das schon vorher trainiert, haben aber auf den richtigen Zeitpunkt gewartet“, freute sich Markovic am Sonntag, „Moritz hat das ja noch nie gespielt, aber er hat es gut gemacht. Er entwickelt sich richtig gut.“ 

Markovic war zufrieden, auch wenn es wieder sehr viel enger geworden war als nötig in einer Partie, in der beide Seiten ziemlich genau wussten, wann sie sich für den Erhalt der Spannung ihre Auszeiten nehmen mussten. Der Bosnier auf der SGSH-Bank jedenfalls atmete am Ende tief durch. „Die Mannschaft hat so viele Probleme gehabt im letzten Jahr, sie hat es sich heute wirklich verdient“, freute sich der Mann aus Wetzlar mit dem Team – und auf eine Party-Rückfahrt ins Sauerland.

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