Reizwort Strukturreform im Handballkreis

+
Spricht vom „Reizwort Strukturreform“: Fritz Korte, Vorsitzender des Kreises Lenne-Sieg.

Kreisgebiet - Das Jahr 2015 wird für die Handballer im Kreis Lenne-Sieg ein Jahr mit wichtigen Neuerungen. Dazu zählt der geplante Wechsel an der Kreisspitze. Beim ordentlichen Kreistag im Sommer wird Fritz Korte (Siegen) als Vorsitzender nicht erneut antreten.

Von Thomas Machatzke

So war es für Korte dieser Tage der letzte Weihnachtsgruß in seiner Eigenschaft als Kreisvorsitzender, den er an die Vereine geschickt hat. Ein Gruß, in dem Korte den ehrenamtlichen Kräften ein Dankeschön ausspricht, aber auch vorausblickt auf jene Dinge, die für die Handballer vielleicht noch einschneidender werden als der Wechsel an der Kreisspitze, an der bekanntlich Klaus Krass, aktuell Trainer der Bezirksliga-Handballer der SG Attendorn-Enenst und vorher lange Zeit Macher bei der HSG Lennestadt/Würdinghausen, als erster Nachfolgekandidat für Korte gehandelt wird.

„Im Ausblick auf das neue Jahr erwartet uns alle eine Menge Arbeit. Das neue Reiz-wort heißt: Strukturreform“, schreibt Korte an die Vereine, „hier geht es um die Abschaffung der Bezirke. Unter anderem sollen die Spielleitungen der Bezirksligen (eventuell unter neuem Namen) in die Kreise übergehen. Der übrige Spielbetrieb soll vom Handballverband Westfalen geleitet werden.“

Was bisher noch eher als ein Thema fern in der Zukunft erschien, wird schon bald konkret. Am 30. Januar findet im Kolpinghaus in Olpe eine Vereinsvertreter-Sitzung des Kreises statt, auf der die Strukturreform neben den jährlichen Etatberatungen ein zentraler Punkt in den Diskussionen sein wird.

Die vom Verband gewünschten Strukturen und mithin die Abschaffung einer Verwaltungsebene ist keine Reform, die nur Freunde hat an der Basis. Gerade im Bezirk Süd des HV Westfalen gibt es um den Bezirks-Vorsitzenden Walter Kraft (Dortmund) eine gut eingespielte Vorstandsmannschaft, auch die Spielleitung in den Landes- und Bezirksligen gelingt geräuschlos.

Probleme liegen ganz woanders

Die Probleme liegen eher in anderen Bereichen – so zum Beispiel dort, wo in den Kreisen der Spielbetrieb immer schwieriger wird. Jugendklassen sind längst nicht mehr so besetzt wie es nötig wäre, um einen attraktiven Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, allen voran im Mädchenbereich, in dem es erstmals keine eigene E-Jugend-Klasse mehr im Angebot gibt. Ein Boom des Außer-Konkurrenz-Spielens im Nachwuchsbereich darf auch nicht als positives Signal für die Zukunft gewertet werden. Bei den Männern schrumpfen die Kreisklassen weiter. Es sind viele Baustellen, die 2015 im Kreis Lenne-Sieg von den Verantwortlichen mit vollem Tatendrang bearbeitet werden müssen. Dazu kommt nun zusätzlich eine von oben diktierte Strukturreform – eine schöne Bescherung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare