Handball

HSG und TSE mitten im Abstiegskampf

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Die HSV Plettenberg/Werdohl will gegen den TV Olpe wieder jubeln. Zuletzt setzt es eine herbe Klatsche gegen die zweite Mannschaft des TuS Volmetal.

Kreisgebiet - Am Wochenende sind die Handball-Landesligisten wieder gefragt. Die HSG Lüdenscheid und TS Evingsen wollen das Tabellenende verlassen, während die HSV Plettenberg/Werdohl den Anschluss an das Spitzentrio halten will.

Zwei der drei heimischen Handball-Landesligisten befinden sich in akuter Abstiegsnot. An diesem Wochenende stehen die HSG Lüdenscheid, die TS Evingsen und die HSV Plettenberg/Werdohl vor schwierigen Aufgaben. Eine Übersicht: 

HSG Hohenlimburg - HSG Lüdenscheid (Samstag 19.15 Uhr, Rundturnhalle Hohenlimburg):

Auf den Namensvetter aus Hohenlimburg ist die HSG Lüdenscheid, aktuell abgeschlagenes Schlusslicht der Landesliga, derzeit nicht gut zu sprechen: Denn der samstägliche Gastgeber der Bergstädter (19.15 Uhr, Rundturnhalle Hohenlimburg) sorgte am Vorwochenende dafür, dass der Rückstand der Nocke-Sieben zum sicher rettenden Ufer nicht mehr sieben, sondern bereits neun Punkte beträgt. 

Die Hohenlimburger hatten sich zur „Eselei“ hinreißen lassen, beim sportlich glatten Sieg über den Abstiegskandidaten aus Halingen einen 15. Spieler in den Spielbericht einzutragen und bekamen deshalb die Zähler aberkannt. Der Gast freute sich über den Sprung auf Rang 9, punktgleich mit dem ebenfalls gesicherten Elften. 

Soweit die Vorgeschichte, die letztlich beide Seiten motivieren dürfte: Die Hohenlimburger, weil sie sich über den Fauxpas schwarzgeärgert haben dürften, und die Lüdenscheider, weil der Gastgeber die Möglichkeiten auf den Ligaerhalt geschmälert hat. Und das könnte sich auch am Samstag fortsetzen, denn der Tabellendritte hat trotz des Patzers den möglichen Aufstieg noch nicht ganz abgeschrieben. 

Vor allem der Rückraum der Hausherren lehrt die Konkurrenz in dieser Saison wiederholt das Fürchten: Neben Toptorjäger Bauer und dem gewieften Spielmacher Wetzel verkörpern vor allem auch die jungen Rückraum-shooter Albrecht und Schachulski auch schon höherklasige Vollstreckerqualitäten. „Hohenlimburg hat wohl die körperlich stärkste Mannschaft, dazu mit Rene Kind den vielleicht besten Torwart der Liga, da gilt wieder mein aktueller Lieblingssatz, ‘die sind nicht unsere Kragenweite“, sagt Trainer Stephan Nocke. 

Dennoch: Vor dem Anpfiff will die HSG laut Nocke die Punkte nicht abschenken: „Im Training macht die Mannschaft weitere Fortschritte, sie glaubt weiter an sich selbst, das macht Mut. Auch wenn wir in Hohenlimburg und gegen Viligst/Ergste keine Punkte holen sollten: Danach geht’s richtig los. Ab dann wollen wir noch einmal sehen, was noch geht.“ 

Personell sieht’s am Samstagabend noch nicht optimal aus: Die Spielberechtigung von Neu-Keeper Colin Reid liegt von den insolventen Rhein Vikings noch nicht vor, der Coach hofft aber auf den Einsatz des Ex-Nationalkeepers von England. Fragezeichen stehen auch noch hinter den Namen von Top-Torjäger Phil Lausen (angeschlagen) und auch Marcel Weigt (eventuell Einsatz in der zweiten Mannschaft)

TS Evingsen - TG Voerde (Samstag 18.30 Uhr, Sauerlandhalle):

Die Hinrunde beendeten die Landesliga-Handballer der TS Evingsen auf einem direkten Abstiegsplatz. 6:20 Punkte standen für die Sieben von Trainer Sascha Schmoll nach 13 Partien letztlich zu Buche. Die Luft im Tabellenkeller, sie ist für die Turnerschaft nach der letztwöchigen Heimniederlage gegen den TV Olpe und den parallelen Erfolgen der SG Ruhrtal und des VfL Eintracht Hagen III fraglos noch dünner geworden, als sie ohnehin schon war. Zum Rückrundenauftakt am Samstagabend (18.30 Uhr, Sauerlandhalle) gegen die TG Voerde ist damit auch der Druck, punkten zu müssen, gestiegen. 

„Wir werden alles versuchen, um zwei wichtige Punkte gegen den Abstieg zu holen. Und es wäre toll, wenn wir eine ähnlich starke Unterstützung von den Zuschauern hätten wie letzte Woche gegen Olpe“, sagt Sascha Schmoll. Trotz der 27:33-Heimniederlage gegen den Tabellenzweiten aus Olpe hatte der TSE-Trainer einen guten Auftritt seines Teams gesehen. „An diese Leistung müssen und wollen wir anknüpfen“, verdeutlicht Schmoll, der auf Torhüter Pascal Hoinka und Rückraum-Shooter Marc Rohrsen (beide privat verhindert) am Samstag verzichten muss. Zudem steht hinter dem Einsatz des angeschlagenen Linksaußen Peter Spelsberg noch ein Fragezeichen. 

Die Gäste aus Voerde, bei denen Trainerurgestein Hans-Peter Müller (SGSH Dragons) zur kommenden Saison einsteigen wird, haben die erste Saisonhälfte mit 15:11 Zählern auf Rang sechs beendet und befinden sich auch im zweiten Landesliga-Jahr auf sicherem Kurs Klassenerhalt. Allerdings ist die TG schlecht ins neue Jahr gestartet. Gegen die SG Ruhrtal setzte es eine 28:29-Niederlage, vergangenen Samstag ging das Derby bei der „Dritten“ des VfL Eintracht Hagen mit 30:33 verloren. Zwei Niederlagen, die nicht nur die Voerder, sondern auch die Evingser schmerzten. Denn Ruhrtal und die Hagener Drittvertretung sind direkte Konkurrenten der Burgstädter im Kampf um den Ligaverbleib. 

Mit Dennis und Fabian Riebeling sowie Kreisläufer Janis Thomzig haben die Voerder drei herausragende Spieler in ihren Reihen, die an einem guten Tag den Unterschied machen können. Das wissen die Evingser aus den vergangenen zwei Spielzeiten in Bezirks- und Landesliga nur zu genau. „Das ist schon eine starke Achse“, hat Sascha Schmoll großen Respekt vor den TG-Leistungsträgern, deren Kreise es am Samstagabend einzuengen gilt. Gegen den Tempohandball der Gäste benötigt die TSE eine kompakte Deckung mit schnellen Beinen. Zudem gilt es laut Schmoll, im eigenen Angriffsspiel „einfache Fehler“ zu vermeiden.

HSV Plettenberg/Werdohl - TV Olpe (Samstag 19 Uhr, Riesei).

Die Begegnung zum Rückrundenauftakt gegen den TV Olpe ist ein Spiel, in dem die HSV Plettenberg/Werdohl eigentlich eine Reaktion zeigen muss. „Normalerweise müsste ich die Spieler gar nicht motivieren. So etwas sollte von alleine laufen“, sagt HSV-Trainer Kai Henning. Anlass zur Wiedergutmachung gibt es nämlich gleich doppelt: Erstens ging das Hinspiel beim TV Olpe mit 23:35 verloren, zweitens gab es am vergangenen Sonntag eine 23:34-Niederlage gegen den TuS Volmetal II. 

Doch ob die Lennetaler sechs Tage nach dieser Schlappe – Samstag ab 19 Uhr in der Sporthalle Riesei – personell dazu in der Lage sein werden, erscheint fraglich. In das Duell Vierter gegen Zweiter gehen sie jedenfalls nicht als Favorit, denn nach einem guten Training am Dienstag musste Henning eine ganze Reihe von Ausfällen registrieren, weshalb gestern auch gemeinsam mit der Zweitvertretung trainiert wurde. 

„Man merkt, wir kommen wieder dahin, wo wir schon einmal waren“, reichen die Finger einer Hand für Henning nicht zum Aufzählen der kranken, verletzten oder verhinderten Spieler aus. Neben dem langzeitverletzten Pierre van der Hurk und dem ebenfalls bereits seit Wochen ausfallenden Dominic Scheerer hat es nun auch Jens Burzlaff (Leistenprobleme), den am vergangenen Sonntag an die Zweite ausgeliehenen Nils Scheuermann (krank) und Marc Bardischewski erwischt. Letzterer hatte gegen Volmetal zwar gut begonnen, dann aber zusehends kein Vertrauen mehr in seine instabil wirkende Schulter. Der Rückraumschütze erhielt neben einer Spritze zunächst einmal Sportverbot. Überdies steckt Leon Kreikebaum in Prüfungsvorbereitungen, ist auch sein Mitwirken ungewiss. Als Ersatz kommen Torben Höft und Jugo Lakic aus dem Kreisligateam in Frage, das morgen um 17 Uhr ebenfalls ein Heimspiel gegen den TV Olpe II bestreitet. 

Olpes Erste hat sich nach dem aus privaten Gründen erfolgten Trainerwechsel – Johannes Krause löste vor zwei Monaten den ausgeschiedenen Jo Braun ab – wieder gefestigt und besitzt bei vier Punkten Rückstand auf Primus Villigst-Ergste noch Titelchancen. „Olpe ist hervorragend besetzt, auf allen Positionen doppelt, im Tor sogar dreifach gut – so etwas wünscht man sich“, weiß Kai Henning, dass seine geschwächte Mannschaft einen „Riesenbrocken vor der Brust“ hat. Doch er sagt auch: „Die Karten werden am Samstag neu gemischt. Vielleicht gelingt uns ja noch mal so ein Ausritt wie in Schwerte.“ Dort gelang im Dezember ein 33:28-Sieg, mit dem niemand gerechnet hatte

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