Ein Halbzeitergebnis nach 60 Minuten

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Lüdenscheids Phil Lausen blieb mit nur einem Siebenmeter-Treffer blass in der Warsteiner Dreifachhalle.

Warstein - Fassungslos blickte HSG-Coach Volker Schnippering auf die Anzeigetafel der Warsteiner Dreifachturnhalle, als die Halbzeitsirene am Samstagabend ertönte.

6:5 führte die HSG gegen den VfS Warstein. 30 Spielminuten später hatte der Spielstand annähernd Halbzeit-Ergebnis-Charakter: Das 15:14, das nun in roten LED-Zahlen an der Wand prangte, war jedoch der Endstand – zugunsten der Gastgeber.

57 Minuten waren gespielt, als sich Warsteins reaktivierter Linksaußen Furmaniak den Ball schnappte und einen Siebenmeter sicher zum 14:14-Ausgleich verwandelte. Eine zwischenzeitliche Zwei-Tore-Führung – nach 34 Minuten führten die Gäste 10:8 – hatte die HSG längst hergeschenkt.

Im Gegenzug geriet die HSG unter Zeitnot, jagte Kroll die Kugel über das Gehäuse. Eine Situation wie gemalt für einen Mann ohne Nerven: Wieder fasste sich Furmaniak ein Herz und hämmerte den Ball 70 Sekunden vor Schluss zum 15:14 zu einer der wenigen VfS-Führungen ins HSG-Tor.

Das Ende folgte unspektakulär: Fenner produzierte beim letzten HSG-Angriff einen Schrittfehler, anschließend war Schluss – die Bierstädter lagen sich in den Armen, während Schnippering ähnlich fassungslos dreinblickte wie zur Halbzeitpause.

„Wenn du solche Bälle in den letzten Minuten abgibst, brauchst du dich nicht wundern, dass du am Ende mit leeren Händen nach Hause gehst. Am harzfreien Ball lag es nicht, normale Pässe sollte man auch ohne Harz spielen können“, kritisierte der Coach sein Team.

Gerade Phil Lausen blieb blass, lediglich ein verwandelter Siebenmeter ging auf sein Torekonto. Die Lüdenscheider Defensive hatte den VfS-Angriff gerade im ersten Spielabschnitt unter Kontrolle. Ohne Schorlemer fehlte den Warsteinern die Durchschlagskraft, zumal Spielertrainer Ristovic von vornherein scharf bewacht und später durch Füller in Manndeckung genommen wurde.

„Der Defensive kann ich keinen Vorwurf machen“, so Schnippering. „Ich bin sehr enttäuscht, das war ein Punkt, den wir auf jeden Fall hätten mitnehmen müssen.“

VfS: N. Schmidt, Kaese, Hilwerling – J. Schmidt, Reinscheid, Gericke (5), Kraus, Ristovic (1), Furmaniak (5), Pielsticker (3), Manderfeld, Schröder

HSG: Weigt, Kapp, Bölling, Muehlbauer (1), Füller (1), Kaemper (2), Fenner (2), Kroll (2), Winkhaus, Lausen (1), Jaschke (5), Miossec, Elverfeld

Schiedsrichter: Cordts/Lorch

Zeitstrafen: VfS 1, HSG 1

Zuschauer: 150

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