SGSH II wird das Zünglein an der Waage

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Derby pur an der Halveraner Mühlenstraße: SGSH II und HSG schonten sich und den Gegner nicht, hier bremsen Marco Luciano und Marcel Meisterjahn Lüdenscheids Benno Walter.

Halver  - Drei Spieltage vor Saisonschluss in der Handball-Landesliga ist Spannung in den Titelkampf zurückgekehrt. Der lange Zeit souveräne Spitzenreiter TV Halingen patzte im Mendener Stadtderby gegen den TV Schwitten und führt das Klassement jetzt nur noch aufgrund des besseren direkten Vergleichs vor der punktgleichen HSG Hohenlimburg an.

Von Axel Meyrich

800 Zuschauer sahen in der Mendener Kreissporthalle den 21:18-Sieg der Knez-Sieben gegen den Verbandsligisten in spe. Bei diesen Zahlen konnte das Derby zwischen der SGSH II und der HSG Lüdenscheid natürlich nicht mithalten, doch auch das Duell an der Halveraner Mühlenstraße hielt reichlich Derby-Zutaten für alle Beteiligten bereit.

Am Ende zollte der Gast aus der Bergstadt nach ganz schwacher erster Hälfte und imponierender Aufholjagd im zweiten Abschnitt eben jenem Kräfteverschleiß Tribut, leistete sich nach dem 17:16-Anschlusstreffer eine verhängnisvolle Fehlerkette, die es den zu diesem Zeitpunkt mächtig wackelnden Hausherren ermöglichte, die Weichen wieder auf Sieg zu stellen. Dass es ausgerechnet ein – nennen wir es ruhig „Dreher“ – des Neu-Lüdenscheiders Sebastian Radziej war, der beim 24:21 für die endgültige Entscheidung sorgte, war nur eine jener vielen kleinen Geschichten, die das Derby schrieb. Radziej, der nach dieser Saison zu seinem Heimatverein HSG zurückkehrt, stand am Samstag in der Startformation und legte mit insgesamt vier Treffern eine ganz starke Performance hin.

Wobei der Sieg der Pfaffenbach/Herzog-Sieben letztlich vor allem ein Sieg des (Abwehr-)Kollektivs war, dem die HSG das Rückraumduo Walter/Lausen und mit Abstrichen auch ein vernünftiges Kreisläuferspiel entgegensetzte, aber sowohl über die Außenpositionen als auch im Gegenstoß blasser blieb als in den vergangenen Wochen.

Diskutable "Schiri"-Entscheidungen halten die Waage

Ein Wort noch zu den Unparteiischen Helfrich/Prüfer, an die speziell die HSG nach der 24:26-Niederlage von Arnsberg keine guten Erinnerungen hatte. Das Hagener Gespann machte vor der Pause einen guten Job, verlor diese Linie nach Wiederanpfiff zusehends. Die „Böcke“ auf beiden Seiten häuften sich in der allgemeinen Derby-Hektik, beide Teams fühlten sich mehrfach benachteiligt. Unterm Strich hielten sich die diskutablen Entscheidungen aber die Waage.

Bleibt der Blick aufs Saisonfinale: Das stellt sich für die HSG bei nunmehr drei Punkten Rückstand auf die SGSH und Platz fünf nicht perspektivlos dar. Wellinghofen (H), Volmetal II (A) und Arnsberg (H) heißen die Gegner für die Schlippe/Nebert-Truppe. Ein zumindest ausgeglichenes Konto muss da kein Traum bleiben. Die SGSH hingegen bekommt es auswärts noch mit den beiden Spitzenteams aus Halingen und Hohenlimburg sowie daheim mit dem designierten Absteiger Soester TV II zu tun. Durchaus anspruchsvoll ist das, aber nicht uninteressant. Beginnend mit dem Gastspiel in Halingen am Samstag kann die SGSH nicht weniger als Zünglein an der Waage im Titelkampf spielen.

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