Schlummerndes Potenzial bei der HSG Lüdenscheid

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In der zweiten Halbzeit bewies der frühere Soester Justus Jaschke im HSG-Dress viel Zug zum Tor und überwindet auch in dieser Szene den Halinger Keeper Felix Hachmann.

Lüdenscheid -  Am Ende gab’s zum Trost noch einen Zähler. Aber über das 36:36 gegen den zuletzt zweimal in der BGL-Halle klar siegreichen TV Westfalia Halingen wollte sich Handball-Landesligist HSG Lüdenscheid Halingen nicht recht freuen. Verständlich, denn noch fünf Minuten vor Schluss hatten die Bergstädter mit 35:30 geführt.

Von Jörg Hellwig

Etliche Faktoren hatten ihren Teil zu dem wenig erquicklichen Finale für die Bergstädter beigetragen: Die doppelte Manndeckung, die Gästetrainer Christoph Gutzeit gegen den überragenden Benno Walter und gegen Falk Baberg in den letzten zehn Minuten anordnete, kostete die Truppe von Trainer Davor Fath den ganz großen Rhythmus und Druck. Und zwei leichtsinnige Ballverluste zunächst beim 35:33 von Füller und dann – Sekunden vor Schluss – von Baberg spielten dem Gast in die Karten. Der Lüdenscheider Coach freilich hatte regelrecht zwei Buhmänner ausgemacht und stand mit seiner Meinung nicht allein: Die Unparteiischen Heidasch/Serafini (Hagen) trieben ihm die Zornesröte ins Gesicht, Vorwurf: Ein regelrechtes Tor von Justus Jaschke nicht anerkannt, einen Schrittfehler von Halingens Dennis Bichmann nicht bestraft und zwei zumindest umstrittene Zeitstrafen gegen die HSG verhängt. „Dieser Verlustpunkt geht allein auf das Konto der Schiedsrichter“, war der HSG-Trainer stocksauer.

Abgesehen von den kleinen Stockfehlern in der Schlussphase hatte die Landesligamannschaft der Bergstädter ihrem Anhang am Stadtfest-Samstag aber einen überaus unterhaltsamen Nachmittag beschert, die neue HSG sorgte mit viel Tempohandball und Angriffsdruck für Freude auf den Rängen. Mutig, mit gleich fünf Neuzugängen, von denen einige stark auftrumpften (Calvin Broscheit mit starker erster Hälfte, Justus Jaschke mit viel Zug zum Tor nach Wiederbeginn) zu beginnen. Klasse vor allem die Vorstellung von Neuzugang Benno Walter. Der frühere HSG-Jugendspieler, der seit den B-Junioren für den TuS Ferndorf gespielt und dort zuletzt auch in der zweiten Mannschaft gestanden hatte, entpuppt sich als hervorragend ausgebildeter Akteur, der nicht nur als Vollstrecker, sondern auch von der Mittelposition als glänzender Anspieler überzeugte. „Auf die Deckung muss man ja nicht so genau schauen“, zwinkerte er nach Schlusspfiff dem Berichterstatter zu. Wohl wissend, wo bei fast allen HSGern – noch viel Potenzial schlummert.

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