TSE möchte der HSV diesmal die Stirn bieten

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Tom Zlobinski bot im Hinspiel eine Klasseleistung und trug so zum klaren Erfolg der HSV bei.

Werdohl - Der Heimsieg gegen die SG Ruhrtal und vor allem der Auswärtserfolg beim VfL Eintracht Hagen III haben die Sorgenfalten bei der HSV Plettenberg/Werdohl geglättet. Der Abstand nach unten ist nun wieder komfortabel, die Henning-Sieben kann dem letzten Saisondrittel in der Handball-Landesliga entspannt entgegensehen.

Die Februar-Bilanz von aktuell 4:2-Punkten kann am Samstag (19 Uhr, Sporthalle Riesei) weiter aufgehübscht werden. Denn mit Nachbar TS Evingsen kommt nicht nur der aktuelle Vorletzte nach Werdohl, sondern auch ein Team, das auswärts bis dato nur einen Sieg erzielen konnte und seit fünf Monaten auf ein Erfolgserlebnis in der Fremde wartet. Im Schnitt verliert die TSE ihre Auswärtsspiele mit satten 13 Toren Differenz.

Bei schon fünf Punkten Rückstand aufs rettende Ufer stehen die Gäste aus Evingsen dementsprechend mit dem Rücken zur Wand. „Natürlich wird es für uns jetzt immer schwerer. Aber so lange rechnerisch noch alles möglich ist, so lange werden wir auch alles geben“, betont Trainer Sascha Schmoll, der mit einem sehr gut besuchten Derby rechnet und an seine Mannschaft appelliert, ein anderes Gesicht zu zeigen als im ersten Vergleich der Lenne-Rivalen in der Sauerlandhalle. „Wir haben definitiv etwas gut zu machen aus dem Hinspiel, da haben wir uns den Fans nicht gut präsentiert“, sagt Schmoll.

In der Tat war der erste 60-Minüter zwischen TSE und HSV eher ein Festtag für die Anhänger aus Plettenberg und Werdohl. Nach einer noch relativ ausgeglichenen ersten Hälfte hatte die Henning-Sieben nach der Pause ein Feuerwerk gezündet und – angeführt von einem überragenden Rückraum-Shooter Marc Bardischewski und einem bärenstarken Tom Zlobinski zwischen den Pfosten – einen 34:23-Sieg herausgeworfen. Diese Scharte gilt es aus Evingser Sicht auszuwetzen, verlangt Schmoll, dass auch seine Schützlinge diesmal den Derby-Modus aktivieren.

Einer, der in dieser Saison konstant gut spielte und eine tolle Entwicklung genommen hat bei der TSE, wird das Derby aber nur von der Tribüne aus verfolgen können. Die Verletzung, die sich Micha Brüggendieck bei der 21:33-Pleite bei der SG Menden Sauerland Wölfe II zugezogen hatte, war eine schwere gewesen. „Der Worst Case ist eingetroffen. Micha hat sich das Kreuzband gerissen, ist auch schon operiert worden“, erklärt Schmoll, „das macht die Situation für uns nicht einfacher.“ Umso mehr hofft der TSE-Coach, dass Sebastian Lohmann trotz anhaltender Schulterprobleme einmal mehr auf die Zähne beißen und gegen seinen Ex-Klub ebenso dabei sein kann wie Lohmann-Bruder Christian und Regisseur Tamas Kiss (beide grippaler Infekt).

Die personellen Vorzeichen beim Tabellenvorletzten also sind alles andere als rosig, trotzdem wollen die Burgstädter der HSV die Stirn bieten und Zählbares mitnehmen. „Wir fahren dahin und wollen gewinnen, um den Anschluss nicht zu verlieren“, so Schmoll. Aus Sicht des Gäste-Trainers befindet sich die HSV tabellarisch zwar „jenseits von Gut und Böse. Aber sie werden das Derby sicher nicht verschenken.“

Zu verschenken hat die HSV in der Tat nichts, denn Trainer Kai Henning, der in der kommenden Saison den Verbandsligisten TuS Hattingen übernehmen wird (wir berichteten) möchte sich mit einer möglichst guten Platzierung aus dem Lennetal verabschieden. Rang vier ist nur einen Zähler entfernt – wären nicht die Ausfälle von van der Hurk und Bardischewski, könnte die HSV wohl auch um Position zwei mitspielen. „Ohne die Verletzungen wären wir an Villigst-Ergste dran“, ist Henning überzeugt, der unter den gegebenen Umständen aber auch mit dem derzeitigen fünften Rang zufrieden wäre. Und dazu täte es nicht passen, wenn man die Evingser am Samstag noch einmal aufbauen würde.

„Mein Ziel ist die volle Punktzahl“, möchte Kai Henning vermeiden, dass die Gäste den letzten Strohhalm noch ergreifen, und warnt deshalb: „Der Fehler, zu glauben, die fegen wir mal eben weg, wäre fatal. Lohmann, Hurlbrink, Dragila und Kiss können auch mit Harz spielen, Gerstberger und Hoinka sind zwei gute Torhüter. Ihr Problem ist nur, dass sie meist hinter keiner guten Deckung stehen“, sagt der HSV-Coach, dessen Kader gegenüber dem Spiel in Hagen unverändert bleibt.

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