HSG kommt in Hohenlimburg unter die Räder

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Der verzweifelte Blick von Niclas Beckmann sagt alles: Über Top-Abwehrer Bogdan Wittke ging naturgemäß nichts.

HAGEN -  163 Tage war Handball-Landesligist HSG Lüdenscheid in gegnerischen Hallen unbesiegt geblieben. Am Samstagabend aber wurde die Fath-Sieben vom Namensvetter und Tabellenzweiten HSG Hohenlimburg in inzwischen klassischer „Bayern-München-Manier“ regelrecht abgewatscht: Ohne den Hauch einer Chance kamen die verletzungsbedingt der etatmäßigen Spielmacher beraubten Bergstädter mit 18:34 (10:17) im wahrsten Sinne des Wortes unter die Räder.

Von Jörg Hellwig

15 Minuten lang durften die Lüdenscheider – angetrieben von lautstarker Fankulisse – von der Revanche für die Fünf-Tore-Hinspielniederlage träumen. Dann aber standen sie sich mit ganz schwacher Vorstellung selbst im Weg oder zerbrachen mit indiskutabler Angriffsleistung an der starken Hohenlimburger Deckung um die Wittke-Brüder, Göbels und Reinboth.

Nur zu Beginn fanden die Opitz-Vertreter Voss und Beckmann in der Spielmacherrolle Ansätze, um Hohenlimburg mit spielerischen Lösungen beizukommen. Beim 4:5 durch Miossec lag die Gäste-HSG noch auf Kurs (9.), auch bis zur 15. Minute war bei Lufts Gegenstoß zum 7:9 im temporeichen Auftakt noch nichts entschieden.

Dann aber war’s vorbei mit jedweder Lüdenscheider Herrlichkeit. Jetzt deckten die Hohenlimburger gnadenlos Gäste-Abwehrschwächen auf, die es auch den Torhütern Kapp und Prumbaum schwer machten, überhaupt ab und an eine Hand an den Ball zu bekommen. Über 12:8 und 15:10 setzte sich die Landsiedel-Sieben schon zur Pause vorentscheidend auf 17:10 ab.

Und nach Wiederbeginn begann erst das Debakel für die Bergstädter: Wie zugenagelt war das Tor des starken Manz, weil der Gast nach wie vor viel zu häufig versuchte, über Bogdan Wittke aus dem Rückraum abzuschließen. Der aber glänzte wie seine Teamkollegen mit Klasseblockspiel. Selbst in Überzahl kam das Fath-Team nicht mehr zum Treffer: landesliga-rekordverdächtige 16:45 Minuten währte die Durststrecke der Lüdenscheider, ehe Beckmann per Siebenmeter zum 11:28 (!) wieder einen Treffer erzielte. Erst nach 48 Minuten gelang Paetz zum 12:29 das erste Feldtor nach Wiederbeginn. Spielerisch leicht verteidigte Hohenlimburg die haushohe Führung, obwohl der Coach munter durchmischte, Rekonvalesten und Jugendspieler einwechselte, während Lüdenscheids Trainer Davor Fath zwischenzeitlich ob der grausigen Vorstellung seines Teams vom Spielfeldrand flüchtete.

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