Handball-Landesliga, Frauen

Die Derby-Demontage

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So sehen Sieger aus: Die Landesliga-Handballerinnen der HSG Lüdenscheid feiern ihren 31:20 (12:7)-Derbysieg in Halver.

Halver - Völlig unbeeindruckt von den Turbulenzen um den überraschenden Rücktritt von Trainer Markus Heß in der vergangenen Woche haben die Landesliga-Handballerinnen der HSG Lüdenscheid am Samstag einen fulminanten Derbysieg über die SG Schalksmühle-Halver gefeiert. Dank einer ganz starken zweiten Hälfte gewannen die Bergstädterinnen in der Sporthalle Mühlenstraße mit 31:20 (12:7) - und damit war die SGSH sogar noch gut bedient...

Auf der Bank der HSG saß am Samstag ein alter Bekannter. Christian Köster, Heß-Vorgänger und Coach der Lüdenscheider B-Jugend, konnte aufgrund der witterungsbedingten Absage des Jugendspiels seine Interimsaufgabe, die zunächst auf zwei Wochen befristet ist, wahrnehmen. "Was dann kommt, wird die Zeit zeigen", so Köster nach dem Schlusspfiff.

Die Geschichte des Spiels war eine von zwei mächtig verschiedenen Halbzeiten. Zunächst taten sich beide Teams, die jeweils nicht wirklich über Distanzschützinnen verfügen, offensiv schwer. Die 6:0-Abwehrreihen auf beiden Seiten verschoben gut, nach einer Viertelstunde hieß es gerade einmal 3:3.

Denise Seckelmann überragend

Sukzessive kristallisierten sich in der Folge aber immer größere Unterschiede zwischen den Derby-Konkurrenten heraus - und zwar ausschließlich zugunsten der HSG. Der erste hieß Denise Seckelmann. Die Torhüterin der HSG parierte nicht nur vier Siebenmeter, sondern auch noch etliche SGSH-Großchancen und wurde damit zum größten Rückhalt der Köster-Sieben. Außerdem auffällig: Das Lüdenscheider Umschaltspiel sowohl in der "zweiten Welle" als auch punktuell über die "schnelle Mitte" funktionierte wesentlich besser als bei der SGSH. Und noch ein dritter Punkt: Mit der Maßnahme, Martina Bilaver über weite Strecken der Partie "kurz" decken zu lassen, nahm Christian Köster dem Offensivspiel der Gastgeberinnen das Gros der Wirkung.

So stand zur Pause bereits eine erste deutliche Lüdenscheider Führung zu Buche (12:7), ehe es nach Wiederanpfiff der unaufgeregt-gut leitenden Unparteiischen Steinebach/Schneider (Siegen) ganz, ganz bitter werden sollte für die Pfaffenbach/Luciano-Sieben. Angeführt von einer traumhaft sicher abschließenden Franziska Schmale auf Linksaußen - gleiches galt für Michelle Pleuger vom Siebenmeterpunkt (neun Tore aus zehn Versuchen) - marschierte die HSG davon. Vom 9:14 ging es einem Rutsch auf 9:18 (Schäfer, 38.) davon, beim 10:20 (Pleuger 41.) waren es erstmals zehn Treffer Differenz, beim 13:28 (Schmidt, 50.) sah es endgültig nach einem veritablen Derby-Debakel für die SGSH aus in einer Sporthalle Mühlenstraße, die in Sachen Geruchsentwicklung an diesem Tag eher an eine Frittenbude denn an eine Sportstätte erinnerte.

Weil Christian Köster in der Schlussphase munter durchwechselte und die Konzentration des Gastes doch merklich nachließ, betrieben Knuth, K. Kaiser, Töper und Bilaver immerhin noch ein wenig Ergebniskosmetik für den Aufsteiger. Auf die Intensität der Lüdenscheider Siegestänze hatte das freilich keinerlei Einfluss.

Die Statistik zum Spiel

SGSH:  Steinacker (1.-20., 30.-37.), Weigand (20.-30., 37.-60.) - Knuth (3), Schmale, Herzog (2), F. Kaiser (1), Dalchow (1), Töper (3), K. Kaiser (3), Schriever (2), Gärtner (1), Bilaver (3/1), Gillmann (1)

HSG: Seckelmann (1.-49.), Langhammer (49.-60.) - Hein, Gruhn, Otters (3), Pleuger (9/9), Schäfer (3), Lausen (1), Lange (2), Schmale (7), Lukowski (2), Worobey, Schmidt (4)

Schiedsrichter: Steinebach/Schneider (Siegen)

Zeitstrafen: SGSH 3, HSG 2

Zuschauer: 120

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