Handball-Landesliga

SGSH II vergibt den ersten Matchball

+
Konsterniert: Julius Hahn, Nils Leicht und der mit Verdacht auf Bänderriss ausgeschiedene Marcel Meisterjahn (von links) nach der Niederlage in Hagen.

Hagen - Entscheidung vertagt: Handball-Landesligist SG Schalksmühle-Halver II hat am Samstagabend den ersten Matchball zu Meisterschaft und Aufstieg in die Verbandsliga vergeben. Mit 25:30 (13:14) unterlag der Tabellenführer beim abstiegsgefährdeten, gleichwohl personell hochgerüsteten VfL Eintracht Hagen III. Unterm Strich fiel die Niederlage zu hoch aus, gescheitert war die Pfaffenbach-Sieben an diesem Tag indes weniger am Gegner, als vielmehr an sich selbst.

Mit breiter Brust wolle man in die Halle Mittelstadt fahren, verlautete es im Vorfeld unisono aus dem Lager des Spitzenreiters, doch das zur Schau getragene Selbstbewusstsein vollzog binnen weniger Minuten die Metamorphose zu einer "Kaninchen-vor-der-Schlange"-Attitüde. Fünf Minuten und 49 Sekunden waren gespielt, da bemühte Dirk Pfaffenbach die erste Auszeit, 6:2 hieß es zu diesem Zeitpunkt für die Eintracht. Tim Knutzen und die Flügelzange Jan Wilhelm/Tim Gurol waren die Aktivposten der Hausherren, die SGSH wirkte paralysiert.

SGSH-Auszeit nach 5:49 Minuten

Doch die Maßnahmen des SGSH-Coaches (Trimpop statt Luciano gegen Knutzen sowie wenig später Walter für Meisterjahn im linken Rückraum) zeigten Wirkung. Hagen verstrickte sich in Einzelaktionen, die Abwehr des Tabellenführers legte in puncto Aggressivität deutlich zu, und vorne kompensierten vor allem Benno Walter und Christian Pottkämper gravierende Schwächen auf Linksaußen und in der Rückraummitte.

Bis auf 14:13 hatte sich der Aufsteiger in spe so bis zur Pause herangearbeitet. Das Momentum sprach für die SGSH, erst Recht nach gelungenem Start in Abschnitt zwei (15:18, Trimpop per Gegenstoß/39.). Hagen wirkte fahrig und ideenlos, schoss sich am nun überragenden Mark Schür im SGSH-Tor quasi die Finger wund - die Aufstiegsfeier rückte näher, obwohl mit Marcel Meisterjahn ein Leistungsträger inzwischen verletzt ausgeschieden war.

Doch die Partie drehte sich erneut - und zwar gründlich. Auf Hagener Seite steigerte sich fortan Torhüter Till Steger zu seiner besten Saisonleistung, während die Fehlerquote bei der SGSH sprunghaft anstieg. Zudem bekam Mark Schür von einer Minute auf die nächste nicht eine Hand mehr an den Ball, traf Ex- SGSH-Drittliga-Akteur Marc Bardischewski nach einem gefühlten Dutzend Fehlversuchen auf einmal doch noch.

Keine Maßnahme greift mehr

Das alles genügte, um die Grün-Gelben von 19:20 auf 27:22 davonziehen zu lassen. Doppelte, am Ende gar dreifache Manndeckung, Torwartwechsel - nichts griff mehr beim Tabellenführer, der den Meistersekt bis zum kommenden Samstag kaltgestellt lassen muss. Dann aber soll mit einem Sieg über das abgeschlagene Schlusslicht TuS Wellinghofen endgültig alles klar gemacht werden. Wenn, ja wenn der Kopf dem Liga-Primus keinen Streich spielt...

VfL III:  Steger, Patas (n.e.) - Hölzemann (1), Bardischewski (6/1), Cengiz (2), Gurol (4), Knutzen (7), Wilhelm (5/1), Rombach (n.e.), Oberste (3), Koshold (2), Muscheid (n.e.), Sklarski, Hoppe

SGSH II:  Schür (1.-53.), Jannack (53.-60.) - Trimpop (3), Wallmann (1), Walter (8), Leicht (2), Lux, Wiggershaus (2), Luciano (1), Hoffmann (1), Meisterjahn, Pottkämper (5/2), Potberg (2), Kahlert (n.e.), Hahn (n.e.), Landwehr

Schiedsrichter: Röhrle/Rust (Bochum)

Zeitstrafen: VfL III 0, SGSH II 1

Zuschauer: 150

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare