HSG steigert sich in einen wahren Rausch

Kam früh für Florian Paetz und hatte starke Szenen im Deckungszentrum: HSG-Kreisläufer Sören Miossec.

HAGEN – Ungewohnte Töne beim Handball-Landesligisten HSG Lüdenscheid: Der donnernde Applaus, mit dem die kleine Fangemeinde die Fath-Sieben verabschiedete, muss den Lüdenscheider Handballern schön in den Ohren geklungen haben, hatten sie bei vier Ausfällen doch wohl kaum mit einem 31:22 (11:8)-Erfolg bei der Drittvertretung des VfL Eintracht Hagen gerechnet.

Nichts mehr war von der Verunsicherung des Vorwochenendes zu spüren. Körpersprache, Einsatzwille und ständige Aufmunterung vermittelten ein neues HSG-Bild im Abstiegskampf.

Zu Beginn noch lag die Eintracht vorn, vor allem, weil die Gäste mit dem reaktivierten Ex-Hagener Tim Stabenau auf der Spielmacherposition vorn reichlich Chancen „vernagelten“. 7:5 hieß es nach einer Viertelstunde für die Hausherren, ehe HSG-Coach Fath seine Erfolgsformation fand: Mit Beckmann, Grüger und Lausen im Rückraum ging die HSG mit 8:7 in Front. Und auch defensiv gelang am Sonntagnachmittag so gut wie alles: Obwohl Paetz nach zweiter Zeitstrafe schon früh draußen blieb, arbeitete die blutjunge HSG vor dem ganz starken Torwartroutinier „Motz“ Prumbaum ganz vorzüglich mit einer verkappten 3:2:1-Deckung, in der sich vor allem Grüger ein Sonderlob gegen den wurfgewaltigen Middendorf verdiente.

Zur Pause lag die HSG mit 11:8 deutlich vorn, verspielte übermotiviert aber den Vorsprung binnen zwei Minuten fast wieder (10:11). Doch dann zündeten die Lüdenscheider Halbschützen richtig: Phil Lausen, schon am Vortag Matchwinner in der „Zweiten“, langte ebenso mächtig hin wie Niclas Beckmann, der sich keine Sekunde schonte und das mitunter vor dem Wechsel herrschende Wurfpech (vier Holztreffer) ablegte: Prumbaum und die aggressive Deckung bereiteten den Boden, bei der Eintracht entpuppte sich der Wechsel zum 57-jährigen Torwart-Methusalem Rüdiger Heite nicht als Glücksgriff. In einem 11:4-Lauf zischten dem Oldie die Schüsse der HSG zum 14:22 (47.) nur so um die Ohren. Die Hausherren waren spätestens nach der roten Karte (dreimal zwei Minuten) gegen Linkshänder Dennis Wolf völlig vom Kurs, die HSG spielte sich trotz doppelter Manndeckung gegen Lausen und Beckmann in einen echten Rausch und landete so den nie erwarteten Kantersieg.

Jörg Hellwig

Eintracht III: Steger (1.-30.), Heite (ab 31.) – Middendorf (5), Bourquin (1), Ljekocaj (6), J. H. Stein (2), S. Middeldorf (1), Kuhlemann (1), L. Stein (1) Wolf (1/1), Maiworm , M. Middeldorf (4)

HSG: Prumbaum, Bahr (n.e.), Kapp (n.e.) – Füller (3), Gruber (4), Czekalla (1), Paetz, Grüger (1), Beckmann (12/4), Stabenau (1), Steinhilber (1), Miossec , Lausen (8)

Schiedsrichter: Seidel/Schäfer (Eiserfeld)

Zeitstrafen: Eintracht 7 inklusive roter Karte nach der dritten Zeitstrafe gegen Wolf (39.), HSG 2

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