Handball: Landesliga

Heiße Duelle im Abstiegskampf der Handball-Landesliga

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Sah einen mauen Auftritt seines Teams: TSE-Trainer Sascha Schmoll.

Kreisgebiet - Für einen regelrechten Befreiungsschlag sorgte am Wochenende die HSG Lüdenscheid bei der DJK SG Bösperde, während die TS Evingsen bei der Drittvertretung vom VfL Eintracht Hagen einen herben Rückschlag erlitt. 

Saisonpremiere für die HSG Lüdenscheid: Die Ziel-Sieben feierte mit dem 29:24 (14:11) bei der DJK SG Bösperde aber nicht nur den zweiten Sieg in Folge, sondern gab damit auch den dritten Abstiegsplatz an die Gastgeber ab. Die Hausherren begannen mit erwarteter 3:2:1-Abwehr und kamen mit zwei Führungen gut ins Spiel, weil auch Linkshänder Butzek nach langer Pause wieder voll im Saft steht. Bis zum 6:6 blieben die Kontrahenten auf Augenhöhe, ehe die HSG ihre Deckung vor dem einmal mehr ausgezeichneten „Locke“ Kämmerer mit Phil Bieker auf der Deckungsspitze noch offensiver, aggressiver und wirkungsvoller gestaltete. 

Über 8:6 (18.), 12:10 (27.) baute die HSG bis zum Wechsel beim 14:11 eine verdiente Führung auf. Und nach Wiederbeginn wussten die Gäste auf jegliche taktische Maßnahme der Harnischmacher-Truppe eine Antwort. Zunächst deckte die DJK offensiv 3:3, Behnke-Schoos antwortete gleich mit einem Tor vom Kreis zum 11:15. Die Bösperder Variante verpuffte ebenso wie in der Folgezeit Versuche mit zunächst zwei Manndeckern oder dann einem gegen HSG-„Urgewalt“ Phil Lausen beinahe wirkungslos. 

Letzterer traf nach Wiederbeginn gleich acht Mal, ob kurz gedeckt oder nicht. Überhaupt suchte die HSG – zumeist mit Beckmann auf der Mitte und offensiv Mühlbauer halb rechts daneben – geduldig nach Lösungen für den best- möglichen Abschluss und hielt hinten die torgefährlichen Bösperder weit genug vom Tor entfernt. Die Folge: Nach dem 12:18 durch Plate bauten die Gäste mit Lausens Dreierschlag vom 15:22 bis zum 15:24 aus (46.). 

Dass dieser Neun-Tore-Vorsprung letztlich nur noch einmal beim 29:20 (54., Mühlbauer) erreicht wurde und die Nordkreisler zum Schluss Ergebniskosmetik betrieben, war wohl ausgehenden Kräften zuzuschreiben. Die mündeten nicht nur in einigen Zeitstrafen („Rot“ gegen Hahn, 52.), sondern auch fehlender Konzentration im Abschluss. 

DJK: Kampmeier, Sievert – M. Wergen (1), Sparenberg (5), P. Wergen (5/3), Habring (3), Lotz, Remes, Hünnes, Stracke (4), Reinicke (3), Butzek (3) 

HSG: Kämmerer, Ferizi – Hurlbrink (1), Plate (6/3), Beckmann (3), Mühlebauer (1), Hahn, Lausen (10), Behnke-Schoos (1), C. Broscheit (3), Nitsch (2) 

Schiedsrichter: Abraham/Vögele (Ergste) 

Zeitstrafen: DJK 0, HSG 5 inklusive Rote Karte gegen Hahn (51.21) nach dritter Zeitstrafe

Etwas betrübt war hingegen die Stimmung beim Ligakonkurrenten aus Evingsen: Vor den Duellen gegen die Topteams HVE Villigst-Ergste und RE Schwelm erlitt die TSE am Samstagabend einen Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib. Im Vier-Punkte-Spiel bei der „Dritten“ des VfL Eintracht Hagen erwischten die Burgstädter einen gebrauchten Tag und unterlagen nach mauer Vorstellung mit 29:26 (10:15). Weil neben dem verhinderten Alexander Lüling auf Evingser Seite Tamas Kiss kurzfristig ausfiel, musste Trainer Sascha Schmoll in der Rückraummitte improvisieren. 

Im Wechsel führten Hell, Csunderlik und Brüggendieck Regie, im Angriff aber mangelte es den Gästen über weite Strecken an Tempo und Durchschlagskraft. Nach gutem Beginn und einer 3:2-Führung (8.) gerieten die Evingser nach einer Zeitstrafe gegen Hell in Rückstand, stellte die Eintracht mit einer 4:0-Serie auf 6:3 (13.). Bis Minute 24 (11:8) hielten die Hagener den Aufsteiger konstant mit drei Toren auf Distanz und bauten in der Schlussphase des ersten Durchgangs, in der Csunderlik zwei Minuten aufgebrummt bekommen hatte, die Führung aus. Kurz vor der ersten Sirene verkürzte Wizy für die TSE noch auf 10:15 zur Pause. 

Die Schmoll-Sieben erwischte in den ersten acht Minuten nach Wiederanpfiff dann ihre beste Phase und und kam bis auf 16:13 (37.) heran. Weil sie aber auch einige Würfe nicht konsequent genug abschloss, verpasste es die Turnerschaft, dem VfL noch näher auf die Pelle zu rücken. Außerdem haderten die Evingser mehrfach mit den Entscheidungen der Referees Schoumakers/Weimann, die nicht eine Zeitstrafe gegen die Gastgeber, dafür aber in Summe gleich deren sieben gegen den Neuling verhängten. 

Auch deswegen setzten sich die Hagener über 22:15 (46.) bis auf 26:19 (54.) vorentscheid ab. Die TSE bewies zwar intakte Moral und kämpfte sich bis auf 28:26 (59.) heran, der herausragende Lennart Bulk aber machte in der Schlussminute mit seinem elften Tor zum 29:26 dann alles klar. 

VfL: Toth, Patas – Cengiz (5), Altenbeck (2), Nottelmann (5/1), Wulf, Rombach (3), Grunenberg, Bulk (11), Oberste (3) 

TSE: Gerstberger, Hoinka – Wizy (4), Dragila (1), Mancini, S. Lohmann (6), Menzel (2), Hell (3), Csunderlik (4/2), Brüggendieck (3), Becker (1), C. Lohmann (2) 

Schiedsrichter: Schoumakers/Weimann 

Zeitstrafen: VfL 0, TSE 7 plus Rote Karte gegen Becker (53., 3 x 2)

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