Handball

Quo vadis, Handballkreis Lenne-Sieg? Der Kreis hat einen kühnen Plan für den Nachwuchs

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Olpe – Quo vadis, Handballkreis Lenne-Sieg? Die Zeichen deuten darauf hin, dass der Weg südlichsten Kreises in Westfalen aus Westfalen herausführt: Der Kreisvorstand strebt mindestens eine Zusammenarbeit, wenn nicht am Ende gar eine Fusion mit dem Kreis Oberberg aus dem Handballverband Mittelrhein an.

„In fünf Jahren können wir hier in unseren Strukturen nicht mehr spielen. Es ist ja schon jetzt von den Mannschaftszahlen her schwierig, bei den Mädchen sogar mehr als das“, stellte Kreislehrwart Markus Schürhoff fest, der die Pläne des Vorstandes im Rahmen der Vereinsvertretersitzung ausführlich erläuterte.

„Der Kreis Hagen hat ähnliche Probleme wie wir, aber ähnlich wie in der Lehrarbeit kein Interesse, etwas mit uns zusammen zu machen“, sagte Schürhoff, „der Kreis Iserlohn/Arnsberg ist als Partner geographisch sicherlich nicht die A-Lösung.“ Noch dazu ist die Lage im Kreis Iserlohn/Arnsberg längst nicht so schlimm wie im Flächenkreis Lenne-Sieg, der in den vergangenen Jahren mehr und mehr ausblutete beim Nachwuchs.

Es gibt im Mittelrhein-Verband indes ein Pendant zum Kreis Lenne-Sieg in Westfalen: Auch der Kreis Oberberg liegt dort ganz am Rande des Verbandsgebietes, auch dieser Kreis kämpft mit zurückgehenden Meldezahlen. Und: Der Kreis ist gut erreichbar aus weiten Teilen des Kreises Lenne-Sieg. Also nahm der Vorstand Kontakt auf und traf auf offene Ohren. „Das erste Sondierungsgespräch war sehr positiv. Wir sind mit offenen Armen empfangen worden“, sagt Schürhoff, „im Kreis Oberberg ist man soweit, dass man gerne mit uns zusammenarbeiten möchte, am liebsten so schnell wie möglich. Der Kreis hat sich auch schon das Okay des Verbandsvorstandes abgeholt.“

Grünes Licht also im Kreis Oberberg. Und im südlichen Westfalen? Der Kreisvorstand hat sein Anliegen beim Vorstand des HV Westfalen vorgebracht. Eine Reaktion gibt es noch nicht. Den Kreisvereinen präsentierte er am Freitag die Planung. „Wir wollen nichts von oben überstülpen“, erklärte Schürhoff, „wir wollen Rückendeckung. Deshalb befragen wir die Vereine.“ Das Votum war eindeutig. Bei einer Gegenstimme von der SU Altena und bei fünf Enthaltungen (u.a. TuS Grünenbaum und HSG Lüdenscheid) wurde der Vorstand beauftragt, die Pläne weiter zu verfolgen. Wenn alles optimal verläuft, könnte es für den kompletten Jugendbereich schon zur Saison 20/21 gemeinsame Spielklassen auf Kreisebene geben. Ob der Seniorenbereich später nachziehen wird oder es gar eine Fusion geben könnte – all das ist Zukunftsmusik.

Klar ist allerdings auch, dass es bei so einem Zusammenschluss auch schwierige Punkte geben wird. Verbandspolitisch – gerade auch mit Blick auf Aufstiegsrunden-Konstellationen (für zwei verschiedene Verbände – wird es kompliziert, erst recht durch die geplante Fusion der Verbände Niederrhein und Mittelrhein, durch die dann auch weniger Oberberg-Teams in diesem Geltungsbereich den Aufstieg schaffen dürften. Dazu kommen drei weitere Punkte:

1. In der DHB-Ordnung ist kein Spielbetrieb mit Mannschaften „außer Konkurrenz“ vorgesehen. Daran hält sich der Kreis Oberberg strikt, im Kreis Lenne-Sieg ist der aK-Spielbetrieb so ausgeprägt wie nirgendwo sonst.

2. Im Kreis Lenne-Sieg werden qualifizierte Schiedsrichter erst ab dem Bereich der C-Junioren angesetzt, im Kreis Oberberg bereits im D-Jugend-Alter.

3. Der Kreis Lenne-Sieg verwaltet den Spielbetrieb über das Handballportal handball4all, der Kreis Oberberg über das nuliga-Portal – entsprechend gibt es für die Vereine keinen Zugang zum Portal des jeweils anderen.

„Man muss versuchen, die Punkte zusammen zu lösen“, sagt Markus Schürhoff, „bei den Spielberichten muss es zur Not noch einmal ein Jahr auf Papier gehen…“ Um frühzeitig planen zu können, hat der Kreis Lenne-Sieg den Meldetermin für Nachwuchsteams jedenfalls auf den 20. März vorgezogen. Kein Zweifel: Die Verantwortlichen meinen es sehr ernst…

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