Handball

Saisonunterbrechung wegen Corona: Klare Tendenz im Kreis Lenne-Sieg

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Auch die Handballer vom Kreisliga-A-Aufsteiger SG Kierspe-Meinerzhagen (hier im Heimspiel gegen Fellinghausen) haben sich dafür ausgesprochen, die Handball-Saison aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen erst einmal auszusetzen.

Kreisgebiet – Wie geht es angesichts steigender Corona-Infektionszahlen weiter mit dem Handball-Spielbetrieb im Kreis Lenne-Sieg? Die Entscheidung steht aus, doch eine Tendenz gibt es durchaus – die Tendenz, die Saison, die eigentlich am 31. Oktober/1. November weitergehen sollte, zu unterbrechen.

Anfang der Woche hatte der Kreisvorstand die Vereine um Stellungnahmen gebeten. Gestern lief die Frist ab. „Sechs Stellungnahmen fehlen mir noch“, stellte Roland Janson, Männerspielwart des Kreises fest, aber die Tendenz ist eindeutig. Eindeutig, allerdings gibt es auch andere Meinungen. Der TV Olpe plädiert für eine Saisonfortsetzung. Beim VTV Freier Grund würde man gerne den Jugend-Spielbetrieb ausgesetzt sehen, dafür aber bei den Senioren weiterspielen.

„Die Mehrheit aber ist bisher eindeutig für eine Aussetzung“, sagt Roland Janson. Im Altkreis Lüdenscheid haben sich die HSG Lüdenscheid, der TuS Linscheid-Heedfeld, die SGSH Dragons für ihre Breitensportteams (3. und 4. Mannschaft) und die SG Kierspe-Meinerzhagen für eine Saisonpause ausgesprochen. Die HSV Plettenberg/Werdohl und der TuS Grünenbaum fehlten am Freitagmittag noch mit offiziellen Stellungnahmen – die Bitte der HSV um die Absage des Landesliga-Spiels am Samstag beim TuS Volmetal II darf indes als Statement gewertet werden. „Und beim TuS Grünenbaum waren es gemischte Gefühle“, sagt Roland Janson, „die TS Evingsen wollte zudem weiterspielen – aber nur in Nicht-Risikogebieten.“ 

Die indes gibt es seit Freitag nicht mehr, denn auch der Kreis Siegen/Wittgenstein und damit das südlichste Gebiet des Handballkreises Lenne-Sieg hat die 50er-Inzidenz-Marke geknackt. „Wir müssen wissen, dass wir nicht das Wichtigste sind, es geht um Menschen“, sagt der Kreisvorsitzende Klaus Krass und verweist auf alle Nachbarn um den Handball-Verband Westfalen herum. Nach dem Verband Mittelrhein hat auch der Verband Niederrhein und damit auch der gemeinsame Dachverband Nordrhein den Spielbetrieb auf Eis gelegt. In Hessen wird auch kein Handball mehr gespielt. Im südlichen Bereich Westfalens haben nach dem Kreis Industrie inzwischen auch die Kreise Hellweg und Iserlohn/Arnsberg den Spielbetrieb ausgesetzt. In Dortmund wartet man die politische Entscheidung, im Kreis Hagen/Ennepe-Ruhr will man den Spielbetrieb laufen lassen. 

„Es ist völlig okay, wenn es zum Beispiel den Verantwortlichen im Verband Mittelrhein im Moment zu gefährlich ist“, sagt Klaus Krass und hat größes Verständnis, sieht seine persönliche Meinung auch durch das Gros der Rückmeldungen aus seinem Kreis bestätigt, „wo Geld im Spiel ist, gibt es vielleicht noch die Tendenz, weiterspielen zu wollen. Aber ansonsten ist die Mehrheit eindeutig.“ Krass will nach den letzten Rückmeldungen eine Vorstandsrunde einberufen – Anfang der Woche dürfte der Kreis dann eine offizielle Entscheidung bekanntgeben. 

Janson hat konkrete Ideen für eine Saisonfortsetzung

Unabhängig von dieser Entscheidung ruht ab sofort der Spielbetrieb in der Frauen-Kreisliga und den weiblichen Nachwuchs-Klassen, die beide mit dem Kreis Oberberg aus dem Verband Mittelrhein kooperieren. Hier hat der Nachbarverband den Kreisverantwortlichen die Entscheidung abgenommen. Ob der HV Westfalen, der am Mittwoch erklärt hatte, die Saison weiterlaufen lassen zu wollen, so lange es möglich ist (Andreas Tiemann: „Wir sind dafür da, für diejenigen, die spielen wollen, einen Spielbetrieb zu organisieren...“), sich den Nachbarverbänden noch anschließen wird? Es könnte durchaus sein, denn am Donnerstag findet eine Videokonferenz des Erweiterten Präsidiums und mithin mit allen Kreisvorsitzenden statt. In diesem Rahmen soll auch darüber entschieden werden, wie es mit dem kreisübergreifenden Spielbetrieb in den Bezirksligen weitergeht. 

Roland Janson hat sich seine ganz persönliche Meinung gebildet und formuliert sein Denkmodell ganz konkret. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir die Saison bis zur Rückrunde aussetzen und dann eine einfache Runde spielen, die dann auch pünktlich fertig wäre – die bisherigen Spiele kann man ja durchaus dann noch werten“, sagt der Altenaer, „für die Jugend würde ich nach den Osterferien eine Sommerrunde anbieten – dann sollten auch die Fallzahlen in Richtung Sommer wieder besser sein.“ Janson hält inne, dann ergänzt er: „Natürlich möchte ich auch, dass es mit dem Handball weitergeht, aber die Situation ist im Moment einfach sehr, sehr bescheiden...“

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