Etwas Hoffnung für das Schiedsrichterwesen

Zufrieden mit den Meldezahlen: Roland Janson (Altena).

KREISGEBIET ▪ Die Schiedsrichternot im Handballkreis Lenne-Sieg ist groß, doch es gibt Hoffnung: Ab Montag bildet der Kreis neue Referees aus. Die Resonanz auf die Ausschreibung bezeichnet Schiedsrichter-Lehrwart Roland Janson (Altena) als zufriedenstellend.

25 Schiedsrichter-Anwärter und zudem zehn Anwärter als Spieler-Schiedsrichter haben für die Ausbildung gemeldet, wobei Janson den Lehrgang auch für Nachbarkreise geöffnet hat. So sind auch Anwärter aus Letmathe und Neheim am Start.

„Du musst über die Dörfer gehen, bitten und betteln“, sagt Janson im Rückblick, „das Ergebnis ist erst einmal ein gutes. Jetzt wäre es einfach schön, wenn auch Schiedsrichter auf Dauer übrig bleiben würden.“ Janson, der bis zu einer Zahl von 40 Meldungen noch kurzfristig Meldungen annimmt, wird die Ausbildung im Kreis gemeinsam mit dem Siegener Bernd Steinebach, Schiedsrichterwart des HV Westfalen, und dem kommissarischen Lehrwart, Jan-Hendrik Spies (Ferndorf), durchführen.

Die meisten neuen Referees werden dabei Jung-Schiedsrichter ein. „Die HSG Lüdenscheid hat Joachim Schreiber angemeldet“, sagt Janson, „er möchte mit seiner Tochter zusammen pfeifen. Das ist aber die Ausnahme. Die meisten Teilnehmer sind zwischen 1996 und 1999 geboren.“ Gleich acht neue Anwärter hat der TV Olpe gemeldet. Das Olper Kontingent war zuletzt auf null gefallen. Der Verein musste etwas tun – und er hat neue Ideen entwickelt. Die Spieler von erster und zweiter Mannschaft wurden verpflichtet, die jungen Schiedsrichter zu ihren Spielen zu fahren. Das Kilometergeld bleibt trotzdem bei den Referees, die so eine höhere Aufwands-Entschädigung erhalten werden. Der TVO hat so auf einen Schlag sein Schiedsrichter-Problem gelöst.

Vorbildlich ist auch das Engagement des TuS Drolshagen. Der TuS ist neben der TSG Siegen einer von zwei Vereinen, die das Schiedsrichtersoll übererfüllen – also mehr Schiedsrichter haben als es von der Zahl der gemeldeten Mannschaften nötig wäre. Und die Drolshagener haben trotzdem noch zwei neue Anwärter und einen neuen Spieler-Schiedsrichter gemeldet.

Derlei ist die absolute Ausnahme. Im Altkreis Lüdenscheid erfüllen gerade einmal die TS Evingsen, der LTV 61, der TuS Linscheid/Heedfeld und die HSV Werdohl/Versetal das Schiedsrichtersoll, wobei den Werdohlern gemeinsam mit dem TuS Plettenberg gleich vier Referees für die JSG Plettenberg/Werdohl fehlen. Die übrigen Vereine zahlen allesamt für fehlende Schiedsrichter. Und diejenigen, die bereits zahlen und nun keine neuen Anwärter gemeldet haben, zahlen nun extra drauf. Nach einem Beschluss des Kreisvorstandes aus dem November 2012 erhalten Vereine, die zu wenig Schiedsrichter haben und keine Anwärter melden, pro fehlendem Referee ein Extra-Strafgeld von 75 Euro.

Abschreckend genug ist das womöglich nicht. Während die SG Kierspe-Meinerzhagen (ein Anwärter), die HSG Lüdenscheid (6) und die HSV Werdohl/Versetal (2) Teilnehmer für den Lehrgang gemeldet haben, fehlt von Vereinen wie dem TuS Ferndorf, der SG Attendorn-Ennest, dem VfB Altena, dem TuS Plettenberg, dem TuS Grünenbaum, der SGSH oder auch den SGSH Juniors jede Meldung. Das alte Sprichwort „Wer nicht hören will, muss fühlen“ wird bei bei den Schiedsrichtern in Kreis umgedichtet: Wer partout nicht melden will, der muss zahlen. ▪ Thomas Machatzke

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