Abteilungsleiter der TS Evingsen: „Abstieg wäre kein Beinbruch“

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Trotz der sportlich schwierigen Situation hat bei der TS Evingsen der Großteil der Mannschaft für die neue Serie zugesagt.

Altena - Als im letzten Gegenstoßversuch die Schlusssirene ertönte und die 31:32-Heimniederlage der TS Evingsen im Landesliga-Kellerduell gegen die „Dritte“ des VfL Eintracht Hagen besiegelt war, stand den Evingser Akteuren und Verantwortlichen die Enttäuschung am Samstagabend ins Gesicht geschrieben. Nach zwei Landesliga-Spielzeiten droht der Turnerschaft die Rückkehr in die Bezirksliga.

Nach der Auswärtsniederlage bei der SG Ruhrtal war bei den Evingsern der Druck groß, das Heimspiel gegen die Hagener gewinnen zu müssen. Diesem Druck hielten selbst die erfahrenen Strategen in Reihen der TSE am Samstagabend nicht stand, war insbesondere die erste Viertelstunde vorne wie hinten von Nervosität und Verunsicherung geprägt. Mit leichten Fehlern machte die TSE einen Gegner, der in dieser Liga nun wahrlich keine Übermannschaft war und ist, stark.

Dank einer Leistungssteigerung nach der Pause begegnete die Schmoll-Sieben den Gästen dann zwar auf Augenhöhe, unterm Strich aber reichte es nicht für zwei eminent wichtige Punkte, weil die Evingser im Gegensatz zu den Volmestädtern in der Schlussphase auch nicht gerade mit Fortuna im Bunde waren. Zweimal kullerte die Kugel in den letzten Minuten auf, aber eben nicht über die Torlinie der Hagener. Auf der Gegenseite hingegen prallte ein Wurf von Oberste vom Pfosten ab gegen den Hinterkopf von TSE-Torhüter Hoinka – und von dort aus ins Tor. Nein, Fortuna war am Samstag wahrlich keine Evingserin.

So schmerzhaft die Heimpleite gegen die „Dritte“ des VfL Eintracht war, so schmerzhaft dürfte aus TSE-Sicht auch der spätere Blick aufs Landesliga-Klassement gewesen sein. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt für den Tabellenvorletzten nun schon vier Punkte, jeweils fünf Zähler sind es gar auf das Trio Hagen III, Volmetal II und Halingen. „Am Samstag nach dem Spiel habe ich gedacht: ‘Das war es jetzt.’ Aber so ist es nicht. In der letzten Saison haben wir im letzten Saisondrittel den Abstieg ja auch noch verhindern können“, meinte Klaus Druskus am Montag, „wir dürfen jetzt nur nicht die Köpfe hängen lassen.“

Der TSE-Abteilungsleiter, der am Samstag auf der Tribüne einmal mehr mitfieberte und bibberte, möchte die sportlich schwierige Situation der Turnerschaft keineswegs schönreden, für Schwarzmalerei aber besteht für ihn kein Anlass. Noch stehen zehn Spieltage und damit ja auch zehn Chancen an. In eigener Halle bekommen es die Evingser noch mit den direkten Konkurrenten TV Westfalia Halingen, DJK Bösperde und TuS Volmetal II zu tun, am kommenden Sonntag geht es zur Reserve des Mendener Wolfsrudels, das an den beiden zurückliegenden Spieltagen auch keine Beute gerissen hat. Nicht zu vergessen die beiden noch anstehenden Derbys bei der HSV Plettenberg/Werdohl und bei der HSG Lüdenscheid. Die Saison ist noch lang, das Saisonziel durchaus noch erreichbar. 

Wir müssen weitermachen und uns ordentlich präsentieren – auch für unsere Zuschauer, die am Samstag wieder recht zahlreich in der Halle waren“, betonte Klaus Druskus und richtete einen unmissverständlichen Appell an die Mannschaft: „Wir müssen kämpfen bis zum Schluss.“ Und wenn es dann dennoch nicht reicht? „Dann wäre der Abstieg kein Beinbruch für uns“, so Druskus.

Unabhängig davon, ob die TS Evingsen in der kommenden Saison 2020/21 in der Landes- oder Bezirksliga spielen wird, haben die Verantwortlichen hinter den Kulissen die Personalplanungen weit vorangetrieben. „Wir werden mit unserem Trainergespann Sascha Schmoll und Günther Meckel weitermachen. Und auch der Großteil der Mannschaft hat zugesagt“, machte der Abteilungsleiter deutlich. Das Torhüter-Duo Hoinka/Gerstberger bleibt den Evingsern ebenso erhalten wie Peter Spelsberg, Yannik Freiwald, Marvin Richter, Marc Rohrsen, Tamas Kiss, Micha Brüggendieck und die Lohmann-Brüder Christian und Sebastian. Auch Mario Hurlbrink, Marius Dragila und Robert Csunderlik würde die TSE sehr gerne halten, dieses Trio aber hat sich noch nicht final entschieden. Mit Christian Becker, der sich dem Kreisligisten HTV Hemer II anschließen wird, steht der erste Abgang ebenso fest wie der erste Neuzugang. Wie berichtet, wird Linkshänder Constantin Wiebel vom TuS Grünenbaum zur neuen Saison ein Evingser.

Nach weiteren Neuzugängen – die TSE würde ihren Kader gerne etwas verjüngen und zudem breiter aufstellen – halten Klaus Druskus, Sportchef Alexander Lüling, der nach langer Verletzungspause das Training in noch dosierter Form wiederaufgenommen hat und in der neuen Serie ins Team zurückkehren soll, und das Trainergespann weiter Ausschau. „Das ist aber alles nicht so einfach“, sagte Klaus Druskus, „die harzfreie Sauerlandhalle ist durchaus ein Problem. Ohne Harz spielen wollen viele Handballer nicht. Daher denken wir darüber nach, einen Antrag zu stellen, damit wir Harz verwenden dürfen. Mit diesem Antrag müssten wir dann aber auch ein Reinigungskonzept vorlegen“, so Klaus Druskus.

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