Ein „Brandbrief“ des Kreisvorsitzenden

Fritz Kortes Appell an die Vereine: „Findet junge Schiedsrichter und meldet sie!“

KREISGEBIET -  Die Rufe von Roland Janson, Männerspielwart im Kreis und Schiedsrichterwarts im Bezirk, sind ungehört verhallt. Nun legt der Kreisvorsitzende nach. Fritz Korte, Vorsitzender des Handballkreises Lenne-Sieg, hat sich in dieser Woche mit einem „Brandbrief“, wie es Korte selbst bezeichnet, an die Vereine gewandt. Die Forderung: Die Vereine sollen neue Schiedsrichter finden.

„Jeder weiß, dass man zur Durchführung eines geordneten Spielbetriebes eine ausreichende Menge gut ausgebildeter Schiedsrichter haben muss“, stellt Korte fest, „wichtig zu wissen ist, dass diese Schiedsrichter von den am Spielbetrieb teilnehmenden Vereinen gestellt werden müssen, denn wo sollen sie sonst herkommen?“

Korte erinnert daran, dass Janson bereits am 29. Mai an die Vereine herangetreten ist, um auf die missliche Lage im Schiedsrichterbereich hinzuweisen. Janson bot seinerzeit einen eintägigen Kurzlehrgang für Spieler-Schiedsrichter an. Die Resonanz war überschaubar: Vier Kandidaten meldeten sich. Am 25. Juni veröffentliche Janson diese Meldezahl und stellte ihr andere Zahlen gegenüber: 70 Schiedsrichter fehlen aktuell im Kreis – im Detail legte Janson dar, wie hoch das Soll der Vereine ist. Es war für viele Klubs alles andere als ein Kompliment.

Am 4. Juli tagte der Schiedsrichter-Ausschuss. Die Resonanz war noch immer nicht besser geworden. Die Referees stellten fest, dass der Spielbetrieb in der aktuellen Situation nicht als gesichert gelten darf. Korte nun verweist auf einen Paragraphen der WHV-Schiedsrichterordnung: Dort heißt es in Paragraph 1, Absatz 3: „Bei Nichterfüllung des geforderten Schiedsrichtersolls können Kreise bestimmen, dass Spieler gemeldet werden, die innerhalb eines Monats an mindestens zwei Spieltagen, die von den Vereinen zu benennen sind, als Schiedsrichter zur Verfügung stehen. Diese Spieler-Schiedsrichter können nur bis zur Hälfte des Schiedsrichter-Solls der betreffenden Vereine angerechnet werden.“

Meldungen noch bis zum 15. August

Mit anderen Worten: Der Kreis kann die Vereine in die Pflicht nehmen. Er möchte dies aber eigentlich nicht, deshalb appelliert Korte an die Vereinsvertreter: „Wollt ihr wirklich, dass völlig Unbedarfte, vielleicht von den Vereinen genötigte, nicht unbedingt motivierte Spieler Spiele von eurem Verein leiten müssen? Wollt ihr das Gleiche möglicherweise anderen Vereinen zumuten?“ Und Korte ergänzt: „Ich appeliere an die Motivationskünste der Vereine: Sie sollen junge, aufstrebende Spielerinnen und Spieler, die ein Spiel lesen, aber selber die spielerischen Fähigkeiten kaum erreichen können, zur Schiedsrichtertätigkeit ermuntern. Wie oft steigen gerade diese Talente in Klassen auf, die sie als Spieler nie erreichen würden.“

Korte zeigt sich nun gespannt auf die Reaktion der Vereine. In denen allerdings ruht in der ersten Ferienhälfte meist der Trainings- und Spielbetrieb weitestgehend. Keine gute Zeit, um neue Referees zu finden. Meldungen derweil für den Tageslehrgang für Spieler-Schiedsrichter, der am 31. August stattfinden soll, müssen bis zum 15. August – Adressat: Roland Janson (rojaal@unitybox.de) –vorliegen. Es wäre ein kleines Wunder, wenn sich in dieser Zeit die Misere auch nur ansatzweise beheben ließe. Bereits ein Zustandekommen des Lehrgangs aber könnte als positives Zeichen für die Schiedsrichterei im Kreis Lenne-Sieg gedeutet werden. Es wäre ein Anfang.

Thomas Machatzke

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