Handball: Julian Krieg wechselt in die Schweiz

SGSH-Sympathieträger, Torschütze vom Dienst, Abwehrchef und in Kürze weg: Julian Krieg.

SCHALKSMÜHLE ▪ Die Botschaft erreichte Mathias Grasediek auf der Rückreise aus dem Sommerurlaub, und es war nicht irgendeine, sondern die sportlich vielleicht schlimmste Hiobsbotschaft: Julian Krieg wird die SGSH verlassen und beim Schweizer Erstligisten und Europacup-Teilnehmer Pfadi Winterthur anheuern. „Ich konnte erst gar nichts sagen“, erzählt der SGSH-Coach, „ich habe gesagt, dass ich am nächsten Tag zurückrufe.“

Was Mathias Grasediek zunächst nicht glauben wollte, verdichtete sich in der Folge zur Gewissheit: Krieg hatte in der Sommerpause nach einem Einlagespiel eine Einladung zum Probetraining in der Schweiz erhalten und bei diesem Training offensichtlich nachhaltig Eindruck hinterlassen. Der Linkshänder, der in der Vorsaison mit 240 Toren zweitbester Torschütze der Regionalliga West war, soll nun für Pfadi auf Torejagd gehen, unter anderem schon bald im Europapokal gegen die schwedische Mannschaft Drott Halmstadt. Parallel will Krieg an der Privat-Uni in Winterthur sein Studium fortsetzen. Am Wochenende, als die SGSH in Krefeld testete, weilte Krieg bereits in der Schweiz.

Die SGSH wird für den Krieg-Verlust mit einer Ablösesumme entschädigt werden – eine entsprechende Klausel im Vertrag sieht den möglichen Ausstieg und die entsprechenden Modalitäten vor. Die Verhandlungen zwischen SGSH und Pfadi laufen derzeit, weshalb sich die Verantwortlichen der SGSH am Dienstag auch noch mit näheren Auskünften bedeckt hielten. Klar ist indes die Richtung. Deshalb sucht der Drittligist aus Halver und Schalksmühle auch fieberhaft nach einem Krieg-Ersatz, der aus dem Ablöse-Erlös finanziert werden soll. Über Spielervermittler sind dem Vernehmen nach erste Kontakte hergestellt. Die Zeit drängt.

„Für uns ist das eine mittelschwere Katastrophe“, sagt Mathias Grasediek auch jetzt noch mit gehörigem Abstand zu der Nachricht von der Wechselabsicht, „auch von der menschlichen Seite her wird Julian sehr schwer zu ersetzen sein. Er hat sich in den zwei Jahren bei uns super entwickelt. In einer Rasanz, die auch ich ihm kaum zugetraut habe.“ Krieg war in der vergangenen Saison nicht nur Torschütze vom Dienst gewesen. Er hatte auch die Abwehr im Innenblock zusammen gehalten. Darüber hinaus war der 23-jährige Gummersbacher unumstrittener Sympathieträger am Löh und an der Mühlenstraße.

Die SGSH fahndet nun also nach einem Linkshänder, hat dazu auch Spielervermittler kontaktiert. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Lücke sportlich schließen können“, sagt Mathias Grasediek nach den ersten Rückmeldungen, „aber es natürlich der ungünstigste Zeitpunkt, um etwas zu tun. Alles muss jetzt ganz schnell gehen.“ Bis zum Donnerstag wird die SGSH aber gewiss keinen neuen Spieler präsentieren können. Am Donnerstag gastiert der Zweitligist Korschenbroich zum Test am Löh. Ein Test, der nun zu einem reinen Übergangsspiel verkommt. ▪ Thomas Machatzke

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