Handball, 3. Liga West

"Auf so ein Spiel brennt man"

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„Auf so ein Spiel brennt man“: Michael Lerscht, Trainer von Drittliga-Primus TuS Ferndorf, freut sich auf das Gastspiel in Halver.

Halver - Am Samstagabend wartet in der 3. Liga West ein Kreisderby in den Grenzen des Handballkreises Lenne-Sieg, wenn der TuS Ferndorf um 19.30 Uhr an der Mühlenstraße bei der SG Schalksmühle-Halver gastiert. Zwei Jahre lang hat es dieses Derby nicht gegeben, spielte der TuS doch in den Spielzeiten 2015/16 und 2016/17 in der 2. Bundesliga. 

Für Michael Lerscht ist es somit das erste Drittliga-Jahr als Trainer. Als 31-Jähriger übernahm Lerscht, der als Lehrer an der Gesamtschule in Derschlag arbeitet, nach der Spielzeit 2014/15 die Mannschaft, stieg vom Verbandsliga- zum Zweitliga-Trainer auf. Vor dem Gastspiel des verlustpunktfreien Spitzenreiters in Halver stellte sich Lerscht, der im Frühjahr seine Trainer-A-Lizenz erworben hat, den Fragen von Sportredakteur Thomas Machatzke.

Michael Lerscht, zunächst einmal herzliche Glückwünsche zur „Herbstmeisterschaft“. Sie stehen mit 28:0- Zählern noch ohne Verlustpunkt da. Haben Sie damit gerechnet, dass Sie die Liga so dominieren würden?

Lerscht: Natürlich haben wir, als wir im Sommer die neue Mannschaft zusammengestellt haben, nicht gesagt: Okay, wir wollen Achter werden. Aber dass es so gut laufen würde, damit haben wir auch nicht gerechnet, keine Frage.

Der Respekt vieler ist ihnen sicher, vor allem deshalb, weil es dem TuS wieder gelungen ist, einen Abstieg so gut wegzustecken und direkt wieder ein so starkes, funktionierendes Team hinzustellen. Wie machen Sie das?

Lerscht: Es ist zwar nun das zweite Mal, dass das geklappt hat, aber für mich als Trainer und Mirza Sijaric ist es das erste Mal. Wir haben sicherlich im Sommer auch ein bisschen Glück gehabt, dass wir so gute Charaktere gefunden haben, die menschlich so gut zu uns passen und uns sportlich auch weiterhelfen. Daneben haben wir aus den Erfahrungen, die wir gemacht haben, auch zu lernen versucht. Wir haben das Training im athletischen Bereich umgestellt. Richtig ist natürlich, dass dieser sportliche Erfolg nicht selbstverständlich ist. Zwei der vier Zweitliga-Absteiger aus der vergangenen Saison sind ja deutlich schlechter zurechtgekommen bisher in der 3. Liga.

Von weitem wirkt es so, dass Sie aktuell eine gewachsene Einheit formen für höhere Aufgaben. Sprich dafür, dann in Zukunft auch in der 2. Bundesliga zu bestehen. Ist dieser Eindruck richtig, ist das Ihr Ziel?

Lerscht: Alle reden von Aufstieg, von 2. Bundesliga, und davon, dass es nur noch um die Höhe der Niederlage geht, wenn wir kommen. Wir haben noch die komplette Rückrunde und jetzt erst einmal ein schweres Spiel in Schalksmühle vor uns. Sicherlich haben wir intern über Ziele gesprochen. Aber wir sollten bis März abwarten – und dann können wir weitersehen und uns darüber unterhalten.

Sie haben das letzte Hinrundenspiel schon angesprochen. Die SGSH hat bisher auch eine starke Runde gespielt. Wie sehen Sie den Gegner?

Lerscht: Die SGSH hat in dieser Saison im zweiten Jahr unter Stefan Neff einen richtigen Satz nach vorne gemacht. Ich kenne Stefan schon so lange – schon aus unserer Hagener Zeit. Wir kommen aus einer Handballwelt, der Respekt und die Wertschätzung bei uns sind gegenseitig. Unter ihm hat die SGSH zwei gut funktionierende Abwehrsysteme. Im Angriff spielen sie ihre Sachen sehr zielgerichtet. Das ist schon eine starke Mannschaft. Und dann kommt dazu, dass da am Samstag der Tabellenführer kommt. Ich kenne das doch aus eigener Erfahrung: Wenn man die Chance hat, dann will man es auch schaffen, der Erste zu sein, der dem Tabellenführer etwas abnimmt. Die Zuschauer in der Halle werden für eine besondere Atmosphäre sorgen. Auf so ein Spiel brennt man. Aber wir freuen uns auch darauf und hoffen, dass wir einen guten Hinrundenabschluss hinbekommen.

Dürfen sich die SGSH-Fans auf den kompletten Spitzenreiter freuen oder haben Sie personelle Probleme?

Lerscht: Nein, Stand jetzt sieht es sehr gut aus. Am Dienstag hatte ich – mit Ausnahme der Langzeitverletzten – wirklich erstmals wieder alle Mann beim Training. Wenn nichts mehr passiert, werden wir komplett nach Halver kommen.

Michael Lerscht, vielen Dank für das Gespräch!

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