Ausstehende Zahlungen: Letztes Mittel Punktabzug

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HSG Lüdenscheids Kreisläufer Timo Paetz und Teamkollegen können eine weitere Bezirksliga-Saison planen.

Kreisgebiet - Der Abstiegskampf in Verbands- und Kreisliga A der Handballer erhält spät in der Saison eine neue Wendung: Sowohl der HSV Werdohl/Versetal als auch dem TuS Grünenbaum werden aufgrund von Zahlungsrückständen an den Handball-Verband Westfalen alle nach dem 14. März gewonnenen Punkte abgezogen.

Von Thomas Machatzke

Hintergrund: Im „Westfalen-Handball“ (WH), dem offiziellen Organ des HV Westfalen, waren die beiden Vereine wie andere in Westfalen (u.a. HSG Herdecke/Ende, TV Lössel) zweimal aufgefordert worden, ausstehende Zahlungen beim Verband zu leisten. Beim TuS Grünenbaum handelte es sich um Ordnungsgelder aus dem Jahr 2012 in Höhe von 300 Euro, bei den Werdohlern um einen Betrag von 285 Euro. Bei der zweiten Mahnung im WH wurde den Vereinen eine Frist bis zum 14. März gesetzt. Diese Frist ließen beide offensichtlich verstreichen.

Mit Verstreichen der Frist sperrte der HV Westfalen alle Seniorenteams der Vereine - bei HSV Werdohl/Versetal also die drei Herrenteams und außerdem die Kreisliga-Frauen, beim Kreisch-Klub die drei Männer-Mannschaften. Das bedeutet: Die an den vergangenen drei Wochenenden gewonnenen Punkte werden diesen Teams aberkannt, außerdem haben sowohl Roland Janson als Männerspielwart im Handballkreis Lenne-Sieg als auch die Staffelleiter auf Bezirks- und Verbandsebene Ordnungsgelder erhoben, weil die Mannschaften trotz eines Spielverbots angetreten sind.

HSG Lüdenscheid II ist praktisch gerettet

Im Fall der HSV Werdohl/Versetal bedeutet dies, dass der Auswärtssieg in Westerholt Makulatur ist. Die Partie wird mit 0:0-Toren und 2:0-Punkten für den SVW gewertet. Der Vorsprung der Werdohler Verbandsliga-Handballer auf die Borussia aus Höchsten beträgt damit vier Spieltage vor dem Saisonende nunmehr vier statt wie bisher sechs Punkte. Der Werdohler Reserve wird der Sieg gegen Wetter/Grundschöttel als Niederlage gewertet, was in diesem Fall für die HSV unerheblich ist, weil das Klose-Team bereits als Absteiger feststeht. Die HSG dagegen hat dadurch als Primus wieder drei Punkte Vorsprung.

Und noch eine entscheidende Auswirkung in der Bezirksliga 6: Die Reserve der HSG Lüdenscheid bekommt nachträglich die Zähler von der 26:30-Niederlage beim TV Lössel gut geschrieben und darf damit für eine weitere Bezirksliga-Saison planen: Denn nur noch die größten Pessimisten im HSG-Lager dürften befürchten, dass 23 Punkte und damit sieben Zähler plus besserer direkter Vergleich gegenüber Lössel nicht zum Klassenverbleib ausreichen. Damit ist dem Prestigeduell am Samstagnachmittag beim feststehenden Absteiger in Werdohl jedenfalls einiges an Brisanz genommen.

Im Fall des TuS Grünenbaum in der Kreisliga ist der Fall besonders bitter: Zuletzt hatte das Team von Volker Urban gegen Lennestadt gewonnen und im Kellerduell gegen den TV Olpe einen Punkt geholt. Dem TuS werden damit drei Punkte abgezogen, der TVO erhält einen Punkt „geschenkt“. Damit ist aus dem Zwei-Punkte-Vorsprung auf Olpe ein Zwei-Punkte-Rückstand geworden. Die Kreisch-Sieben ist nun Letzter.

Zwangsabstieg für Plettenberg/Werdohl III

Ein pikantes, wenn auch nicht erhebliches Detail im Kontext: In der Kreisklasse Nord trafen am 23. März der TuS Grünenbaum III und die HSV Werdohl III aufeinander – diese Partie wird mit 0:0-Toren und 0:2-Punkten gegen beide Teams gewertet…

Hoffnung, dass der Fauxpas zumindest für den TuS Grünenbaum im Abstiegskampf folgenlos bleiben wird, gibt es indes auch: In der Kreisliga A steigt nach dem Rückzug des TVE Netphen II bekanntlich nur eine Mannschaft ab. Aller Voraussicht nach wird dies allerdings die neue HSV Plettenberg/Werdohl III sein. Männerspielwart Roland Janson wird den Vereinen am Freitagabend bei der Vereinsvertretersitzung im Olper Kolpinghaus (Beginn 19 Uhr) seine Pläne vorstellen, die eine Umsetzung der 2013 neu gefassten DHB-Spielordnung betreffen. Diese Spielordnung sieht vor, dass nur noch in der untersten Spielklasse mehrere Mannschaften eines Vereins spielen dürfen.

Janson begrüßt diese Regelung. „Wir haben in der Vergangenheit in den Fällen Lennestadt, Ferndorf und zuletzt Netphen nicht immer gute Erfahrungen gemacht, wenn zwei Mannschaften eines Vereins in der Kreisliga A gespielt haben“, sagt der Altenaer. Im Fall der Kreisliga B will er diese DHB-Regelung nicht umsetzen, sondern ein wenig großzügiger verfahren. Für die Kreisliga A aber sind seine Pläne ganz konkret. Nach dem Abstieg der Werdohler Reserve würde der neue Fusionsverein aus dem Lennetal zwei A-Ligisten stellen. Die dritte Mannschaft ist entsprechend ein Zwangsabsteiger und wird den Grünenbaumern den Klassenerhalt garantieren. Kurioses zum Ende einer Saison...

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