Die erste Hypothek für neuen Fusionsverein

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Sein Antrag erhielt eine Mehrheit: Roland Janson (Männerspielwart).

Olpe – Für den TuS Grünenbaum und den TV Olpe ist in der Handball-Kreisliga A das Zittern vorbei. Im Lager der HSV Plettenberg/Werdohl dagegen muss man sich als „Startgeschenk“ des Kreises zur neuen Fusion mit dem Zwangsabstieg eines der beiden geplanten Kreisliga A-Teams abfinden. Erlaubt ist nämlich aber der Spielzeit 2014/15 in der höchsten Spielklasse des Handballkreises Lenne-Sieg nur noch eine Mannschaft pro Verein.

Von Thomas Machatzke

Der Kreisvorstand brachte am Freitagabend bei der Vereinsvertretersitzung des Kreises im Olper Kolpinghaus den Antrag ein, den Paragraphen 40 der DHB-Spielordnung für die Kreisliga A umzusetzen. „Die Landesverbände dürfen abweichen und andere Regelungen zulassen“, erklärte der stellvertretende Kreisvorsitzende Cornelius Vowinckel, „der Kreisvorstand möchte die Regelung umsetzen – deshalb stellen wir den Antrag.“ Damit war eine längere Diskussion über das Für und Wider eröffnet.

Naturgemäß stellte zuallererst die HSV Plettenberg/Werdohl die neue Regelung in Frage. „Uns interessieren die Gründe dafür“, sagte der HSV-Vorsitzende Alexander Griessl, „für uns ist das schon eine dramatische Situation, denn wir haben bei den Fusionsplanungen mit zwei Kreisliga A-Teams gerechnet. Die neue Regelung könnte dazu führen, dass wir eigene junge Spieler verlieren. Ich finde das sehr bedenklich.“

Auch den TuS Ferndorf könnte die Regelung treffen. Sollte die Ferndorfer Drittvertretung noch der HSV Werdohl/Versetal aus der Bezirks- in der Kreisliga A folgen, so würde auch die vierte Mannschaft des TuS, aktuell Tabellenzweiter, zwangsabsteigen. Auch die Ferndorfer sahen den Vorschlag kritisch. Kleinere Vereine befürworteten die Argumentation von Männerspielwart Roland Janson. „Wir haben schlechte Erfahrungen mit zwei Mannschaften eines Vereins in der Kreisliga A gemacht“, sagte Janson, „es lag öfter der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung in der Luft. Das war ein großes Kuddelmuddel.“

Am Ende der Diskussion stimmte die Mehrheit der Delegierten – bei nur vier Gegenstimmen – für den Antrag des Kreisvorstandes. Anschließend wurde darüber abgestimmt, ob die Umsetzung bereits zur Spielzeit 2014/15 oder erst zur Spielzeit 2015/16 erfolgt. Auch hier stimmte eine deutliche Mehrheit bei nun neun Gegenstimmen für eine sofortige Umsetzung.

Damit ist die Abstiegsfrage in der Kreisliga A geklärt. Vor der Saison hatte der TVE Netphen II zurückgezogen. Zweiter Absteiger ist nun die neue HSV Plettenberg/Werdohl III, obwohl der TuS Plettenberg als niederklassiges Vorgängerteam aktuell Platz sieben in der Kreisliga A belegt. Durchatmen dürfen der TV Olpe als Vorletzter und der TuS Grünenbaum als Letzter der Liga. Sie haben nun Planungssicherheit für ein weiteres Jahr in der Kreisliga A.

Zweiter Aufsteiger bei den Frauen

Die Regelung gilt übrigens auch für den Frauen-Bereich. Sollte sich durch Neumeldungen von Mannschaften wieder genügend Teams für eine Kreisliga und eine Kreisklasse finden, dann würden automatisch Mannschaften von Vereinen der Kreisklasse zugeordnet, die zwei Teams in der Frauen-Kreisliga haben (zum Beispiel die HSG Lüdenscheid). Eine solche Konstellation ist bei den Frauen aktuell allerdings nicht in Sicht.

Dafür hatte Frauenwart Erich König (Attendorn) eine gute Nachricht: Seit Sonntag steht fest, dass der Kreis Lenne-Sieg zwei Frauen-Aufsteiger zur Bezirksliga stellen darf. Als Meister steht die SG Attendorn/Ennest fest. Der zweite Aufsteiger ist noch offen. Lennestadt und Ferndorf II erklärten bereits ihren Verzicht. In Neunkirchen ist noch nicht klar, ob es im nächsten Jahr noch ein Frauen-Team gibt. So blieben als weitere Kandidaten die Drolshagener Reserve und die Frauen der SG Schalksmühle-Halver.

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