SGSH: Die Personalseuche geht weiter

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Temporäre Rückkehr zu seinem Ex-Verein: Nicholas Plessers.

Schalksmühle - „Das wird schon nicht einfach.“ Trainer Mathias Grasediek sieht dem Auswärtsspiel der SG Schalksmühle-Halver am Totensonntag um 17 Uhr in der Schwalbe-Arena beim HS Gummersbach/Derschlag II mit sehr gemischten Gefühlen entgegen.

Einerseits hat die SGSH nun drei Siege in Serie eingefahren, ihr Punktekonto ausgeglichen und sich in der Tabelle in Richtung der Region orientiert, die vor dem Start als Zielbereich definiert worden war. Dazu wartet mit den Oberbergischen ein neu formierter Gegner, der im Eigenanspruch eher auf den Abstiegskampf eingestellt ist, einer der vergleichsweise weniger starken besetzten Kontrahenten in dieser Liga.

Es gibt aber eben auch das Andererseits in der Betrachtung. Dabei spielt der Respekt vor den Gummersbachern eine Rolle. „Sie haben eine sehr gute erste Sechs, Sieben oder Acht“, sagt Grasediek, „mit ihren Spielkonzepten haben sie eine gute Struktur gefunden. Die Konzepte werden gnadenlos durchgezogen. Sie glauben daran.“ Dazu kommen beim HS wechselnde Abwehrsysteme – neben dem Stammsystem 3:2:1 taucht auch die von der alten Gummersbacher U23 immer wieder gerne praktizierte 4+2-Abwehr phasenweise auf, und auch eine 6:0-Variante kann das Lochtenbergh-Team.

Die Hälfte des Kaders verletzt oder angeschlagen

All das wäre Grund genug, das Spiel hellwach anzugehen. Aber es ist noch nicht alles. Dazu kommen die eigenen Sorgen, die im Wochenverlauf nicht kleiner geworden sind. Auf Todor Ruskov, Natko Merhar, Christian Feldmann und Max Büchel (alle verletzt) wird Mathias Grasediek definitiv verzichten müssen. Von den verbliebenen zwölf Kader-Spielern sind allerdings auch zahlreiche angeschlagen. Malte Müller (Zehverletzung) und Florian Diehl (Ellbogen- und Hüftprobleme) haben am Montag und Dienstag ebenso wenig trainiert wie Kristian Eskericic (Zerrung). Und auch Maciej Dmytruszynski ist arg gehandicapt, nachdem er im Spiel gegen Aurich umgeknickt ist.

Dass aus einem 16er-Kader nur noch acht wirklich problemfreie Akteure zur Verfügung stehen (Eigenbrodt, Weßeling, Mayer, Luciano, Formella, Plessers, Wardzinski, Jansen) – es ist so ungewöhnlich wie unerquicklich für Trainer, Team und Umfeld. „Die Jungs sind im Moment trotzdem mit großen Spaß bei der Sache, geben Gas“, sagt Grasediek, „wir müssen nun einfach sehen, dass wir das Spiel irgendwie gut über die Runden kriegen.“ Einen Notfallplan für Ergänzungen des Kaders gibt es bereits. Kandidaten zum Aushelfen aus der Reserve könnten Alexander Trimpop für spezielle Abwehraufgaben und für die linke Außenseite Florian Ludwig oder Robin Güntner sein.

Ein neuer Ansatz für den Unterbau im Oberbergischen

Im Oberbergischen ist man im Frühjahr neue Wege für den Bundesliga-Unterbau gegangen. Durch die Kooperation mit Ferndorf gab der VfL Gummersbach Leistungsträger der Reserve in Richtung Stählerwiese ab. So machte sogar das Gerücht die Runde, der VfL werde seine U23 aus der 3. Liga zurückziehen. Stattdessen aber stellte der VfL in einer Kooperation mit dem Traditionsverein TuS Derschlag das Drittliga-Team völlig neu auf. Geführt wird der neue HS Gummersbach/Derschlag vom 34-jährigen Michiel Lochtenbergh (ehemals Dormagen, 82 Länderspiele für die Niederlande), der im Dezember 2014 von Caslav Dincic das Derschlager Oberliga-Team übernommen hatte. Er hat ein Team geformt, das zwar um den Klassenerhalt kämpft, aber Liga-Tauglichkeit durchaus unter Beweis gestellt hat.

Mit dem ersten Auswärtssieg in Habenhausen ist das Team auf Rang elf geklettert. Beste Werfer des HS bisher waren die Rückraum-Halben Alexandre Brüning (67/31, Kapitän) und Marko Curcic (47, Linkshänder). Zu den Leistungsträgern zählt auch Kreisläufer und Abwehrspezialist Vladislav Veselinov. Während vieles neu ist, ist das Torwartgespann mit Max Hamers und Tom Landgraf ein Ex-Gummersbacher U23-Duo – in der Vorsaison hielten beide noch im Dreierteam mit dem heutigen SGSH-Keeper Nicholas Plessers.

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