SGSH: Viele Fragezeichen vor dem Start

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Einer von wenigen Lichtblicken gegen Langenfeld: Natko Merhar.

Schalksmühle - Am Samstag geht es für Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver mit dem Heimspiel gegen die HSG Lemgo II in der 3. Liga West los. Die Generalprobe hat indes so manche Frage unbeantwortet gelassen.

Es waren vielleicht 100 Besucher am Freitagabend am Löh, die sehen wollten, wie diese Ernstfall-SGSH eine Woche vor dem Saisonstart in der 3. Liga West denn nun aussieht. 100 Gäste, die zunächst lange betreten schwiegen – so wie jemand schweigt, wenn er etwas ganz anderes dargeboten bekommt als er bestellt oder zumindest erwartet hat. Diese 11:18-Halbzeit (Endstand 27:29) gegen den Niederrhein-Oberligisten SG Langenfeld bei der Generalprobe hatte gewiss das Potenzial, den Betrachter sprachlos zu machen.

„Unterirdisch“, nannte Mathias Grasediek, Cheftrainer der SG Schalksmühle-Halver, den Auftritt, „natürlich fehlen uns wichtige Leute. Aber mir hat auch die Begeisterung gefehlt, alles reinzuschmeißen.“ Genau genommen hatte es an Begeisterung nicht gemangelt – allerdings traf sie der Zuschauer beim Gast an. Eine Generalprobe ohne Abwehrchef Dmytruszynski, mit einem kranken Weßeling, dazu ohne Jansen, Formella, Ruskov, Mayer und Diehl – so eine Generalprobe stand natürlich unter keinem guten Stern. Vor allem war sie eigentlich keine Generalprobe.

Das erprobte 6:0-Abwehrsystem wurde angesichts des Personals durch ein nicht sehr überzeugendes 3:2:1-System ersetzt. Aus dem Wunsch, nurmehr ergebnis-orientiert zu spielen und zu wechseln, wurde auch nichts – wobei die Frage war, ob die personelle Decke Schuld daran war oder die Auftritte der einzelnen Protagonisten, die sich noch gar nicht in Meisterschaftsform zeigten. Dass die Formkurve der SGSH nach dem überzeugenden Testspielstart gegen Hüttenberg mehr oder weniger kontinuierlich nach unten zeigt – Mathias Grasediek hat es sehrwohl registriert.

Zäsur beim Turnier in Dortmund

„Die Zäsur war das Turnier in Dortmund“, sagt er, „bis zum Halbfinale dort lief alles gut. Wir hätten uns Selbstvertrauen holen können. Seitdem aber ist die Verunsicherung immer größer geworden.“ Wenn man den personellen Aspekt außen vor lässt, ist die Vorbereitung zielsicher zugesteuert auf eben dieses letzte Spiel, das auch das schwächste war. Zumindest eine Halbzeit lang. „Die zweite Hälfte war vom Prinzip her okay“, bilanzierte Grasediek, „wir haben versucht, vom Langenfelder Vorsprung etwas abzuknabbern – und zumindest am Ende hat das geklappt.“

Ob dieses Finale ausreicht, um die Verunsicherung zu nehmen? Oder ob eine misslungene Generalprobe gar dem Sprichwort folgend das logische Vorspiel einer geglückten Premiere gewesen sein wird? Auch im Handball spielt sich vieles in den Köpfen der Akteure ab. Gewinnt die Verunsicherung, dann gewinnt am nächsten Samstag die HSG Lemgo II. Gewinnt die Trotzreaktion, so sieht es nicht schlecht aus für die SGSH. Das Gute: Viel mehr Anlass für Trotzreaktionen kann es nicht geben. Mathias Grasediek war am Freitagabend nachdenklich, aber nicht konsterniert. „Wir sind nicht so gut, wie viele uns halten“, sagte er ruhig, „aber wir sind auch nicht so schlecht, wie wir zuletzt aufgetreten sind.“

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