20-Tore-Schallmauer fast durchbrochen

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Alexander Lüling avancierte mit fünf Treffern zum erfolgreichsten Schützen der TS Evingsen. ▪

ALTENA ▪ Wer hätte das gedacht? Die Kreisliga-A-Handballer der TS Evingsen haben sich am gestrigen Abend im Freundschaftsspiel gegen das Erstliga-Schlusslicht TUSEM Essen sehr, sehr anständig aus der Affäre gezogen. In den 60 Minuten fielen vor 350 Zuschauern in der restlos ausverkauften Sauerlandhalle exakt 60 Treffer. Der Favorit aus dem Ruhrpott setzte sich mit 42:18 (21:7) durch, konnte aber dezimiert nicht an die Leistung vom Vortag anknüpfen, als bei Zweitliga-Spitzenreiter TV Emsdetten ein 31:29-Erfolg gelungen war.

Trainer Christian Prokop musste neben Julius Kühn (Grundausbildung Bundeswehr) auch noch auf den grippigen Rückraum-Linkshänder und Goalgetter Marcus Bouali sowie auf Spielmacher Philip Pöter verzichten. Der hatte in Emsdetten nach langer Verletzungspause wieder mitgewirkt, zog sich aber sofort wieder eine Knieverletzung zu, bei der die genaue Diagnose noch aussteht. Damit bot Essen lediglich zehn Feldspieler und zwei Torhüter auf. Die junge Mannschaft nahm sich im Spiel gegen Evingsen die eine oder andere schöpferische Pause, deckte bisweilen nachlässig und ließ auch offensiv die letzte Konzentration vermissen – sehr zur Freude der TSE-Keeper Pascal Hoinka und Marvin Goeke: Beide konnten sich mehrfach auszeichnen und ernteten Szenenapplaus.

Noch besser war die Stimmung in der Halle immer dann, wenn der Underdog das Runde ins Eckige beförderte. Dass das stolze 18 Mal gelang, war im Vorfeld wahrlich nicht zu erwarten gewesen. In Durchgang eins brach Shooter Alexander Lüling den Bann, auffälliger agierte auf seiner Position halblinks aber Youngster Dominik Maier, der drei Mal erfolgreich war.

Den sieben Toren aus den ersten 30 Minuten sollten sogar elf weitere nach Wiederbeginn folgen, wobei Lüling am Ende mit fünf Treffer erfolgreichster Werfer war. Schöne Szene: Der am Kreuzband verletzte Christian Brühl kam für den einzigen Siebenmeter der Hausherren aufs Feld und verwandelte sicher. So konnten nur Fabian Herbert (Schulter ausgekugelt) und Christian Kuhn (Fingerverletzung) nicht spielen.

Schnell zog TUSEM über 3:0 auf 8:1 und 14:2 davon. Insgesamt erzielten die Profis aber nur 13 Treffer über den direkten Gegenstoß und drei aus der zweiten Welle heraus – mit dieser Quote konnte der heimische A-Ligist angesichts seiner limitierten technischen wie offensiven Möglichkeiten und der daraus resultierenden Kontergefahr sehr gut leben. Bei etwas mehr Glück im Abschluss wäre sogar das Knacken der 20-Tore-Schallmauer möglich gewesen. Nach Simon Eggers Treffer zum 18:41 (57.) skandierte die TSE-Bank „Nur noch zwei“ – mehr aber gelang nicht mehr. Zwei Mal „knipsten“ die Gastgeber sogar im Doppelpack: Spielertrainer Boris Heinemann mit Kraft und Dominik Maier per Gegenstoß besorgten die Treffer Nummer sechs und sieben in Minute 29, Alexander Lüling und Daniel Niggemann das neunte und zehnte Tor aus dem Rückraum und vom Kreis.

Aller Ehren wert war die Leistung der 6:0-Deckung. In der 26. Minute gelang das kleine Kunststück, die Unparteiischen André Krause und Steven Schönhoff dazu zu bewegen, den Arm zu heben und Zeitspiel anzuzeigen. Der 2,02 Meter lange und 110 Kilo schwer holländische Kreisläufer Toon Leenders bekam dann jedoch die Kugel – und war nicht zu stoppen.

„Hoffentlich rächt sich das nicht am Sonntag in der A-Liga“, dachte Abteilungschef Klaus Druskus in der Endphase an den morgigen Sonntag. Um 11 Uhr kommt Fellinghausen – hoffentlich einige Zuschauer von gestern auch. Verdient hätte es das Team.

TSE: Hoinka (1.-14./31.-45.), Goeke (14.-30./45.-60.) – Egger (1), Lüling (5), Maier (3), Spelsberg (2), B. Heinemann (1), Lohmann (1), Voswinkel (1), Fernandes, Kreimendahl, Niggemann (2), N. Heinemann, Heupel (1), Brühl (1/1)

TUSEM: Kulhanek (1.-30.), Vukas (31.-60.) – Handschke (5), Seidel (4), Pieczkowski, Böhm (6), Lindt (1), Breuer (10/5), Rahmel (2), Keller (3), Kropp (6), Leenders (5)

TSE-Tore: 1:3 (4.) Lüling, 2:8 (13.) Niggemann, 3:14 (21.) Maier, 4:16 (24.) Heupel, 5:19 (27.) Maier, 6:21 (29.) B. Heinemann, 7:21 (29.) Maier, 8:23 (33.) Lüling, 9:26 (37.) Lüling, 10:26 (38.) Niggemann, 11:28 (40.) Spelsberg, 12:29 (42./7m) Brühl, 13:31 (44.) Lohmann, 14:32 (47.) Lüling, 15:35 (51.) Lüling, 16:37 (53.) Voswinkel, 17:40 (55.) Spelsberg, 18:41 (57.) Egger

Schiedsrichter: André Krause/Steven Schönhoff (SG Schalksmühle-Halver); Zeitstrafen: keine; Siebenmeter: TSE 1/1, TUSEM 5/5

Zuschauer: 350 (ausverkauft)

Von Lars Becker

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