Die Geschichte von Dominik Löwenherz

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Auch dieser Ball geht nicht rein: Dominik Formella pariert gegen Dominic Kasal.

Schalksmühle - Die SG Schalksmühle-Halver atmet nach dem ersten Saisonsieg im fünften Spiel auf. Ein Sieg, den das Team gemeinsam erkämpfte, der aber vor allem einen Vater hatte: Dominik Formella.

Das Schönste an diesem Handballabend bekamen der Trainer und der Held des Abends gar nicht mit. Mathias Grasediek und sein Keeper Dominik Formella waren am Samstag ausnahmsweise privat nach Ratingen angereist – so wurde auf der Busfahrt zurück ins Sauerland ohne sie gefeiert. Und zwar dem Vernehmen nach, was das Zeug hielt.

Ein erster Saisonsieg mit derart befreiender Wirkung – der wollte natürlich allgemein ausgiebig gefeiert werden. Dominik Formella feierte ihn still. „Ja, ich habe dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen“, bekannte der Keeper nach dem Spiel. Das Fokussieren auf ein Ziel – niemand lebt es so wie Formella. Drei gehaltene Siebenmeter, den letzten davon beim Stande von 21:22 50 Sekunden vor dem Ende. Dazu viele weitere Paraden. Es war sein Abend, auch deshalb, weil er so unbedingt wollte, dass es sein Abend war. „Es war ja auch mal Zeit, dass wir gewinnen“, sagte Formella, „klar haben wir auch Glück gehabt. Aber egal, die Hauptsache ist, dass es diesmal geklappt hat.“

Wenn man so wollte, hatte Formella das Herz eines Löwen gezeigt – in der „Höhle der Löwen“, wie die Gastgeber ihre Sporthalle Ratingen-West selbst nennen, was ein wenig Realsatire ist. In der Halle waren offiziell 225 Zuschauer gewesen, die von einem als Löwen verkleideten Animateur mit Schildern („Klatschen“, „Aufstehen“) ermuntert wurden, nicht nur Zuschauer, sondern Fans zu sein. „225 Zuschauer ist doch schon mal gar nicht so schlecht“, hatte der Conferencier auf jener Pressekonferenz verkündet, auf der später Ratingens Trainer Richard Ratka zumindest einen baldigen Abschied wenn schon nicht verkündet, so doch zumindest in den Raum gestellt hatte. Nach der Heimniederlage gegen Minden II war es fürs „Löwenrudel“ die zweite Heim-Enttäuschung in Folge gewesen. Schwer verdauliche Kost für einen Ex-Nationalspieler, dessen Schützlinge ihm gerade auf der Zielgeraden nicht gefolgt waren.

Lob für Max Büchel und Moritz Eigenbrodt

Die Ratinger hatten mit ihrem knappem Personal vor allem keine Idee gehabt, wie ihre Offensive angesichts der SGSH-Manndeckung gegen Simon Breuer Chancen kreieren sollte. So fragte der Conferencier Mathias Grasediek am Samstagabend auch, ob die Manndeckung gegen den Ex-Ferndorfer der Schlüssel zum Erfolg gewesen sei. „Nein“, sagte Grasediek tief überzeugt, „es hat vielleicht auch eine Rolle gespielt, aber der Schlüssel für uns war sicherlich der Mut, die jungen Spieler zu bringen.“

Nach 40 Minuten hatte Grasediek genug gehabt von der dürftigen Angriffsdarbietung seines Teams. „Wir hatten mit Max und Moritz im Rückraum ein ganz anderes Spieltempo“, freute sich der Trainer später über die Leistung seiner Dortmunder Youngster Büchel und Eigenbrodt, „Max knüpft jetzt an die guten Leistungen der Vorbereitung. Und Moritz hat wieder ganz viel Herz gezeigt.“

Vorab-Geschenk zum 52. Geburtstag

Vor allem hatte Eigenbrodt auch das nötige Glück im Abschluss – auch so ein Thema des Samstagabends. Wenngleich die erste Hälfte nicht gut gewesen war, so hatte sie doch gut und gerne Möglichkeiten geboten, gewiss mindestens die doppelte Torausbeute zu erzielen. Vor allem Luciano und Fleischhauer hatten aber allerbeste Chancen in Serie versiebt. Acht Trefferchen waren es nur gewesen in 30 Minuten. Nur gut für die SGSH, dass da Dominik Formella den Gegner auch kleingehalten hatte.

Für Mathias Grasediek war das Spiel auch ein Vorab-Geschenk zum 52. Geburtstag. Er verabschiedete sich von Ratingen aus in einem zweitägigen Holland-Kurzurlaub, feierte seinen Ehrentag im Nachbarland. Nur eine kurze Pause, und dann wieder Vollgas – am Nationalfeiertag kommt der Neusser HV und mithin trotz extrem durchwachsenen Starts eines der am besten besetzten Teams der Liga an die Mühlenstraße. Ein erster Heimsieg nach dem ersten Saisonerfolg würde der SGSH gut gefallen.

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