Gleich mehrere Lernprozesse für die HSG-Frauen

HSG-Vorstandssprecher Sören Miossec (rechts) verabschiedete Miriam Wortmann, Sabrina Jurka und Nora Beckmann aus dem HSG-Frauen-Landesligateam. - Foto: Krüger

Lüdenscheid - Das zweite Landesliga-Jahr brachte für die Handballerinnen der HSG Lüdenscheid ein Kontrastprogramm zur Saison 2012/13. Hatten die Blau-Gelben vor Jahresfrist als Aufsteigerinnen mit Platz vier in der Abschlusstabelle aufhorchen lassen, Heimsiege gegen die Spitzenteams der Klasse HSG Menden-Lendringsen II und RSV Eiserfeld gefeiert, sieht die aktuelle Spielzeit die Bergstädterinnen nur einen Rang über den Abstiegsplätzen.

Von Axel Krüger

Dabei war schon im Vorjahr der Klassenerhalt das vorrangige Ziel gewesen. Doch die erfrischenden Auftritte der jungen HSG-Mannschaft in der Bezirksliga-Saison 2011/12 und dann als Neuling in der Landesliga hatten die Spielerinnen zu Publikumslieblingen imBergstadt-Gymnasium werden lassen. Mehrere Samstagabend-Spiele waren für die von ihrem „eigenen“ Fanclub „Paderborner Handballfreunde“ unterstützten HSG-Damen die Belohnung. Doch die Leichtigkeit war dem Team abhanden gekommen.

Den Abgang von Torjägerin Michelle Pleuger zum Verbandsligisten Schwerte-Westhofen nahm Trainer Michael Kapp hin – viel mehr störte ihn die schwache Trainingsbeteiligung seiner Mannschaft, die mit vielen Studentinnen gespickt war und ist. Einem Start mit 3:1-Zählern folgte eine Serie von sechs Niederlagen in Folge. Nach der Pleite in Sprockhövel gab Kapp das Zepter ab, Christian Köster übernahm. Der ehemalige Oberliga-Spieler verordnete in der Winterpause, als auch die Studentinnen in Lüdenscheid weilten, ein verstärktes Fitnessprogramm im Sportstudio – und mit deutlich deutlich erhöhtem Tempo überrollten die HSG-Frauen Schlusslicht Sundern, Sundwig/Westig und Villigst/Ergste, punkteten zudem gegen Hohenlimburg – das reichte für den Klassenerhalt.

„Die Mannschaft hat einen starken Charakter gezeigt, um die Lage vom Anfang der Saison wieder gerade zu biegen“, meint Köster. Der Trainer stellt aber auch heraus, dass gleich mehrere Lernprozesse beim jungen Team abliefen: Einerseits mussten nach dem Pleuger-Abschied mehr Spielerinnen Verantwortung übernehmen. „Und mehr als eine Spielerin hat merken müssen, dass man mit 70, 80 Prozent nicht gewinnt“, fügt Christian Köster hinzu – in der Aufstiegssaison in der Bezirksliga hatten die Bergstädterinnen nur einen Minuspunkt verzeichnet, in der ersten Landesliga-Spielzeit wurden sie phasenweise von der eigenen Euphorie von Sieg zu Sieg getragen.

Umbruch zur neuen Spielzeit

Zur neuen Saison steht den HSG-Frauen ein Umbruch ins Haus: Sabrina Jurka hört mit dem Handballsport auf. Mit Miriam Wortmann und Nora Beckmann verlassen zwei weitere Akteurinnen der A-Jugend-Oberliga-Mannschaft der HSG von 2010/11 die Kreisstadt. Birte Hofmann (Auslandsaufenthalt) und Franziska Lukowski (Blockstudium) verpassen die Hinrunde, Dörte Klinker wechselt in den Betreuerstab, steht in Ausnahmefällen aber als Spielerin zur Verfügung.

Doch „frisches Blut“ steht in den Startlöchern: Aus dem eigenen Nachwuchs haben Akteurinnen wie Lorena Lange, Franziska Schmale & Co bereits Luft bei den Seniorinnen geschnuppert. Aber alle Jugendspielerinnen sollen Chancen erhalten, so Köster. Dazu will Alina Schmidt aus der eigenen „Zweiten“ den Sprung ins Landesligateam versuchen, aus Menden-Lendringsen und Schalksmühle-Halver kommen mit Darline Seckelmann und Cataly Ott zwei Rückraumspielerinnen.

Für sie und die anderen Aktiven kündigt Christian Köster eine harte Vorbereitung an, die im Juni beginnt. Denn der Trainer betont: „Nochmal so eine Saison wollen wir nicht.“

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