Munkel nun bei Mettmann-Sport

SGSH: Kein Denker und Lenker in Sicht

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Die SGSH sucht einen neuen Denker und Lenker für ihr Spiel.

Schalksmühle - In Mettmann ist vor ein paar Tagen ein Neuzugang beim Handball-Verbandsligisten Mettmann-Sport vorgestellt worden. Sein Name: Bastian Munkel. Der Polizei-Nationalspieler hatte im Oktober seinen Vertrag beim Handball-Drittligisten SG Schalksmühle-Halver aufgrund beruflicher Überlastung aufgelöst. Nun also wirft Munkel woanders Tore.

Für die SG Schalksmühle-Halver hat der Ex-Leichlinger zwischen August und Oktober nur ein paar Spiele gemacht. Es war nicht die Art der Zusammenarbeit, die sich beide Seiten vorgestellt hatten. Nach seinem beruflichen Wechsel von Köln nach Mettmann hatte der Polizist kaum mehr trainieren können. Die Trennung war eine logische. Und doch fehlt der SGSH Munkel dieser Tage – oder zumindest ein vergleichbarer Handballer.

Einer, der in der Lage ist, ein Team zu führen, dem Spiel Struktur zu geben. Am Samstag gegen Leichlingen krankte das Spiel daran, dass diese Struktur fehlte. In der Rückraum-Mitte tauchten Malte Müller, Florian Diehl und Max Büchel abwechselnd auf. Sie alle haben ihre Talente, und keiner machte seine Sache schlecht. Max Büchel fand hier und da sehenswert Dominic Luciano am Kreis. Florian Diehl und Malte Müller haben ihre Stärken eher, wenn sie selbst Gefahr und Tempo entwickeln können.

Der Blick fürs Ganze aber gepaart mit jener Autorität im Team, die die Nebenleute dorthin laufen lässt, wohin es das Spielkonzept vorgibt – ihn hat keiner aus dem Trio. So spielt Bastian Munkel in Mettmann, Christian Feldmann spielt in dieser Saison gar nicht mehr, und für die Struktur des SGSH-Spiels heißt das mittelfristig nichts Gutes. „Jeder entwickelt im Spiel seine eigenen Ideen“, sagt Mathias Grasediek, der nach dem Samstagabend sichtlich enttäuscht war vom Auftritt seiner Mannschaft gegen einen Tabellendritten aus Leichlingen, jenem knappen und unnötigen 29:30 an der Mühlenstraße.

„Vielleicht war es der drohende Ausfall von Lutz Weßeling, der dem Team den Glauben an die eigene Chance geraubt hat“, fahndete der Trainer nach Ursachen für den 45 Minuten lang so fehlerhaften Auftritt ohne jedes Zutrauen in die eigenen Stärken. Enttäuschend war der Abend vielleicht sogar im ursprünglichsten Sinne des Wortes. Weil die allgemeine Annahme, ein so stark aufgestelltes SGSH-Team in der neuen Saison zu haben, eine Täuschung gewesen sein könnte.

"Schlechter aufgestellt als vor einem Jahr"

Ohne das Stammpersonal auf zwei Positionen (Feldmann und Munkel in der Rückraum-Mitte, Merhar und Fleischhauer auf Linksaußen), mit Kräften, die ihre Fähigkeiten noch kaum (Eskericic) oder nicht mehr (Wardzinski) entfalten, zudem mit einem Torwartgespann Formella/Plessers, das in Summe eine schwächere Saison spielt als vor einem Jahr das Duo Formella/Skabeikis hat die SGSH ein Problem. Erst recht mit der schlimmen Verletzungsmisere, die sich durch die Saison zieht.

„So sind wir nicht besser aufgestellt als vor einem Jahr, eher schlechter“, sagt Grasediek. Zu allem Überfluss ist die Unruhe im Verhältnis zwischen Vorstand und Trainerduo eine weitere Hypothek. Am Samstag geht es nun nach Fredenbeck zum Primus. Dort kann das Team nur positiv überraschen. Es ist ein Spiel ohne jeden Druck. Aber übers Fredenbeck-Spiel hinaus muss der Blick in die kurzfristige Zukunft gemessen am Tabellenbild und an dem, was die SGSH am Samstag gezeigt hat, ein sorgenvoller sein.

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