Hahn und Co. zum Trotz: SGSH verpasst den Weckruf

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„Falsche Schuss-Entscheidungen“ von Julian Mayer (Mitte) und Co. trugen nach den Worten von Trainer Mathias Grasediek einen Großteil dazu bei, dass die SGSH in Bremen unterlag.

Schalksmühle - Mathias Grasediek atmete nach den 60 Minuten in der Bremer Hinni-Schwenker-Halle erst einmal in der steifen Brise durch, die vom Weserwehr her über den Deich wehte. Beim Tabellenletzten ATSV Habenhausen hatte Grasedieks SG Schalksmühle-Halver gerade 23:25 verloren – ein doppelter Punktverlust, der dem Trainer wehtat.

Schon im Vorfeld des vorletzten Spiels der Hinrunde in der 3. Handball-Bundesliga hatte Mathias Grasediek gewarnt, dass auch das Schlusslicht, das vor der Partie erst zwei Pluspunkte auf dem Konto hatte, nicht „im Vorbeigehen“ zu besiegen sein würde. Die Botschaft kam allerdings beim ersatzgeschwächten Team nicht an: Nach der Wahrnehmung des Diplom-Sportlehrers hatten die Rot-Weißen beim Warmmachen nicht das nötige Feuer gezeigt, so, als hätten sie den Weckruf des Hahns – einem der Bremer Stadtmusikanten aus dem Märchen – nicht gehört.

Schalksmühle-Halver also noch wie Stadtmusikantin Nummer zwei – die Katze – auf Kuschel-und-Räkel-Kurs, Habenhausen dagegen zeigte Biss wie der dritte tierische Musikant – der Hund.

Grasedieks Gegenüber Lars Müller-Dormann war jedenfalls zufrieden mit dem Ineinandergreifen seiner 6:0-Abwehr-Formation, aus der Kreisläufer Marcel Fischer manchmal als verkappter Positionsverteidiger gegen Lutz Weßeling ausscherte.

Die SGSH verliert beim Schlusslicht in Habenhausen

Der ATSV Habenhausen absolviere zwar vier Trainingseinheiten in der Woche, aufgrund beruflicher Verpflichtungen („Bei uns gibt es nicht einen Cent Entschädigung“) sei das Team aber selten komplett – entsprechend schwer sei es für die Hanseaten, Defensiv-Formationen einzuüben.

Kreisläufer-„Zwerg“ Fischer behauptet sich

Gegen die SGSH war die Bremer Abwehr um Mattes Helbig, Yannik Schäfer und die Wähmann-Brüder aber gut eingestellt. Zudem agierte auch die Offensive der Gastgeber effektiver als die der Gäste: Kreisläufer Marcel Fischer wurde gegen die zwei Köpfe größeren Maciej Dmytruszynski und Dominic Luciano immer wieder per Bodenpass gesucht, war nur ganz schwer vom Ball zu trennen.

Kein Verständnis hatte Grasediek allerdings für die Lücken im Innenblock der SGSH: „Das ging los mit einfachen Bällen über die Halbpositionen, wo Dominic Luciano viermal hintereinander pennt.“

„Selbst erledigt“ mit „falschen Schuss-Entscheidungen“

„Falsche Schuss-Entscheidungen“ im Angriff taten ein Übriges. „Wenn ein bisschen Motivation und Pep aufkamen, dann haben wir uns immer selbst erledigt durch ganz einfache Fehler“, klagte Grasediek. „Den entscheidenden Ball schießen wir mittig dem Torwart auf den Bauch. Es wäre mehr drin gewesen mit etwas Glück im Abschluss, aber auch mit etwas mehr Cleverness“, kommentierte er die letzte Chance seiner Sieben, als Lutz Weßeling beim Stand von 23:25 den schnellen Abschluss suchte – und auch suchen musste. Der Ball landete bei ATSV-Zerberus Olaf Abshagen – und Mathias Grasediek dürfte sich gefühlt haben, als hätte er auch noch mit Stadtmusikant Nummer vier Bekanntschaft gemacht. Als hätte ihm nämlich der Esel einen kräftigen Tritt verpasst.

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