Das Derby-Feuer lodert an der Mühlenstraße

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Im Turnierspiel in Hagen kam auch SGSH-Kreisläufer Malte Müller gegen die Hagener Abwehr um Dirk van Walsem (rechts) zum Zuge. Ob das heute Abend wieder so sein wird? Die SGSH will den Favoriten jedenfalls kräftig ärgern.

SCHALKSMÜHLE - Die neue Spielzeit steht vor der Tür. Zeit, um ein Versprechen einzulösen: „Jetzt kommt Feuer in die 3. Liga“, hat die SG Schalksmühle-Halver nach dem Oberliga-Titelgewinn versprochen. Und die Spieltechniker haben der SGSH dafür direkt das feurigste aller möglichen Auftaktspiele geschenkt: Ein Heimspiel gegen den VfL Eintracht Hagen (Samstag, 19.30 Uhr, Mühlenstraße).

Und nun? Weiß man das Geschenk bei der SGSH gar nicht so recht zu schätzen. „Es wäre beiden wohl nicht so unrecht gewesen, wenn man erst zwei, drei andere Spiele gehabt hätte, um reinzukommen“, sagt SGSH-Trainer Mathias Grasediek, „schließlich ist es für beide ein absolutes Highlight. Ein emotionsgeladenes Derby. Auch wenn wir auf dem Weg der Hagener wohl eher ein kleiner Stolperstein sind.“

Das klingt ein wenig nach Understatement auf Seite der Gastgeber. Beim Turnier in Hagen hat die SGSH den Favoriten mit einem Rumpfteam schon mächtig geärgert. Ob dies wieder gelingt, mag vielleicht auch davon abhängen, wie komplett die SGSH in die Partie gehen kann.

„Bei mir reicht es nur für Mathe Grundkurs – aber das ist eine Rechnung mit sechs Unbekannten“, sagt Grasediek, „wir werden auf jeden Fall eine Stunde vor dem Spiel den Spielbericht noch nicht komplett ausfüllen können.“ Dass alle Spieler heiß sind auf die Liga, das Derby und den Saisonstart – geschenkt. Alle wollen spielen, aber ob es bei allen sinnvoll ist, das ist die Frage. Gebangt werden muss um Dmytruszynski und Krüger (beide verletzt). Bei den beiden Langzeitverletzten sieht es bei Feldmann besser aus als bei Buff. „Buff nur im Notfall, wenn sich noch jemand verletzen sollte, sonst riskieren wir nichts“, sagt Grasediek, „und auch bei Christian müssen wir erst einmal sehen, ob es geht.“ Florian Diehl musste zudem im Training passen – eine starke Erkältung war schuld.

In Hagen fiel zuletzt mit Marius Kraus der zweitbeste Torjäger der vergangenen Drittliga-Saison (229 Tore) aufgrund einer Bänderverletzung aus. Ob es für den Meinerzhagener schon wieder reicht? Erstklassig besetzt ist die rechte Außenbahn allerdings ohnehin doppelt – als Ersatz steht der Erstliga erfahrene Frank Berblinger bereit. Lars Hepp zeigt reichlich Respekt vor der SGSH. „Eine Mannschaft, die nicht im Ansatz Probleme bekommen wird“, sagt Hepp.

Gleichwohl weist die Papierform dem Gast die Favoritenrolle zu. Das muss im Derby aber nicht immer sehr viel heißen. Für die SGSH ist es in Teilen sogar angenehm. Sie hat nichts zu verlieren, kann andererseits aber unheimlich viel gewinnen in diesem Auftaktmatch. Wobei das gesamte Startprogramm dem Trainer nicht wirklich behagt.

„Wir wollen uns erst einmal in der Liga etablieren, aber das Startprogramm ist für einen Aufsteiger sehr, sehr schwer“, sagt Grasediek, „so ist das Minimalziel, vernünftig in die Saison zu kommen und jede noch so kleine Chance zu nutzen, um zu punkten.“ Am liebsten direkt gegen den Nachbarn. Aus Erfahrung weiß man: Auch über kleine Steine ist schon so mancher böse gestolpert.

Thomas Machatzke

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