SGSH will an der Nordsee Punkte angeln

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Blickrichtung Nordsee (von links): Bastian Munkel, Mathias Grasediek, Malte Müller und Moritz Eigenbrodt sind am Sonntag mit der SGSH bei der HSG Varel-Friesland zu Gast.

Schalksmühle - Der 4. Spieltag in der 3. Liga West der Handballer hält für die SGSH die erste Nordtour der Saison bereit: Um 17 Uhr ist das Grasediek-Team am Sonntag bei der HSG Varel-Friesland zu Gast.

Am 3. Oktober ist sie zwei Jahre her, die erste Nordtour der SG Schalksmühle-Halver in der Drittklassigkeit. Am Nationalfeiertag 2013 fiel die SGSH mit mehreren Bussen im Vareler Stadtteil Altjührden in Friesland ein – als Underdog und am Ende 27:23 siegreich. Wenn man so will, ist die Bilanz der SGSH in Varel seitdem eine makellose. Das soll so bleiben.

„Wir fahren nicht nach Varel, um Schadensbegrenzung zu betreiben oder so was, wir wollen Punkte mitbringen“, sagt SGSH-Trainer Mathias Grasediek vor dem Drittliga-Gastspiel seines Teams am Sonntag um 17 Uhr in der Manfred-Schmidt-Sporthalle, die früher einmal Pfeilerhalle hieß und 1200 Zuschauer fasst. Modern ist die nach dem langjährigen Mäzen, einem Möbelfabrikanten, benannte Sportstätte nicht, aber 20 Jahre lang hat dort Zweitliga-Handball stattgefunden. Spätere Nationalspieler wie Jan Fegter und Johannes Bitter sind hier noch ein bisschen größer geworden auf dem Sprung nach ganz oben. Und das ist ja auch was, auf das man stolz sein darf, wenn die Gegenwart eine doch eher triste ist.

In Varel nämlich war in diesem Jahr vieles vage. Der Verein hatte auf einmal keinen Vorstand mehr, die Zukunft war lange Zeit ungewiss. Doch das ist inzwischen geklärt. Es geht weiter in Friesland, und es geht wohl auch wieder gegen den Abstieg – wie in der Nordstaffel in der Vorsaison. Große Sprünge sind nicht drin.

So wäre die SGSH gegen einen Gegner der Varel-Kategorie der Favorit, wenn sie denn komplett wäre. Ist sie aber nicht (siehe Info-Kasten ‘ ). „Eigentlich ist nichts besser geworden – außer, dass Tobias Fleischhauer wieder dabei ist“, sagt Grasediek und berichtet von Trainingseinheiten mit acht Feldspielern. Auch Maciej Dmytruszynski wurde da geschont – der 35-jährige Pole braucht seine ganze Kraft für die Wochenenden, an denen ja nun sehr viel mehr auf ihm lastet, als es geplant war. Rückkehrer Fleischhauer wird auch dringend benötigt, denn auf der linken Außenseite ist Natko Merhar angeschlagen, wird Entlastung brauchen.

Viel Respekt vor der Abwehrreihe der HSG

„Wenn wir das aufs Parkett bekommen, was möglich ist, dann können wir in Varel gewinnen“, sagt Mathias Grasediek trotzdem im Brustton der Überzeugung. Wobei der Respekt gerade vor der Defensiv-Abteilung der Gastgeber riesig ist. „Abwehr ist ihr Ding“, sagt Grasediek, „da erwartet uns eine richtig harte Defensiv-Reihe. Es wird nicht leicht, Tore zu werfen. Deshalb wird es auch ganz wichtig sein, ein gutes Rücklaufverhalten zu zeigen.“ Die HSG Varel kann eine 6:0-Abwehr, zuletzt beim Sieg in Habenhausen allerdings deckte die HSG im 3:2:1-Format vor dem Torwart, der André Seefeldt heißt und eine Art Seebär ist. Ein Zwei-Meter-Mann, bei dem der Werfer schon mal etwas genauer nach freien Flächen im Tor suchen muss. Seefeldt machte der SGSH schon vor zwei Jahren Probleme, trotzdem reichte es seinerzeit irgendwie für den Gast. Mit begeisterten Fans im Rücken und viel Teamgeist und Enthusiasmus.

Ob es diesmal wieder klappt? Grasediek erwartet zwei entscheidende Faktoren. „Zum einen müssen wir unsere Aufgaben erfüllen – und zwar konstant über 60 Minuten“, sagt er, „und dann wird es sicher auch eine Rolle spielen, wie die Schiedsrichter mit Härte umgehen.“ Grasediek wäre es da gewiss recht, wenn nicht zu viel erlaubt würde. Das würde eher dem Staszewski-Team in die Karten spielen. Wie dem auch sei: Um 10 Uhr beginnt der Nordtripp am Sonntag für die SGSH. Es ist nicht mehr der erste der Vereinshistorie, aber der erste der Saison. Ein Erfolgserlebnis am Jadebusen wäre Balsam für die nach 1:5-Punkten geschundene SGSH-Seele.

HSG Varel ohne Oliver Staszewski

Bei der SGSH fehlen weiterhin die verletzten Weßeling, Diehl, Eskericic, Ruskov und Jansen. Merhar ist angeschlagen. Die Gastgeber gehen unter Trainer Andrzej Staszewski, der eine hohe Meinung von der SGSH hat, mit einer nur leicht veränderten Mannschaft zur Vorsaison ins Rennen. Neu im Kader sind Tom Wiedenmann (HC Bremen), Kevin Straten (eigene Reserve), Ngadnjim Xhafolli (SG Achim/Baden) und Malvin Sebastian Patzack (HB Dudelange). Fehlen wird am Sonntag Trainersohn und Leistungsträger Oliver Staszewski (Schulterprobleme).

HSG: Seefeldt, Stasch, Legler – Mikeci, Libergs, Patzack, T. Wiedenmann, Straten, H. Janßen, Schinnerer, J.D. Janssen, M. Wiedenmann, Langer, Xhafolli
SGSH: Formella, Plessers – Feldmann, Büchel, Munkel, Eigenbrodt, Dmytruszynski, Mayer, Müller, Wardzinski, Luciano, Merhar, Fleischhauer

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