RSV Eiserfeld und Netphener Frauen holen den Kreispokal

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Jubel pur beim Außenseiter: Landesliga-Meister TVE Netphen besiegte am Sonntag überraschend den Oberligisten TuS Drolshagen im Pokalfinale der Frauen.

Schalksmühle - Ein Favoritensieg und viele starke Außenseiter: Der Final-Four-Wettbewerb im Handballkreis Lenne-Sieg geizte am Sonntag in der Schalksmühler Sporthalle Löh nicht mit Überraschungen. Allenfalls den Sieg des RSV Eiserfeld hatten Experten im Vorfeld auf dem Zettel. Positiv überraschten dagegen die vermeintlichen „Underdogs“ TuS Plettenberg, TuS Grünenbaum und der TVE Netphen bei den Frauen. Für die SGSH III und die Oberliga-Damen des TuS Drolshagen verlief der Tag hingegen so gar nicht nach Wunsch.

Von Axel Meyrich

1. Halbfinale, Männer: SGSH III – TuS Plettenberg 29:31 (17:15):  Echte Überraschung gleich im ersten Hablfinale: Nach zwei glatten Niederlagen in der Meisterschaft setzte sich der TuS Plettenberg gegen Gastgeber SGSH III durch. Beide Mannschaften legten vom Start weg ein hohes Tempo vor, vergaßen dabei allerdings geflissentlich elementare Dinge wie Abwehrarbeit und Minimierung technischer Fehler. So entwickelte sich eine über weite Strecke ausgeglichene Partie, die im Plettenberger Rückraum-Duo Schydlo/Winkelsträter sowie ihrem SGSH-Pendant Cisczewicz/Fritz die prägenden Kräfte besaß. Beim 9:7 (Ondrej, 16.) lag die SGSH erstmals zwei Treffer vorne, kurze Zeit später waren es drei (Kahlert, 12:9, 23.). Bis 28:26 hielt die Führung der Gastgeber, doch der kampfstarke Plettenberg gab zu keinem Zeitpunkt auf. Esser von Linksaußen und Winkelsträter mit effizienten 1-gegen-1-Aktionen drehten die Partie noch, nachdem sich die Luciano-Sieben vor allem von der Rechtsaußenposition (Kahlert) nach guter erster Halbzeit nun reihenweise Fehlwürfe leistete und in den entscheidenden Momenten kollektiv viel zu fahrig und fehlerbehaftet agierte, um sich zumindest noch in die Verlängerung zu retten.

SGSH: Buyna (1.-22.), Engels (30.-51.), Wernscheid (22.-30., 51.-60.) - Wischnewski, Fritz (5/1), Landwehr (2), Wiggershaus (4/4), L. Kückelhaus, Lux (1), Weichelt (1), Kahlert (6), Cisczewicz (8), Ondrej (2), Faust

TuS: Schäfer (1.-30.), Riedel (13.-60.) - Esser (7), Hoppe, Gatermann (3/1), Dunkel (2), Lux (2), Schydlo (7), Böckel (2), Ritthaler, Rose (1), Winkelsträter (8)

Schiedsrichter: Rusch/Herberholt (Attendorn)

Zeitstrafen: SGSH 1, TuS 6

2. Halbfinale, Männer: RSV Eiserfeld – TuS Grünenbaum 30:21 (14:10):  Am Ende hatte der Favorit zwar deutlich die Nase vorne, doch Kreisligist TuS Grünenbaum durfte hoch erhobenen Hauptes die stickige Halle verlassen. Bis zur 40. Minute hatte die Mannschaft von Frank Körbi den Siegerländern sehr gut Paroli geboten. 17:15 hieß es zu diesem Zeitpunkt – ein Resultat, das vornehmlich drei Väter hatte. Alex Barton hielt im TuS-Tor ganz stark, Pascal Binder führte klug Regie, ohne seine Torgefahr zu vernachlässigen, und auch der Ungar Laslo Koncz überzeugte sowohl von Linksaußen als auch mit Schlagwürfen aus der Rückraummitte. Sicherlich: Als vornemlich Eiserfelds Linkshänder Steffen Hauschild offensiv das Tempo anzog, musste Grünenbaum abreißen lassen, dennoch durfte der TuS den Tag unter der Rubrik „gelungen“ verbuchen. Für die Attendorner Referees Rusch/Herberholt galt das nicht. Sie zeigten in beiden Semifinals eine schwache Leistung.

RSV: Eckhardt, Gudmundsson (n.e.), Stein – Daub, Grujijic (3), Ulrichs (3), Nies (5), Hauschild (7), Berndshausen (5), Steinebach (2), Schrey (1), Sonntag, Fuhrmann (4)

TuS: Barton – Koncz (6/1), Gehrke (6), Schulte, Wiemann, Lüttringhaus (3/3), vom Hofe, Brosch (1), Körbi (1), Seibel, Binder (4)

Schiedsrichter: Rusch/Herberholt (Attendorn)

Zeitstrafen: RSV 5 plus rote Karte gegen Stein (40.) wegen Schiedsrichterbeleidigung, TuS 3 plus rote Karte gegen Lüttringhaus (33.) wegen groben Foulspiels

Handball-Kreispokal: "Final Four" in Schalksmühle

Fin ale, Männer: TuS Plettenberg – RSV Eiserfeld 22:38 (11:17):  In der Anfangsviertelstunde bestätigte der krasse Außenseiter aus der Vier-Täler-Stadt, dass sein Finaleinzug kein Zufall war: Plettenberg spielte engagiert, führte nicht einmal unverdient gegen lax deckende Eiserfelder mit 7:5. In der Folge wurde es aber dann rasch eindeutig. Der RSV kam übers Tempo, hatte ab Halbzeit zwei mit Rückraumschütze Frieder Krause sogar noch eine frische Alternative zur Verfügung, während der TuS auf dem Zahnfleisch kroch. So wurde die Partie, in der die Schiedsrichterinnen Hakenesch/Schweisfurth nicht eine Zeitstrafe aussprechen mussten, zu einer sehr deutlichen Angelegenheit.

TuS: Schäfer (1.-30., 46.-60.), Riedel (31.-60.) – Esser (4), Hoppe (2), Gatermann, Dunkel (1), Lux, Schydlo (4), Böckel (2), Ritthaler, Rose (1), Winkelsträter (8)

RSV: Dickel (1.-40.), Eckhardt (40.-60.), Gudmundsson (n.e.) – Daub (5), Grujijic (4), Ulrichs (1), Nies (5), Hauschild (5), Berndshausen, Steinebach (4), Schrey (3), Sonntag (1), Fuhrmann (5), F. Krause (5)

Schiedsrichterinnen: Schweisfurth/Hakenesch (Netphen/Sundern)

Zeitstrafen: TuS 0, RSV 0

Finale, Frauen: TuS Drolshagen – TVE Netphen 31:35 n. V. (11:13, 28:28):  Hochdramatisches Frauen-Finale am Löh: Nachdem Landesliga-Meister TVE Netphen in der zweiten Hälfte der regulären Spielzeit lange Zeit wie der Sieger ausgesehen hatte, erzwang der favorisierte Oberligist TuS Drolshagen mit einer fulminanten Schlussphase die Verlängerung. Hier aber hatte der TVE den längeren Atem und machte durch Treffer von Solbach (2), Sturm (2) und H. Kania alles klar. Aber der Reihe nach: In den 70 Minuten zuvor hatten sich beide Teams eine sehenswerte Auseinandersetzung, die allerdings auch mit Haken und Ösen versehen war, geliefert. Die Unparteiischen Blumberg/Pielhau ließen sich von der bisweilen hitzigen Atmosphäre auf dem Feld und den Rängen nicht aus der Ruhe bringen, schaukelten die Partie sicher über die Runden, mussten sich allerdings vor allem vom Drolshagener Anhang ein ums andere Mal lautstark beschimpfen lassen. Zu Unrecht im übrigen...

Beim 27:23 (56.) hatte Netphen – auch dank der wesentlich breiter besetzten Bank – schon eine Hand am Pokal, doch eine Zeitstrafe gegen Top-Torschützin Hannah Kania und drei schnelle TuS-Treffer durch Schwarzelmüller (2) und Kakuschki bescherten den rund 100 Zuschauern noch eine Verlängerung mit dem besseren Ende für den klassentieferen Gast, der den unerwarteten Erfolg entsprechend losgelöst feierte.

TuS: Bachmann, Schulte (bei zwei 7m) – Luft (2), Klonek (13/8), Kakuschki (5), Röben (2), Sartor (6), Schwarzelmüller (3), A. Ickler

TVE: Schweisfurth (1.-22., 45.-60.), Frank (30.-45.), Groß (22.-30) – Welsch (2), M. Kania (1), Immel (2), H. Kania (9), Euler, Runge (4), Tauras, Pourazari, Sturm (12/8), Solbach (5)

Schiedsrichter: Blumberg/Pielhau (Schalksmühle/Lüdenscheid)

Zeitstrafen: TuS 2, TVE 4

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