Handball, 3. Liga Nord-West

SGSH Dragons scheitern im Derby an Tausendsassa Nils Dresrüsse

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Starke Abwehrleistung, aber im Angriff auch nur mit einem Tor gegen den starken Dresrüsse: Florian Diehl.

Hagen – Eine ausverkaufte Krollmann-Arena und ein verdienter Sieg der Gastgeber: Im Spitzenspiel-Derby der 3. Liga Nord-West zwischen dem VfL Eintracht Hagen und den SGSH Dragons setzte sich die Kriebel-Sieben am Freitagabend 27:22 (10:10) durch. Die Hagener übernahmen damit zumindest bis zum Samstagabend die Tabellenspitze.

Die Gäste aus Halver und Schalksmühle durften sich am Ende durchaus grämen. So verdient sie nach der zweiten Hälfte als zweiter Sieger dastanden, so sehr hatten sie es in der ersten Halbzeit versäumt, aus ihren Vorteilen zählbar Kapital zu schlagen. 30 Minuten lang war die Eintracht nämlich nicht aufgetreten wie ein Spitzenteam. Zu wenig Tempo und Zug im Angriff, keine zündende Spielidee – gerade offensiv war das, was der Zweitliga-Absteiger anbot, keine Offenbarung. 

Anders zunächst die Dragunski-Mannen: In Sachen Entschlossenheit waren sie dem Gastgeber ein gutes Stück voraus. Defensiv ohnehin, wo Florian Diehl ein kampfbereites Ensemble anführte. Offensiv auch – allerdings ließen die Dragons dabei viel zu viele Chancen aus. Oder aber, aus dem anderen Blickwinkel, Nils Dresrüsse blieb viel zu oft Sieger gegen Klasmann, Diehl, Geitmann & Co. Einzige Ausnahme bei den Gästen war im Abschluss Fabian Hecker, der den Komponenten Entschlossenheit und Wucht auch noch die nötige Präzision im Abschluss beifügte. 

Starke erste Abwehrhalbzeit der Gäste: Tobias Schetters (Mitte) und Kai Bekston (links) gegen die Hagener Tilman Pröhl (Zweiter von links) und Valentin Schmidt (rechts).

Nils Dresrüsse jedenfalls hatten es die Gastgeber zu verdanken, dass es zur Pause 10:10 stand. Gerade in der zweiten Viertelstunde waren die Hausherren zumeist einem Rückstand hinterhergelaufen. Dass das 10:10 direkt vor dem Wechsel Jan-Lars Gaubatz gelang, war auch durchaus bezeichnend – der Linkshänder hatte zunächst auf der Bank gesessen, kam gerade zurück aus einer Verletzungspause. Trotzdem sollte er an diesem Abend einer sein, der den Unterschied ausmachte. 

10:10 zur Pause – alles auf Anfang. Und tatsächlich kam eine andere Eintracht aus der Kabine. Mehr Tempo im Angriff, mehr Konsequenz beim Nutzen der sich bietenden Chancen. Ein starker Brand für einen vorher schwachen Kister, und natürlich weiterhin Dresrüsse und Gaubatz und der schnelle Außen Lux. Das waren Steine im Hagener Erfolgsmosaik. 

Derby-Leidenschaft: Hans-Peter Müller und Mark Dragunski auf der SGSH-Bank.

Die Dragons gerieten schnell 10:12 und 12:15 in Rückstand (36.) und zeigten sich beeindruckt. Die Defensive fand nun nicht mehr die Stabilität der ersten Hälfte. Der Torhüterwechsel, der nach ordentlicher erster Hälfte von Julian Borchert mit der Hoffnung verbunden war, Ante Vukas würde seine Leistung noch toppen, zeigte nicht die erzielte Wirkung. Auch später der Versuch mit Brüning für Hüller in der Rückraummitte brachte keine Wende. Dazu kam, dass die Gäste nun Christopher Klasmann, der Wadenprobleme hatte, nur noch sporadisch brachten. 

Sicherer Siebenmeterschütze: Maximilian Lux lässt hier Julian Borchert keine Chance.

Das Spiel hatte spätestens beim 22:17 (50., Lux) eine klare Richtung. Diese Richtung änderte sich auch durch zwei Auszeiten der Gäste, eine einfache und später eine doppelte Manndeckung nicht mehr. Die Eintracht steuerte einem ungefährdeten 27:22-Endstand entgegen. Das ging in Ordnung und entließ den Gast doch mit einem Gefühl ins Wochenende, dass in diesem Derby womöglich ein bisschen mehr drin war. 

Die Statistik zum Spiel

VfL Eintracht: Nils Dresrüsse, Tobias Mahncke (bei zwei Siebenmetern) – Maximilian Lux (8/3), Jan-Lars Gaubatz (5), Tilman Pröhl (4), Daniel Mestrum (3), Tim Brand (2), Valentin Schmidt (2), Lukas Kister (2), Kim Voss-Fels (1), Tom Bergner, Damian Toromanovic (n.e.), Theo Bürgin (n.e.), Tim Stefan (n.e.), Jaap Beemsterboer (n.e.)
SGSH Dragons: Julian Borchert, Ante Vukas (31.-50.) – Tobias Schetters (6), Fabian Hecker (5), Christopher Klasmann (3/2), Cedric Geitmann (2), Lukas Hüller (2), Moritz Frenzel (2/2), Steffen Prior (1), Florian Diehl (1), Alexandre Brüning, Dragan Tubic, Kai Bekston, Natko Merhar, David Bleckmann (n.e.)
Schiedsrichter: Maximilian Engeln und Felix Schmitz (Bergische Panther)
Zeitstrafen: Eintracht 4, SGSH 2
Siebenmeter: Eintracht 3/4 (verworfen: Lux), SGSH 3/4 (verworfen: Frenzel)

Zuschauer: 1400 (ausverkauft)

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