Vereine und Ligen wechseln, der Trainer bleibt

+
Mehr als 19 Jahre Trainer am Löh: Mathias Grasediek.

Schalksmühle - Es war im Sommer 1996, und die Entscheidung dauerte bemerkenswerte drei Sekunden. „Wir suchten kurzfristig vier Wochen vor der Saison einen neuen Trainer“, erinnert sich der damalige Schalksmühler Handballchef Heino Rutenbeck, „ich hatte die Idee, Mathias Grasediek zu fragen. Soll ich extern auf die Suche gehen oder bekommen wir das intern gelöst, habe ich ihn gefragt. Nach drei Sekunden hat er gesagt: Das kriegen wir intern hin...“

Im Sommer 2016 wären die 20 Trainerjahre am Löh voll gewesen für Mathias Grasediek. Die Namen der Vereine wechselten – Schalksmühler TV, dann HSG Schalksmühle, schließlich SG Schalksmühle-Halver. Der Name des Trainers blieb, eine Konstante im Handball-Leben der Volmegemeinde. Grasediek legte 1996 einen Traumstart hin, Regionalliga-Halbzeitmeister – das hatte es nicht einmal unter Peter Hattig gegeben.

Es folgten Play-Off-Teilnahmen, dann aber auch die Erklärung des STV, die 2. Bundesliga sei eine Nummer zu groß und kein Thema für den Verein. Der Anfang vom Ende für den STV – in der Saison 1999/2000 folgten das finanzielle Aus, der Abstieg in die Oberliga, der Neubeginn unter dem Namen HSG Schalksmühle mit dem Kooperationspartner TuS Stöcken. Grasediek baute eine neue Mannschaft auf um seinen langjährigen Weggefährten Carsten Lueg, der als Spielmacher seine rechte Hand auf dem Parkett wurde. So wehrte die neue HSG auch den Angriff des in dieser Zeit so gut aufgestellten Nachbarn HSG Lüdenscheid ab, blieb unter schwierigen Bedingungen Marktführer im Altkreis Lüdenscheid.

Aus der HSG wurde dann nach der Fusion mit der SG Halver-Oeckinghausen die neue SGSH, die wieder mehr Möglichkeiten zu haben schien. In der Oberliga folgten aber erst einmal bittere Derby-Niederlagen gegen den Emporkömmling TuS Linscheid-Heedfeld, im Jahr 2005 dann aber die Rückkehr in die Drittklassigkeit. Grasediek hatte in fünf Jahren ein Erfolgsteam geformt, das auch in der Regionalliga eine gute Rolle spielte. Die Play-Offs gab es nicht mehr, aber attraktiv war diese Klasse – und sie war für die SGSH eine Klasse im Zeichen des Abstiegskampfes.

Rutenbeck: "Halte es von der Sache her für einen Fehler"

In den folgenden zehn Jahren stieg der Verein zweimal wieder ab in die Oberliga Westfalen – und schaffte zweimal die Rückkehr in die Spielklasse, die zwischendurch den Namen wechselte, nun 3. Liga West hieß und sogar über die Grenzen NRWs hinausging. Der Name des Trainers am Löh aber blieb der alte: Mathias Grasediek überlebte auch den zweiten und den dritten sportlichen Abstieg am Löh und durfte danach immer wieder neue Erfolge feiern.

„Ich hätte es Mathias von Herzen gegönnt, die 20 Jahre im Sommer 2016 vollzumachen“, sagt Heino Rutenbeck, „aber das soll wohl nicht so sein.“ Er hält kurz inne, dann ergänzt er: „Ich bin zwar nicht mehr so nah dran, aber von der Sache her halte ich es für einen Fehler...“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare