Handball: 3. Liga West

Abwehr- und heimstarke Überflieger

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Wer wird Meister in der 3. Liga West? Die SGSH Dragons (hier Fabian Hecker und Lukas Hüller) schenkten sich im Duell mit der HSG Krefeld (hier Marcel Görden) nichts – weder im direkten Aufeinandertreffen noch in der gesamten Hinserie. Beide Teams drückten der Halbserie ihren Stempel auf.

Schalksmühle - Als Ende August in der 3. Liga West die Saison begann, da begann sie für die HSG Krefeld (Niederlage in Spenge) und die SGSH Dragons (26:26 nach hoher Führung bei den Bergischen Panthern) mit kleinen Enttäuschungen.

Es sollte nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden bleiben: In der Folge sollten die Handballer vom Niederrhein und aus dem Sauerland trotz des Fehlstarts zu den dominierenden Mannschaften in der West-Staffel werden. Topfavorit Krefeld mit 28:2 Punkten Herbstmeister, die SGSH Dragons dahinter mit 25:5 Zählern schon ziemlich bequemer Tabellenzweiter –die Schützlinge von Ronny Rogawska und Stefan Neff haben der Hinserie ihren Stempel aufgedrückt. 

Mit einem ähnlichen und vergleichbaren Programmen (schwere Auswärtsspiele z.B. in Minden, Spenge oder bei den Bergischen Panthern, Heimsiege gegen den Tabellendritten aus Leichlingen) und damit ähnlich gelagerten Stolpersteinen, die nun bis Weihnachten und nach der WM-Pause in der Rückserie warten. Auch das Erfolgsgeheimnis bei den Eagles und den Dragons ist ein ähnliches: Die Topteams der Liga haben auch die die besten Abwehrreihen.

Die Krefelder mit 22,6 Gegentoren im Schnitt die beste Abwehr, die Dragons mit 24,2 Gegentoren im Schnitt die zweitbeste, übrigens nur noch knapp vor dem TuS Spenge, der nur vier Tore in 15 Spielen mehr kassiert hat als die Dragons. Überhaupt Spenge: Der Westfalenmeister ist der einzige Neuling, der Fuß gefasst hat in der 3. Liga West und als Tabellenvierter ein echter Lichtblick ist. Die Holtmann-Schützlinge, die in dieser Woche mit Christoph Harbert ihren ersten Neuzugang fürs nächste Jahr vorstellten, sind die positive Überraschung der Halbserie. 

Hinter den beiden Überfliegern Krefeld und SGSH Dragons (beide 16:0 Punkte in acht Heimspielen) weisen die Ostwestfalen auch die drittbeste Heimbilanz auf, haben viel Begeisterung im Umfeld und stets ausgezeichnete Zuschauerzahlen bei den Heimspielen. Eine Bereicherung für die Liga. Einen Rückschritt gemacht hat in der Hinserie der Spielzeit 2018/19 der Longericher SC. In Köln-Chorweiler hat man die Verluste (Trainer Stark, Spielmacher Richter) nicht kompensieren können. Der Weg der Kölner, der in den vergangenen Jahren stets nach oben führte, ist ins Stocken gekommen (Rang sieben). 

Nach den Abgängen zur 2. Bundesliga in den vergangenen beiden Jahren (Hagen, Neuss, Ferndorf, Dormagen), die qualitativ nicht adäquat ersetzt wurden in der West-Staffel, sind mit Krefeld, den Dragons und auch Leichlingen die nächsten Teams an der Spitze nachgerückt – nur der Vorjahresfünfte aus Longerich eben nicht. Am Ende des Klassements deutet vieles darauf hin, dass sich die SG Langenfeld, der MTV Großenheidorn und auch die HSG VTB Altjührden nach nur einem Jahr in der Drittklassigkeit wieder in Richtung Oberliga verabschieden könnten. 

Noch ist es viel zu früh, dass Trio der Neulinge abzuschreiben, fünf Zähler Rückstand zum rettenden Ufer sind indes schon eine ganze Menge. Abschließend ein Blick aufs Zahlenwerk der Hinrunde: Offiziell haben 48 129 Zuschauer die 120 Spiele gesehen, knapp 398 im Durchschnitt. Es hat 872 Zeitstrafen und 44 Rote Karte gegeben – in beiden Statistiken ist Kreisläufer Milan Weißbach aus Menden der „Spitzenreiter“ (22 Zeitstrafen, vier Rote Karten). 

In beiden Rubriken übrigens geben eindeutig die Kreisläufer den Ton an. Bei den Zeitstrafen folgen Jonas Stüber (Gummersbach II/19) und Justus Richtzenhain (Minden II/18) auf Rang zwei und drei, bei den Roten Karten Alexander Kübler (Leichlingen/3) und Philipp Dommermuth (Volmetal/3). Und noch ein Wert: Exakt 1000 Siebenmeter hat es in der Hinrunde gegeben, von denen nur 756 verwandelt wurden. Jeder vierte Siebenmeter in der 3. Liga West hat nicht den Weg ins Tor gefunden.

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