Handball, 3. Liga West

Guter SGSH-Auftritt in der "Hölle Nord"

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Hadern mit einer Siebenmeter-Entscheidung: Todor Ruskov und Florian Diehl.

Fredenbeck - Die Leistungssteigerung war signifikant, doch am Ende stand trotzdem die sechste Niederlage in Serie: 25:29 (11:13) unterlag Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver am Samstagabend vor 1000 Zuschauern in der Geestland-Halle beim Spitzenreiter VfL Fredenbeck.

Fünf Minuten und drei Sekunden war die Partie alt, als gerade ein Tor gefallen war (1:0, Steinscherer, Siebenmeter). Jonas Vonnahme suchte im Gegenstoß den Durchbruch - Maciej Dmytruszynski wollte ihn daran hindern, kam aber einen kleinen Moment zu spät. Der Ellbogen des SGSH-Abwehrchefs traf Vonnahme unglücklich und schmerzhaft am Kinn, die Halle tobte, und die Referees Dauben/Rohmer zeigte Dmytruszynski direkt die rote Karte - eine harte, aber vertretbare Entscheidung in einem Spiel, in dem die Referees ansonsten auf beiden Seiten häufig eher kuriose Entscheidungen trafen.

Das frühe Aus für Dmytruszynski bedingte das frühe Comeback von Todor Ruskov: Nach seinem Riss der Achillessehne im Juni wirkte der bulgarische Neuzugang erstmals überhaupt für die SGSH mit und machte im Abwehrzentrum einen richtig guten Job. Überhaupt war es ein Kräftemessen, das sehr von beiden Abwehrreihen geprägt wurde. Die Fredenbecker zeigten eine Woche nach der Schlappe beim Schlusslicht in Habenhausen mächtig viel Engagement und hatten in Edgars Kuksa auch wieder einen starken Keeper hinter der starken Abwehr.

Viel SGSH-Leidenschaft in der Defensive

Aber auch die SGSH zeigte viel Leidenschaft und ein ganz anderes Auftreten als vor Wochenfrist gegen Leichlingen. Lutz Weßeling warf dabei bis zur Pause nur die Siebenmeter, wurde daneben aufgrund seiner Grippe noch geschont. So musste die SGSH zwar für jedes Tor hart arbeiten und war mitunter auch anfällig übers starke VfL-Tempospiel, das vor allem immer wieder über den am Ende 14fachen Torschützen Jürgen Steinscherer lief. Insgesamt war es aber ein guter Auftritt, der mit einem 13:11 zur Pause belohnt wurde. Alles war drin im Gastspiel beim Spitzenreiter.

Nach der Pause gewannen die Schützlinge von Andreas Ott langsam die Oberhand. Nach dem 17:14 (42.) zogen die VfL-Handballer in der „Hölle Nord“, wie die Halle ehedem in Bundesliga-Zeiten genannt wurde, bis auf 20:14 davon (44.). Die SGSH zeigte aber eine tolle Moral und kam noch einmal in die Partie zurück. Das hing auch damit zusammen, das mit fortlaufender Spieldauer die Rückraum-Konzepte über Kreuzbewegungen und den Abschluss über Lutz Weßeling und Kristian Eskericic - mit Florian Diehl in der Spielmacher-Rolle - immer besser griffen. Vor allem Eskericic zeigte einen deutlichen Aufwärtstrend.

Schnuppern am Punktgewinn

Beim 22:19 (50.) schien wieder alles möglich, beim 26:21 (55., Kratzenberg) schien der Favorit erneut enteilt. Doch die SGSH kämpfte sich noch ein letztes Mal auf 26:24 heran (58.) und schnupperte bis zum 27:25 (58.) an einem Punktgewinn. Dazu fehlte aber der finale Ausreißer nach oben, vielleicht auch der eine oder andere günstige Pfiff. Am Ende bauten Vonnahme und der vor allem defensiv ganz starke Polasek das Ergebnis zum 29:25-Endstand aus. Das war unterm Strich verdient, die SGSH aber hatte sich auf der weitesten Reise der Saison gut verkauft, sogar sehr gut. Ein Auftritt, der Hoffnung für die wichtigen nächsten Wochen macht.

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