Größte Hoffnung bei Florian Diehl

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Gute Partie in Varel: Malte Müller.

Schalksmühle - Die Blicke, sie waren leer nach den 60 Minuten im Vareler Stadtteil Altjührden. Bei Maciej Dmytruszynski, bei Dominic Luciano, auch bei Malte Müller. 23:25 - wieder gekämpft, wieder verloren. Und mit 1:7-Zählern nun nach vier Spieltagen auf einem Abstiegsplatz. Die SG Schalksmühle-Halver ist in der 3. Liga West eine der größten Überraschungen der ersten vier Spieltage - aber in einem Sinne, der ihr gar nicht gefallen mag.

Im SGSH-Lager gibt es weder die große Panik noch die große Wut nach der letztlich erfolglosen Reise an die Nordsee. Eher schon dominiert die nüchterne Analyse. "Wir haben viele Dinge sehr gut gemacht, uns sehr gut gegen den Positionsverteidiger die Chancen erarbeitet", bilanzierte Mathias Grasediek mit einem Tag Abstand, "wir müssen diese Chancen dann aber auch nutzen. In der zweiten Halbzeit bekommen wir in 17 Minuten zwei Gegentore - aber werfen selbst auch nur vier. Da müssen wir eigentlich schon drei, vier Tore weg sein..."

Zu wenig Ertrag aus dem tollen 6:1-Start, zu wenig Ertrag aus den sich bietenden Chancen - zwei Komponenten der Niederlage. Dazu kam die Schlussphase, in der der SGSH zum einen der eine oder andere wohlwollende Pfiff, aber auch ein wenig das Glück fehlte. "Am Ende entscheiden Kleinigkeiten diese Partie", haderte Grasediek, "Dominic Luciano muss am Ende einen Siebenmeter bekommen, als es eng steht, kriegt ihn aber nicht. Bei Varel geht ein Ball mit der rechten Hand von Linkshänder Mikeci rein, und bei uns springt der Wurf von Maciej vom Innenpfosten raus - das ist alles schon bitter."

SGSH verliert an der Nordsee in Varel 23:25

1:7-Punkte - es ist das Ergebnis von vier Spielen mit stark eingeschränktem Personal (fünf Ausfälle in Varel), aber nicht nur. "Wir sind auch in allen Spielen auf Gegner getroffen, die selbst ein sehr gutes Spiel gemacht haben", stellt Grasediek fest. Tröstlich ist das nur bedingt. Die SGSH ist dort, wo sie mit dem aufgerüsteten Kader nie und nimmer hinwollte. "Und du darfst nicht glauben, dass es automatisch besser wird", sagt Grasediek, "ich bin zufrieden mit dem, was die Jungs gezeigt haben. Ich sehe eine Entwicklung, wir haben uns zum Beispiel keine längere schwächere Phase mehr erlaubt, aber es geht nichts automatisch."

Kollektiv-Lob - mit einer Ausnahme

Das Kollektiv-Lob kannte indes auch die Ausnahme. Während neun der zehn eingesetzten Spieler kämpferisch vorbildlich keinen Zweikampf und keinen Schmerz gegen die rustikalen Nordsee-Handballer scheuten, fand Julian Mayer - wie so oft gegen derlei Deckungsreihen - nicht statt. "Natürlich brauchen wir gerade in solchen Situationen jeden übrig gebliebenen Rückraumspieler", stellte Grasediek fest und mochte öffentlich nicht so hart ins Gericht gehen mit Mayer, lobte viel lieber Moritz Eigenbrodt, der gegen Gegner aus anderen Gewichtsklassen so viel Herz gezeigt hatte. Und auch Christian Feldmann lobte der Trainer: "Mit ihm war ich zuletzt gar nicht einverstanden, aber diesmal hat er die richtige Reaktion gezeigt, ein richtig gutes Spiel gemacht."

Weiter geht es für die SGSH in Ratingen. Und da stellt sich vor allem die Frage, wer bis zum Samstagabend im Rheinland wieder fit werden könnte von den Ausfällen. "So richtig rechne ich mit keinem", sagt Grasediek. Lutz Weßeling hat am Donnerstag einen Trainingstest gemacht - der Schuss aber ist in die andere Richtung losgegangen. Seine Rippenfraktur ist schmerzhaft, der Rücken hat zugemacht. Ein Einsatz ist so ausgeschlossen wie beim Dauerverletzten Todor Ruskov.

Eskericic steigt ins Lauftraining ein

Kristian Eskericic soll in dieser Woche nach seinem Bänderriss wieder ins Lauftraining einsteigen. Vielleicht wird er bis zum Neuss-Spiel wieder auf dem Damm sein. Auch Achim Jansen darf nach seinem Muskel-Bündelriss in zwei Wochen wieder ins Training einsteigen, muss dann aber nach langer Pause erst einmal auftrainieren. So ist die größte Hoffnung die auf das Comeback von Florian Diehl.

"Wir warten jetzt auf die Interpretation seines MRT-Befundes", sagt Grasediek, "Florian ist voll im Training, darf nur die linke Hand im Moment noch nicht belasten. Wenn er grünes Licht bekommt, wird er uns direkt helfen. Er ist als Spieler auch der Typ, der uns am meisten fehlt - einer, der hinten wie vorne flexibel einsetzbar ist." Daneben hofft Grasediek, bis zu den Spielen gegen Minden II (10. Oktober), Soest (17. Oktober) und Volmetal (24. Oktober) den Kader wieder einigermaßen komplett zu haben. Damit Platz 14 nach vier Spieltagen eine unschöne Momentaufnahme bleibt für die SGSH.

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