Lauwarmes Bier für 76 Euro

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Ganz stark in der Rückwärtsbewegung: Daniel Krüger.

Schalksmühle - Es war der Abend der SGSH, aber nicht unbedingt der Abend von Julian Mayer. Der Linkshänder war direkt aus Gummersbach nach Korschenbroich gereist. Eine „private Anreise“ mit Folgen für das Kollektiv. Mayer ist auch der Getränkewart der Drittliga-Handballer der SGSH.

Von Thomas Machatzke

Mayer ist auch der Getränkewart der Drittliga-Handballer der SGSH. Die Getränke fehlten also auf der Rückfahrt, auf der das Team den zweiten Sieg im zweiten Spiel gerne ein bisschen gefeiert hätte. Am liebsten mit Gerstensaft. Den gab es dann doch noch – an der dritten Tankstelle auf der Autobahn. Ein Kasten für schlanke 76 Euro, dafür aber immerhin nicht gekühlt...

Mayer hatte zuvor auch auf dem Parkett nicht sehr viel Glück gehabt, Savonis zwar oft verladen – doch dann waren die Bälle oft knapp am Tor vorbei geflogen. „Ich finde es trotzdem super, dass er den Kopf nicht in den Sand gesteckt hat“, sagt Mathias Grasediek über seinen Rückraum-Rechten, „er kann es und hat einen Schritt nach vorne gemacht. Wir müssen die Bälle aus dem Rückraum nehmen – und das hat Julian auch sehr gut gemacht.“

Nach einer defensiv nahezu perfekten Vorstellung, die gepaart mit einer überragenden Torwartleistung und gutem Tempo- und Kreisläuferspiel den Erfolg am Niederrhein möglich gemacht hatte, blieb der Rückraum als Sorgenkind zurück. „Da haben wir noch Luft nach oben“, bekannte der Trainer, der seine Schützlinge allerdings in Schutz nahm. „Teilweise haben wir in Formationen gespielt, in denen das Rücklaufverhalten im Vordergrund stand. Es haben ja auch alle unheimlich viel nach hinten gearbeitet.“

Konkurrenzkampf zahlt sich aus

Auch Daniel Krüger. Der Linksaußen beeindruckte weniger mit spektakulären Abschlüssen als vielmehr mit spektakulär schnellen Verfolgungsjagden auf die Gegenstoß-Spezialisten des TVK. „Man spürt den Konkurrenzkampf im Team“, freut sich Grasediek, „die Dinge werden mit mehr Druck umgesetzt. Dass Daniel Krüger schnell zurücklaufen kann, das wissen wir. Aber es hat auch immer etwas mit der Bereitschaft zu tun.“

Am Samstag war die Bereitschaft da. Bei allen Akteuren. Bei Mateusz Rydz schlägt sich diese Bereitschaft aktuell noch hier und da anders nieder als es sich der Trainer wünscht. So hatte der Spielmacher nicht nur nach dem Geschmack des Trainers zu häufig das Konzept verlassen und früh selbst den Abschluss gesucht. „Matti ist ein junger Mann, der viel über Handball nachdenkt, aber er muss die Dinge mit mir besprechen, und sie müssen auch in die Teamtaktik passen“, sagt Grasediek, „wir müssen die Phasen, in denen wir uns nicht daran halten, was wir machen wollen, klein halten.“

So war der Abend in Korschenbroich ein erfreulicher, allerdings auch einer, der noch Arbeitsaufträge für die Woche definierte. Eine Woche, an deren Ende am Samstagabend das Heimspiel gegen die HSG Lemgo II wartet. Die hat sich gerade vom SV 64 Zweibrücken unlieb überraschen lassen. „Wenn da einige die ersten Rechnungen aufmachen, sind die Rollen klar verteilt“, sagt Grasediek und gibt auf derlei nichts, „wir können nicht mehr damit rechnen, dass uns irgendwer unterschätzt. Das werden wir am Samstag zu spüren bekommen. Wir müssen uns nun gemeinsam etwas für Lemgo zurechtlegen – und am besten noch einen Plan B bereithalten.“ So soll es klappen mit dem 6:0-Punkte-Start am Löh – und mit der Revanche für die Niederlage vor gut vier Monaten im Westfalenpokal-Endspiel.

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