Handball, 3. Liga West

SGSH: 30:27-Erfolg nach 1:7-Fehlstart

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Ausgelassen feierte die SGSH den 30:27-Heimsieg gegen den Longericher SC.

Halver - Nach den 60 Minuten feierten die Handballer in den rot-weißen Hemden ausgelassen. 30:27 (11:14) hatten sie das erste Spiel des Jahres gewonnen und mithin einen Traumstart ins Sportjahr 2018 hingelegt. Allerdings hatte es für Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver zum Rückrundenauftakt gegen den Longericher SC erst mal gar nicht danach ausgesehen.

Genau genommen hatte die SGSH einen kapitalen Fehlstart ins Jahr hingelegt. Jedenfalls, wenn man die ersten Minuten des ersten Spiels als den Start im eigentlichen Sinne definieren würde. Es dauerte nur 6:39 Minuten bis zur ersten Auszeit Stefan Neffs in 2018. Nach neun Minuten stand es 1:7. Die Kölner mit Richter, Reuland und Dahlke, die im Hinspiel gefehlt hatten, in der Startformation wirkten wie im Rausch. Die SGSH sah ihnen bei diesem Rausch relativ tatenlos zu.

Doch die SGSH bekam die Kurve. Zum einen, weil Stefan Neff die gar nicht funktionierende 5:1-Abwehr erlöste, zumindest für dieses Spiel in die Wüste schickte und auf ein 6:0-System umstellte. Zum anderen, weil Florian Diehl im linken Rückraum den zum Start so wurffreudigen wie glücklosen Lutz Weßeling ersetzte und vorne wie hinten ein richtig gutes Spiel machte. Dazu kam, dass sich mit der Abwehrumstellung auch Ante Vukas steigerte, auch wenn er gegen den in Halbzeit eins sechsmal erfolgreichen Marian Dahlke immer wieder nicht gut aussah.

SGSH feiert 30:27-Sieg gegen den Longericher SC

Aus dem 1:7 wurde bald ein 7:10 (20.). Die Longericher hatten nach dem 3:8 auf ihren Denker und Lenker Benjamin Richter verzichtet, was dem Spiel nicht unbedingt gut getan hatte. Zudem zeigte sich der Gast im Umschaltspiel nach hinten anfällig, das Tempo von Inigo Jorajuria wusste da kein Kölner mitzugehen. Die 14:11-Führung des Gastes zur Pause war dennoch verdient. Aber es waren nur drei Tore. „Ein Ergebnis, das uns hoffen ließ“, sagte Stefan Neff später und sprach von einem „guten Gefühl“.

Das Gefühl sollte ihn nicht enttäuschen. Die zweite Hälfte war ausgeglichener auf einem nicht überragenden Niveau, dafür erlaubten sich beide Seiten zu viele einfache Fehler. Aber leidenschaftlich umkämpft war das Spiel, das nach Jorajurias 18:18 auch wieder völlig offen war.

Bei der SGSH hatte der im ersten Durchgang nicht eingesetzte Todor Ruskov sehr gut in dieses Spiel gefunden und auch offensiv Akzente gesetzt. Dazu kam, dass Lutz Weßeling nach einer guten halben Stunde auf der Bank zurückkam und nun mehr Abschlussglück mitbrachte. 

Gutes Spiel in der zweiten Halbzeit: Todor Ruskov.

Die Longericher haderten derweil ein wenig mit der frühen Disqualifikation von Abwehrchef Daniel Koenen (40.). Gerade bei der dritten Zeitstrafe durfte den Referees Behrens/Fasthoff, die insgesamt eine gute Leistung zeigten,  fehlendes Fingerspitzengefühl attestiert werden. Mit dieser Strafe, über die sich diskutieren ließ, griffen sie erheblich ins Spielgefüge ein.

Auch ohne Koenen blieb der LSC allerdings ein Gegner auf Augenhöhe. Bis zum 24:25 (55., Schlösser) waren die Kölner sogar zumeist knapp vorne. Merhar (2) und Brüning aber drehten das Spiel vor den nun begeisterten 300 Zuschauern an der Mühlenstraße zum 27:25 (57.). Mit diesen Fans im Rücken und gegen einen Gegner, der sich längst sehr schwer tat, in der Defensive Bälle zu gewinnen, brachte die SGSH den Sieg sicher nach Hause. 

Ein Sieg, der Lust machte aufs Feiern. Kein selbstverständlicher Erfolg, im Gegenteil: Einer, von dem man nach der ersten Viertelstunde nicht ausgehen durfte. Also unterm Strich ein Erfolg gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um die DHB-Qualifikation, der besonders süß schmeckte.

Beste SGSH-Werfer waren Jorajuria (6) und Merhar (5). Für den Gast trafen Dahlke (8) und Richter (7/4) am häufigsten.

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