SGSH: Das Mentale im Fokus

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Neu auf der SGSH-Bank: Sportpsychologe Christoph Damaske.

Schalksmühle - Der Wahl-Kölner Christoph Damaske ist eigentlich Tennis-Schiedsrichter. Am Wochenende saß er dennoch als vierter Offizieller auf der Bank der SGSH. Grund: Er ist Sportpsychologe und rückt den mentalen Aspekt in den Fokus.

Die Liste der Spieler, die am Freitag im zweiten Saisonspiel beim Leichlinger TV nicht zur Verfügung und mithin nicht auf dem Spielbericht standen – sie war lang bei Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver. Dafür stand erstmals ein neuer Name auf dem Bogen: Christoph Damaske. Vierter Offizieller neben Cheftrainer Mathias Grasediek, Co-Trainer Axel Meyrich und Physiotherapeut Marvin Schreyer.

Damaske, am Freitagabend im Smidt-Forum mit roter Jeans und SGSH-Polo-Shirt auf der Bank, ist der Mann, der die SGSH mental nach vorne bringen soll. Der Wahl-Kölner, geboren 1975 in Münster, ist halbwegs fachfremd in der Sportspezies Handball: Damaske ist Tennis-Schiedsrichter – auf der ATP-Tour war er aktiv und hat zweimal auch bei den Olympischen Spielen als Referee auf dem Court fungiert. Er ist auch der Turnierdirektor der Borkum-Open. Und: Damaske ist Sportpsychologe. Deshalb hat ihn die SGSH engagiert.

„Wir hatten bereits in der vergangenen Saison beabsichtigt, uns in diesem Bereich anders aufzustellen“, sagt Mathias Grasediek, „seinerzeit haben wir das auf der Zielgeraden der Saison aber wieder verworfen. Aber es ist schon ein Problem, wenn Spieler nicht so viel spielen oder Spieler meinen, sie müssten mehr Spielanteile haben. Wir haben nun eine komplett neue Mannschaft und wollen in diesem Bereich auch vorbeugen.“

Mit anderem Blick auf das eigene Team

Damaske ist nun der, der von Außen aufs Team schauen soll. Bei der Heimpremiere gegen Lemgo hat er dies von der Tribüne an der Mühlenstraße aus getan. In Leichlingen saß der Sportpsychologe mit auf der Bank. Dazwischen gab es in der Woche eine längere Sitzung mit Damaske und dem Team. „Er ist mehrsprachig, also haben wir dies alles auf Englisch machen können. Das war sehr gut“, sagt Grasediek und freut sich über den Input für seine Spieler – die alten und die neuen, „es ist gut, wenn da nun einer ist, der gar nichts mit dem Umfeld zu tun hat und uns den Spiegel vorhält. Es geht um Frage wie diese: Wie geht man mit Erfolg um? Wie mit Misserfolg? Oder: Wie verhält sich die Mannschaft untereinander?“ Der Kontakt ist entstanden über den 1. Vorsitzenden der SGSH, Ken Börner, der Christoph Damaske aus seiner Affinität zum Tennissport und zur Nordseeinsel Borkum kennt.

Wie umfänglich das Engagement von Damaske bei der SGSH aussehen soll, wird sich noch zeigen. „Vielleicht sind die Treffen zunächst wöchentlich bis zweiwöchentlich“, sagt Grasediek, „wir müssen das ja nun erst einmal testen.“  Auch, dass der neue Mann immer auf der Bank sitzen wird, ist dabei kein Muss. Manchmal ist der Blick aus einer anderen Perspektive genauso wertvoll. Das jedenfalls hofft die SGSH. Der neue Weg führt sie auch auf neue, noch völlig unbeschrittene Pfade.

Zur Person: Studium an der Sporthochschule in Köln

Christoph Damaske ist geschäftsführender Inhaber des Unternehmes B.FIT aus Köln. Er studierte BWL und Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Medien und Kommunikation zwischen 1999 und 2004 an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Als sportpsychologischer Experte arbeitet Damaske mit Spitzen-Sportlern und Mannschaften im Leistungssport. Sportlich ist er im Tennis zu Hause, war dort als Schiedsrichter auf der ATP-Tour aktiv und fungierte u.a. auch bei den Olympischen Spielen in Sydney und Athen als Referee.

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