Handball, 3. Liga West

Bittere Dragons-Niederlage im Topspiel

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Dominic Luciano, der SGSH-Anhang und zwei Banner: Seit Samstagabend sind die Dragons nicht mehr ungeschlagen...

Krefeld - Das Spitzenspiel hielt vor allem in Sachen Spannung, was es versprochen hatte. Und es ließ traurige Gäste zurück: 55 Minuten lang hatten die SGSH Dragons am Samstagabend in der Glockenspitzhalle vor 1080 Zuschauern vorne gelegen, doch am Ende siegte doch der Spitzenreiter der 3. Liga West, HSG Krefeld, 24:22 (10:9) und ist damit vorzeitig Herbstmeister.

„Wir haben uns nicht viel vorzuwerfen, können stolz sein auf diese Leistung. Aber im Moment sind wir natürlich vor allem enttäuscht“, bekannte Dragons-Coach Stefan Neff nach den 60 Minuten Abnutzungskampf bei der Pressekonferenz und gratulierte Ronny Rogawska fair zum Sieg. Rogawska sprach davon, dass es kein schönes Spiel gewesen sei, geprägt von den Abwehrreihen und guten Torhütern. Beide hatten - wie mit so vielen ihrer Schachzüge in den 60 Minuten - recht.

Den Dragons gehörte die erste Halbzeit, das 10:9 zur Pause war eigentlich ein bisschen zu wenig. Die Neff-Sieben deckte gut, sehr defensiv, ließ kaum Lücken für Kreisläufer Görden, hatte in Ante Vukas einen starken Rückhalt. Den Krefeldern, die neben Damian Janus (verletzt) auch auf Simon Ciupinski (krank) verzichten mussten, fiel wenig ein. Sie hatten in David Hansen, der mit seiner individuellen Klasse herausragte, ihre Lebensversicherung in dieser Halbzeit. Der Rest blieb blass. Roosna ohne Tor, Zimmermann schwach im Abschluss, Brüren unterirdisch. Der Druck schien Spuren zu hinterlassen beim Primus, es wirkte offensiv wie Krefelder Handball mit angezogener Handbremse.

Starke erste Halbzeit: Tobias Schetters.

Auf der anderen Seite tat sich die SGSH allerdings auch schwer gegen den guten Nippes, begann zwar ordentlich, so dass Ronny Rogawska die erste Auszeit nutzte, um seine Abwehr vom 6:0- auf ein 3:2:1-Format umzustellen. Für eine höhere Pausenführung fehlte allerdings auch dem Gast die Konsequenz im Abschluss.

Nie zu bremsen: David Hansen (8).

So wurden nach der Pause die Karten neu gemischt. Der Seitenwechsel hatte beim Gast wegen der veränderten Wechselwege die übliche Umstellung im Defensivbereich gebracht. So deckten Hüller (Außen) und Hecker (Halb) gemeinsam gegen die linke Angriffsseite der HSG. Es sollte sich zeigen, wie fragil ein Abwehrgebilde ist. Gentges und Görden widerlegten im Schnelldurchgang diese Dragons-Idee, ließen die Gäste-Youngster ganz alt aussehen. Nach wenigen Minuten griff Stefan Neff ein und opferte den im ersten Durchgang guten Hecker auch in der Offensive, um mit Diehl hinten wieder stabil zu werden.

Was für ein Bollwerk in der Dragons-Abwehrmitte: Todor Ruskov und Dominic Luciano.

Das Spiel blieb bei all dem eng, weil die Gäste ihrerseits über die schnelle Mitte und damit verbundenes Tempo sowie über ihr Kreisläuferspiel gefährlich blieben. Dem 16:16 nach 45 Minuten ließen die Dragons Tore von Bleckmann und Brüning folgen (16:18, 49.). Der Kampf um die Wende schien für die Hausherren zur Sisyphusarbeit zu werden, obwohl Kevin Christopher Brüren inzwischen aufgetaut war und auch Hansen und Gentges weiter schwer auszuschalten blieben. Das war auch immens nötig, denn die Außenbahnen der HSG waren an diesem Abend beidseitig tot, auch das Kreisläuferspiel fand nicht den gewohnten Erfolg.

So spielt man mit Studenten: Marcel Görden, von Tim Gentges bedient, im Zweikampf gegen Lukas Hüller (rechts) und Fabian Hecker (links unten).

Bis zum 19:20 (Brüning, 52.) lag der Gast, der ab Minute 50 ohne Merhar (Rote Karte nach Foul beim Gegenstoß gegen Vonnahme) auskommen musste, vorne, beim 21:20 (Brüren, 56.) führte erstmals die HSG, bei der Nippes nun wichtige Bälle parierte. Wenn es etwas zu bemängeln gab, dann war es bei der SGSH nun, dass man ausgerechnet Youngster Hecker in die Verantwortung drängte, der jedoch traf aus der Distanz nicht mehr. Als Roosna 2:02 Minuten vor dem Ende mit seinem ersten Tor auf 22:20 stellte, bescherte ein HSG-Wechselfehler den Dragons immerhin noch eine finale Überzahl.

Vier Tore in der Glockenspitzhalle: Dominic Luciano.

Klasmann verkürzte mit seinem einzigen Feldtor auf 22:21, Schetters konterte im Hexenkessel das 23:21 von Gentges mit dem 23:22. 50 Sekunden blieben da noch. Die Dragons setzten auf eine offene Manndeckung, doch das Happyend blieb aus: Von Linksaußen nutzte Brüren aus extrem spitzem Winkel die Chance zum 24:22.

Dragons mit bitterem 22:24 in Krefeld

Und während der Spitzenreiter Freudentänze aufführte, entrollte der Dragons-Anhang zwei Banner. „Einmal ist keinmal“ und „Drauf gesch…“ - die Zeit als einziger ungeschlagener Drittligist in Deutschland, sie ist für das Neff-Team seit Samstagabend vorbei.

Ein Freudentänzchen für den Herbstmeister.

Beste HSG-Werfer: Hansen (8), Gentges (6), Brüren (6/3) - beste Dragons-Werfer: Luciano (4), Bleckmann (4), Klasmann (4/3)

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