Handball, 3. Liga West

SGSH dicht vor dem Klassenerhalt

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Halver - Es war am Ende viel deutlicher als von den Hausherren befürchtet: 33:25 (20:14) besiegte Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver am Samstagabend vor 600 Zuschauern an der Mühlenstraße den Tabellenvorletzten HS Gummersbach/Derschlag II und steht damit ganz dicht vor dem Klassenerhalt.

Zweifel darüber, ob dieser Sieg - auch in dieser Höhe - am Ende verdient war, es gab sie nicht. Die SGSH war dem Gast in fast allen Belangen überlegen. Das war überraschend, denn die Oberbergischen hatten eine Woche nach dem Kantersieg gegen Habenhausen wieder Ausleihen von oben (Baumgärtner, Schröter) mitgebracht, und auch Spielertrainer Jörg Lützelberger als langjähriger Bundesliga-Crack selbst war zum dritten Mal für die Bundesliga-Reserve am Ball. Die SGSH dagegen musste neben Merhar und Feldmann auch Dmytruszynski (Gehirnerschütterung) und Diehl (Knochenhaut-Entzündung am Schienbein) ersetzen.

Auf dem Feld drückten sich diese gefühlten personellen Vorteile für den HSGD nur drei Minuten lang aus: 2:0 führte der Gast nach Toren von Schöneseiffen und Brüning. Ein fulminanter Auftakt, dem aus Gästesicht indes eine überaus enttäuschende Vorstellung folgen sollte. Die Gummersbacher blieben fast alles schuldig, vor allem in der Defensive, die noch im Hinspiel ihr Prunkstück gewesen war.

SGSH feiert 33:25-Sieg gegen HS Gummersbach/Derschlag II

Überhaupt war die erste Hälfte keine, die den Abwehrreihen zur Ehre gereichte. Auch die SGSH-Deckung war löchrig und oft überfordert, doch die SGSH hatte Nicholas Plessers. Der Ex-Gummersbacher zwischen den Pfosten der Hausherren kaschierte mit seinen tollen Paraden so manche Schwäche seiner Vorderleute. Die Gummersbacher dagegen hatten Max Hamers und Lasse Hasenforther mit fürs Tor, die aber beide in den ersten 30 Minuten den Beweis schuldig blieben, weshalb. Ihr Trainer Jörg Lützelberger nahm sie für ihren ganz schwachen Auftritt indes in Schutz. „Wir wollten mit unserer Abwehr Wurfsituationen für die gefährlichen Schützen der SGSH kreieren, bei denen Max und Lasse Chancen hatten, den Ball zu halten. Das ist uns nicht gelungen…“

Aus dem 0:2 jedenfalls wurde über viele Rückraum-Tore, aber auch fünf Luciano-Treffer vom Kreis ein 5:2 (7.), bald ein 9:5 (13.) und schließlich gar ein 20:12 (28.). 20 Tore nach 28 Minuten - im Hinspiel waren es 22 SGSH-Tore nach 60 Minuten gewesen in der Schwalbe-Arena. Die Partie hatte in der Tat einen komplett anderen Charakter als im November.

Mehr technische Fehler im zweiten Durchgang

Daran sollte sich auch nach dem Wechsel nicht viel ändern, auch wenn nun die Fehlerquote auf beiden Seiten signifikant wuchs. Vor allem leichte technische Fehler und Fehlpässe nahmen zu. Dazu kam, dass Lutz Weßeling wie zuletzt nach 30 Sahneminuten mit sechs Treffern nicht mehr die Kraft hatte, genauso effizient und spielbestimmend weiterzumachen. 

Der Vorsprung der SGSH wuchs trotzdem auf 25:16 (37.), weil die Gummersbacher auch aus Ballgewinnen, die nun vermehrt vorkamen, kaum Kapital schlugen, weil sie das Spielgerät leicht herschenkten oder aber immer wieder an Plessers scheiterten. Es gab keinen einzigen Zeitpunkt in der Partie, in der der Betrachter das Gefühl bekommen sollte, dass für den Gast noch etwas gehen könnte. Es war für die Oberbergischen, die für die Chance auf den direkten Klassenerhalt einen Sieg mit vier Toren Vorsprung brauchten, ein Finale aus der Albtraumsparte werden. Es war nicht eng, nicht umkämpft, am Ende fügten sich die Gäste in ihr Schicksal.

Gummersbach will nun in die Relegation

Die SGSH muss nun nur noch Soest fürchten, allerdings wohl nur in der Theorie. Praktisch dürfte das Markovic-Team fast durch sein, zumal es im letzten Heimspiel noch den Matchball gegen Schlusslicht Habenhausen hat. „Mir ist heute ein Stein vom Herzen gefallen“, bekannte der SGSH-Vorsitzende Ken Börner nach dem Schlusspfiff. Die SGSH hat die Kurve nach einer Katastrophen-Saison gerade noch rechtzeitig gekriegt. Die Gummersbacher haben nur noch vage Hoffnungen auf die Relegation, dürften aber eher für die Viertklassigkeit planen. Am Samstagabend gab ihr relativ namhaftes Ensemble an der Mühlenstraße keinen Anhaltspunkt, warum die 3. Liga darüber traurig sein müsste.

Beste SGSH-Torschützen: Weßeling (8/2), Luciano (6), Eskericic (5), Wardzinski (4), Mayer (4) 

Beste HSGD-Torschützen: Brüning (8/4), Lützelberger (5)

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