Handball, 3. Liga Nord-West

Nach acht Minuspunkten in Serie schmeckt die SGSH-Bilanz nach Mittelmaß

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Einlaufen vor dem Derby mit dem Dragons-Nachwuchs: Die Optik stimmt, aber die SGSH-Bilanz stimmt nach acht Minuspunkten in Serie nicht mehr.

Schalksmühle – Rivalität und Rehabilitation: Diese Schlagworte standen am Samstagabend nach dem Drittliga-Nachbarschaftsduell zwischen den SGSH Dragons und dem VfL Eintracht Hagen im Zentrum der Analyse von Detlef Spruth. Der 70-jährige Präsident des VfL Eintracht, der im märkischen Südkreis zu Hause ist, freute sich in erster Linie für seinen Trainer. „Natürlich hat er sich rehabilitieren wollen, und natürlich ist ihm das mit dieser Leistung sehr, sehr gut gelungen“, sagte Spruth mit der Zufriedenheit des Klubchefs, der sein Flaggschiff auf Kurs gebracht sieht.

Man hätte auch gerne gehört, wie die SGSH-Führung den Kurs ihres Flaggschiffs bewertet, doch der 1. Vorsitzende Mark Schür (Umzug) und Manager Mark Wallmann (Kanada-Reise) fehlten am Samstagabend an der Mühlenstraße. Auf Kurs ist das Drittliga-Schiff der Dragons dieser Tage nicht wirklich. Die Minuspunkte-Ausbeute hat sich in den vergangenen vier Spielen verdoppelt. 

24:16 Zähler stehen nach 20 von 28 Saisonspielen zu Buche. Und natürlich rechnete der in Teilen mürrische Anhang am Samstagabend im Hallenfoyer: 6:0 Punkte gehen aufs Konto von Stefan Neff als Trainer. Rechnet man den 4. Spieltag (Unentschieden gegen Aurich unter Regie von Hans-Peter Müller) heraus, so haben Mark Dragunski, Matthias Reckzeh und Hans-Peter Müller in ihrer gemeinsamen Trainerzeit 17:15 Punkte geholt. 

Eine Bilanz, die viel mehr nach Mittelmaß riecht als es dem Verein, bei dem immer mal wieder von 2. Bundesliga gesprochen und geträumt wird und der den Anspruch, ein Spitzenteam zu stellen, vor Sponsoren auch nicht verwischen will, recht sein kann. Mark Wallmann gab sich derweil aus der Ferne gelassen. Er hatte das Spiel am PC auf dem Portal sportdeutschland.tv verfolgt. „Die Mannschaft ist gut, und wir haben das vollste Vertrauen in sie“, sagte er auf Nachfrage, „die ersten 20 Minuten gegen Hagen, die waren der hohen Nervosität geschuldet. Das war nicht das, was die Mannschaft leisten kann.“ 

Also business as usual? Axel Vormann, Sportlicher Leiter der Dragons, will über diese 20 Minuten zumindest intern noch einmal intensiv sprechen. „Mir hat da die Leidenschaft gefehlt“, sagt der Halveraner, nimmt Trainer Mark Dragunski und sein Team mit Blick auf die Gesamtbilanz in Schutz, „man darf nicht vergessen, dass er die Mannschaft während der Saison übernommen hat, dass er keine Vorbereitung mit ihr hatte. Und auch die Rolle von Hans-Peter Müller ist heute eine andere als vorher.“ Dazu darf man auch nicht vergessen, dass Dragunski daneben auch noch eine Verbandsliga-Reserve im Abstiegskampf und eine überkreislich aktive B-Jugend trainiert. 

Noch vier Spiele gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller

Sei’s drum: Die SGSH-Führung nimmt zwischen den Zeilen die Entwicklung auch mit ihre Kappe, denn die Situation des Trainerwechsels hat sie mitgetragen, als die Dragons noch Tabellenführer der 3. Liga Nord-West waren. Es gibt keine Anklage gegen irgendwen, stattdessen wird gemeinsam ertragen, was sich ereignet. Acht Spieltage noch, dann ist die Saison zu Ende. Eine lange Zeit, denn schon am Samstagabend schmeckte die Stimmung im Foyer nach Saisonende.

 „Analysieren und weiterarbeiten für die nächsten Aufgaben“, sagte Mark Dragunski indes und gab direkt die Richtung für die Trainingswoche vor. Am Sonntag geht es nach Gummersbach. Vier der verbleibenden acht Spiele bestreiten die Dragons noch gegen Mannschaften im verschärften Abstiegskampf. Die Partie in der Schwalbe-Arena zählt dazu. Vier Partien, auf denen das Etikett Charaktertest steht. Es ist schon genug schief gelaufen in dieser Saison, nun will die SGSH nicht noch zum Helfer in Klassenerhaltsfragen werden. 

DHB-Qualifikation für die SGSH in Gefahr

Im Gegenteil: Sie will noch in Richtung „Top 3“ schauen. Das war Ziel und Anspruch von Mark Dragunski vor der schwarzen Serie der vergangenen Wochen. Eintracht Hagen ist inzwischen so weit weg wie es vor vier Wochen nur Wilhelmshaven war. Longerich und Spenge sind noch in Schlagdistanz, aber die Dragons haben hier durchaus die schlechteren Karten inzwischen. 

Selbst Platz vier wäre in diesem Kontext am Ende der erste Verliererplatz, denn nach der DHB-Pokal-Reform (Abschaffung der First-Four-Turniere, Einstieg der Erstligisten in Runde zwei) qualifizieren sich nur noch die drei besten Teams jeder Drittliga-Staffel für die 1. DHB-Pokal-Runde. Auch das indes bereitet den Verantwortlichen keine schlaflosen Nächte. „Wenn es nicht klappt“, sagt Axel Vormann, „dann bestreiten wir im August an diesem Wochenende ein Testspiel.“

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