Grasediek-Team gastiert beim „VfL 1b“

+
Für Julian Mayer ist das Auswärtsspiel in Gummersbach eine Rückkehr in die alte Heimat: Vor seinem Wechsel zur SGSH spielte der Linkshänder von Kindesbeinen an für den VfL.

Schalksmühle - Der 20. Spieltag der 3. Handball-Bundesliga West hält für die SG Schalksmühle-Halver den zweitkürzesten Auswärts-Trip der Saison bereit. Am Samstag ist sie ab 18 Uhr beim VfL Gummersbach II in der Schwalbe-Arena zu Gast – dort, wo sonst Erstliga-Luft weht.

Von Thomas Busch

Doch zumindest ein Hauch Eliteklasse dürfte auch in dieser Drittliga-Partie mitschwingen, denn im Abstiegskampf wird die VfL-Reserve personelle Anleihen bei der „Ersten“ nehmen.

Darüber, welche das konkret sein werden, schweigt sich VfL-II-Coach Georgi Sviridenko, als Aktiver 1988 Olympiasieger mit der UdSSR, im Vorfeld natürlich aus. Und so kommt der Gegner für die SGSH gewissermaßen als kleine „Wundertüte“ daher, weil das Studium vergangener Spiele der Gummersbacher Zweitvertretung nur bedingt Rückschlüsse auf das zu Erwartende zulässt.

„Ohne Hilfe aus dem Erstliga-Kader hat Gummersbach zum Beispiel die Tendenz, etwas offensiver zu decken – mit Spielern von oben dürfte das eher in Richtung einer defensiven 6:0 gehen“, weiß SGSH-Trainer Mathias Grasediek, der in der Verstärkung für den Gegner aber auch eine zusätzliche Motivation für seine Mannschaft sieht. „Wir spielen wohl nicht gegen den VfL II, sondern gegen den ‚VfL 1b‘. Und sich mit Leuten zu messen, die schon höher gespielt haben, ist eine sehr interessante Aufgabe“, erhofft er sich einen „Extra-Kick“.

Eben jener würde der SGSH in der Offensive fraglos auch gut tun. Denn dass in dieser Woche verstärkt der Torabschluss auf der Trainings-Agenda stand, hat einen simplen Grund: „Wir haben gegen Duisburg ja durchaus ein paar Torchancen liegen lassen“, blickt Grasediek letztmals zurück, um dann sogleich nach vorn zu schauen. Neben einer Steigerung im Angriff gilt es vor allem auch, an die jüngste Defensivleistung anzuknüpfen. „Wir müssen in Gummersbach erst einmal eine sehr konsequente Abwehr hinstellen“, formuliert der 51-Jährige eine Grundvoraussetzung vor einem Spiel, bei dem der Druck, gewinnen zu müssen, klar bei den Gastgebern liegt, die lediglich ein Zähler von einem Abstiegsplatz trennt.

Für die SGSH wiederum ist es auch angesichts der momentanen personellen Einschränkungen keineswegs von Nachteil, dass sie dank des Heimsiegs gegen die Löwen Duisburg wieder ein Neun-Punkte-Polster auf die bedrohte Zone hat. Denn auch am Samstag werden Florian Diehl, dessen Knochenabsplitterung am Kahnbein einen operativen Eingriff nötig macht, und Mateusz Rydz verletzt ausfallen. Erschwerend hinzu kommt, dass Maciej Dmytruszynski und Christian Feldmann die Grippe erwischt hat – schlimmstenfalls droht dadurch für Samstag ein akuter Engpass im linken und zentralen Rückraum. Damit aber nicht genug, denn bei Kreisläufer Daniel Buff ist eine vor 14 Tagen in Lemgo erlittene Rippenverletzung wieder aufgebrochen. Kurzum: Optimale personelle Voraussetzungen für ein Duell mit einem durch Erstliga-Akteure verstärkten Gegner sehen sicherlich anders aus.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare