SGSH und Eintracht nehmen Abschied vom Besonderen

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Rot-Weiß gegen Gründ-Gelb: Dieses Derby wird es am Freitag in der 3. Handball-Bundesliga möglicherweise zum vorerst letzten Mal geben. Gastgeber VfL Eintracht Hagen steht als designierter Vizemeister der Weg in die 2. Liga offen.

Schalksmühle -Auch im Handball dominiert der stetige Wandel. Der Saison 2014/15 hat in der 3. Liga West Südwestfalen seinen Stempel aufgedrückt. Am Freitag um 20 Uhr findet in der Enervie-Arena zwischen dem VfL Eintracht Hagen und der SGSH das vorerst wohl letzte Südwestfalen-Derby statt.

Von Thomas Machatzke

„Ich bin überzeugt davon, dass es im nächsten Jahr dieses Derby nicht mehr geben wird“, sagt Mathias Grasediek. Natürlich spielt der Coach der SGSH immer gerne gegen den Rivalen aus der benachbarten Stadt an der Volme. „Aber ich bin ziemlich sicher, dass Hagen hochgehen wird“, sagt Grasediek. Ferndorf Aufsteiger, Hagen potenzieller Aufsteiger, Soest potenzieller Absteiger – so wird sich trotz der neuen Lokalfights gegen den TuS Volmetal die Zahl der zuschauer-trächtigen Highlights wohl deutlich verringern.

Die Hagener sind praktisch Vizemeister der 3. Liga West. Theoretisch können sie noch Meister werden, aber das ist ein sehr theoretischer Ansatz, der sich am Wochenende erledigen dürfte. Und so geht der Hagener Blick nach Dresden. Dort findet zu Pfingsten die Relegation der Drittliga-Zweiten statt. Die HF Springe (Vizemeister Nord), der HC Elbflorenz (Vizemeister Ost) und eben Hagen treten dort an, um zwei Aufsteiger zur 2. Bundesliga zu ermitteln. Möglich ist dies, weil Ost-Meister Magdeburg II nicht aufsteigen darf, sich im Süden zudem niemand für den Aufstieg interessiert.

"Spagat zwischen Konzentration und Lockerheit"

Seit dem Heimdebakel gegen Ferndorf und dem damit verbundenen Titel-Aus erlebt die 3. Liga West wohl auch deshalb eine sehr fokussierte Eintracht. „Wir versuchen, den Spagat zwischen höchster Konzentration und einer gewissen Lockerheit zu schaffen“, sagt Trainer Lars Hepp, „bis jetzt haben wir seit dem Ferndorf-Spiel keinen Punkt mehr abgegeben.“ Sechs Siege stehen seitdem schon wieder zu Buche, zuletzt ein beeindruckendes 33:17 in Gummersbach. Beeindruckend war auch der Eintracht-Auftritt im Hinspiel in Halver. 32:23 siegten die Hagener und ließen der SGSH gar keine Chance.

Ob es diesmal enger werden könnte, da eine Mannschaft auf Durchgangsstation zu höheren Zielen auf ein Team auf dem Weg in den Sommerurlaub trifft? Im Normalfall eher nicht, im Derby aber durchaus. „In besonderen Situationen kann es auch zu besonderen Leistungen reichen – und darauf setzen wir“, sagt Mathias Grasediek, „phasenweise sehr gut gespielt haben wir zuletzt immer, aber was uns gefehlt hat, war die Konstanz über 60 Minuten. Vielleicht ist ein Derby genug Motivation, das hinzubekommen.“

Ein besonderes Spiel sieht auch Lars Hepp im Derby. „Aber es ist nicht mehr so wie früher. Sportliche Rivalität ja, aber es ist auch ein freundschaftliches Verhältnis“, sagt er und würde mit seinem Team auf dem Weg Richtung Relegation gerne die gute Serie ausbauen. „Die Spieler hatten untereinander nie ein Problem“, sagt Grasediek, „aber es hat sich einiges geändert beim Personal. Man kennt sich nicht mehr so gut aus gemeinsamen Zeiten. Es wird weniger gefrozzelt.“

Und doch geht es ums Prestige. Sollte Hagen den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen – dann würde sich die SGSH umso lieber das Etikett anheften, den Zweitliga-Aufsteiger zumindest einmal besiegt zu haben…

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