Handball

Dragons auf Niederrhein-Tour: Premiere für eine neue Abwehrvariante

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Rückenprobleme: Abwehrchef Kai Bekston fällt bei den Dragons weiterhin aus.

Schalksmühle – Die zweite Woche im zweiten Trainingszyklus der Vorbereitung beim Handball-Drittligisten SGSH Dragons stand gar nicht so bewusst, letztlich aber doch prägend im Zeichen der Abwehr.

Schon allein deshalb, weil Abwehrchef Kai Bekston zwar nicht Handball spielte, wohl aber via MRT-Termin ein wenig Klarheit in Bezug auf seinen lädierten Rücken bekam: Ein schon etwas länger zurückliegender Bandscheibenvorfall wurde diagnostiziert, dazu gibt es nun einen Plan, wie der Abwehrhüne trotz anhaltender Beschwerden langsam wieder auftrainieren soll. 

„Aber Kai wird uns noch ein paar Wochen fehlen“, sagt Trainer Mark Schmetz, dessen ohnehin kleiner 14er-Kader damit vorerst auf 13 Akteure geschrumpft ist. Eine Abwehr auf den Punkt einzuspielen, in der der Chef fehlt, gehört zudem dieser Tage sicherlich zu den weniger glücklichen Aufgaben für die Dragons. 

Sei’s drum: Am Samstag absolvierte der Drittligist den vierten Test der Vorbereitung nach einer kleinen NRW-Tour bis nach Kerken an den Niederrhein. Beim TV Aldekerk, der durchaus ambitioniert in der Nordrhein-Regionalliga viertklassig unterwegs ist, siegten die Dragons 22:21 (10:10). Und da ging es – auch ohne den Abwehrchef – um die Abwehr. Schmetz probte erstmals mit der Alternativ-Variante: Zwölf Minuten pro Halbzeit ließ der Niederländer im 3:2:1-System decken. „Immer ab der 18. Minute jeder Halbzeit“, stellte Schmetz später fest, „damit die Abwehr mit beiden Torhütern eintrainiert werden konnte.“ 

Sie hinterließ keinen schlechten Eindruck, die neue Abwehrvariante, die inhaltlich in der Tat ein krasser Gegenentwurf zum 6:0-Beton werden soll. Kein 3:2:1 im „Jugo-Format“, wie es zum Beispiel Ligarivale Minden II seit Jahren erfolgreich praktiziert, sondern deutlich offensiver – mit Halbverteidigern, die kaum defensiver als auf Höhe des Scheinkreises agieren. Eine Abwehr, die den Gegner aktiv unter Druck setzen und Ballgewinne generieren soll. Auf der Spitze testete der Coach in diesem System Tobias Schetters und David Bleckmann, im Zentrum Florian Diehl und Philipp Dommermuth. Auch auf den Halbpositionen gab es verschiedene Varianten. „Am Ende muss sie jeder spielen können“, stellte der neue Chefcoach fest. 

Pferdekuss: Hüller scheidet in seinem "Heimspiel" früh aus

Ansonsten stand der Test beim Heimatverein von Spielmacher Lukas Hüller im Zeichen einer hohen Fehlerquote im Abschluss. „Wir müssen uns mehr belohnen“, stellte Schmetz fest, „die Trainingswoche war hart, aber das soll keine Ausrede sein: Wir müssen da im Abschluss konzentrierter auftreten.“ So jedenfalls war es gegen einen Gastgeber, der aufs Tempo drückte und in der ersten Viertelstunde Schwächen im SGSH-Rücklaufverhalten aufdeckte, ein zähes Ringen, in dem es die SGSH nie schaffte, ihren Vorsprung entscheidend auszubauen. 

Beim Gast schied bereits nach 15 Minuten ausgerechnet Lokalmatador Lukas Hüller nach einem Pferdekuss aus. Er sah von der Bank, wie sich die Gäste immer wieder Führungen herauswarfen, um sie danach durch das Auslassen bester Möglichkeiten zu verspielen. Auch am Ende fast noch. 22:18 führten die Dragons nach guten ersten 20 Minuten im zweiten Durchgang und stellten dann das Torewerfen ein. 22:21 am Ende, ein knapper Sieg, von dem letztlich aber allenfalls in Erinnerung bleiben wird, dass in Kerken ein Abwehrformat Premiere feierte, mit dem noch so mancher Gegner geärgert werden soll.

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