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Kantersieg der SGSH gegen den Soester TV

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Ganz starke Partie in der Rückraum-Mitte: Malte Müller.

Schalksmühle – Am Ende stand ein 33:19 (17:5)-Kantersieg, mit dem so niemand gerechnet hatte: Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver zerlegte den Tabellenvorletzten, den Soester TV, am Samstagabend vor 450 Zuschauern am Löh in Einzelteile. Es war eine beeindruckende Darbietung gerade vor dem Hintergrund, dass mit Feldmann, Diehl und Oberste große Teile des Rückraums erneut nicht dabei waren.

Von Thomas Machatzke

Nach vier Minuten und 38 Sekunden nahm Soests Trainer Dirk Lohse die erste Auszeit. „Fast schon zwei Angriffe zu spät“, bekannte er später. 3:1 führte die SGSH da. „Bei uns war überhaupt keine Spannung vorhanden in der Startphase, und Schalksmühle war ungeheuer präsent“, begründete Lohse die Auszeit und ergänzte enttäuscht, „später ist es bei uns hektischer geworden, aber nicht besser.“

Aus dem 3:1 wurde ein 7:2 (11.) und bald ein 11:4 (19.). Dass die SGSH dabei im 6:0-Format ausgezeichnet deckte mit einem kurzfristig genesenen Maciej Dmytruszynski (spielte nur in der Abwehr) – das war keine Überraschung. Auch überragende Leistungen von Dominik Formella im Tor ist der SGSH-Anhang fast schon gewohnt. „Aber wie diszipliniert wir gegen jedes Soester Abwehrsystem die richtigen Antworten gefunden haben – das hatte ich uns nicht zugetraut“, gestand SGSH-Coach Mathias Grasediek am Ende ein.

SGSH besiegt Soester TV 33:19

In der Tat war die Offensiv-Darbietung ein kleines Feuerwerk der Entschlossenheit. Mit zwei Entdeckungen: Zum einen war da Kreisläufer Malte Müller, der die SGSH-Verantwortlichen mehr und mehr ins Grübeln bringt: So wie er mit Köpfchen und beherztem Tordrang als Interims-Spielmacher seine Rolle im zentralen Rückraum interpretiert, stellt sich für die Zukunft die Frage: Könnte er mittelfristig als Spiellenker nicht noch wertvoller für die SGSH sein als in der Kreisläuferrolle? Zum anderen war da Mateusz Rydz, der die drei Verletzten im linken Rückraum vertreten durfte. Der junge Pole machte das gut – die Rolle ohne Verantwortung in der Lenkung des Spiels könnte ihm am Ende gar besser liegen als jene als Regisseur. Dazu kam ein torhungriger Julian Mayer und machte aus dem Not-Rückraum ein Prunkstück des SGSH-Spiels an diesem Abend.

Starker Luciano trifft gleich siebenmal

Neun Minuten ohne Gegentor am Ende der ersten Hälfte hatten etwas Rauschhaftes, was eng mit der Person Dominik Formella verbunden war. Vom 11:5 zog die SGSH zum 17:5-Pausenstand davon. Entschieden war dieses Spiel nach 30 Minuten, auch eine dieser Überraschungen des Abends. Aber die SGSH hatte noch nicht genug. Nach 35 Minuten und einem lupenreinen Hattrick des guten Dominic Luciano stand es gar 23:7. Der höchste Vorsprung. Nach dem 25:9 (37.) ging ein wenig diese letzte Entschlossenheit verloren.

Es war nun kein schlechter Auftritt der Hausherren, aber er war nicht mehr so fehlerfrei bis ins Detail. Die SGSH ließ den Soester TV nun mitspielen. Und die Bördestädter spielten nun mit, machten Tempo. Torben Voss-Fels sollte es am Ende genau wie die Schalksmühler Julian Mayer und Dominic Luciano auf sieben Tore bringen. Am Ende zeigte die Ergebnistafel ein 33:19 an, die Fans auf der Tribüne hatten sich zu Standing-ovations erhoben. Eine Woche nach dem 19:21 gegen Neuss waren sie mehr als versöhnt durch den höchsten Saisonsieg. Ernsthafte Sorgen mit Blick auf den Abstiegskampf gibt es seit Samstagabend auch nicht mehr. Ein guter Abend für die SGSH. Und ein ganz bescheidener für den Soester TV. „Schlechter als heute“, sagte Dirk Lohse nach dem 60 Minuten, und es war eine Art Wort zum Sonntag, „können wir eigentlich nicht spielen.“

SGSH-Tore: Dominic Luciano (7), Julian Mayer (7/2), Tobias Fleischhauer (4), Malte Müller (4), Mateusz Rydz (4), Jacek Wardzinski (4/1), Daniel Buff (2), Daniel Krüger (1)

STV-Tore: Torben Voss-Fels (7/3), Robin Bekel (3), Dominik Flor (2), Lukas Flor (2), Finn Voss-Fels (2), Dirk Hartmann (1), Max Loer (1/1), Tim-Philipp Luther (1)

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