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Souveräner Derbysieg: HSG stutzt harmlosen Drachen gehörig die Flügel

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Von: Lars Schäfer

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Die HSG Lüdenscheid feierte ihren Derbysieg gegen die SGSH Dragons III vor und mit dem eigenen Anhang. Das Stange-Team trat das Gaspedal fast über die kompletten 60 Minuten voll durch.
Die HSG Lüdenscheid feierte ihren Derbysieg gegen die SGSH Dragons III vor und mit dem eigenen Anhang. Das Stange-Team trat das Gaspedal fast über die kompletten 60 Minuten voll durch. © Schäfer

Am Samstagabend vor Halloween gab es in der Handball-Bezirksliga Süßes für die HSG Lüdenscheid und Saures für die SGSH Dragons III und die TS Evingsen. In einem einseitigen Altkreis-Derby stutzte die HSG harmlosen Drachen aus Halver und Schalksmühle die Flügel, siegte vor guter Kulisse in der BGL-Halle deutlich mit 38:20 und baute ihren Frust über die bittere 26:27-Niederlage gegen Freier Grund aus der Vorwoche vollends ab.

Lüdenscheid/Altena - In der Altenaer Sauerlandhalle kassierte die TS Evingsen beim 27:38 gegen die weiter verlustpunktfreie Selbecker Turnerschaft derweil eine empfindliche Heimniederlage und muss den Blick nach unten richten.

HSG Lüdenscheid – SGSH Dragons III 38:20 (17:6): Wer ein spannendes Derby erwartet hatte, hätte eigentlich nach einer Viertelstunde schon wieder gehen können. Die Drittvertretung der SGSH, für die es nach fünfwöchiger Pause erst zum zweiten Mal in dieser Saison um Meisterschaftspunkte ging, lief von Beginn an der Musik hinterher. Gegen eine vielbeinige HSG-Abwehr, die energisch zupackte vor einem sicheren Keeper Artur Wambold, fanden die Gäste in den ersten 17, 18 Minuten überhaupt keine Lösungen. Die Bergstädter hingegen hatten den Derby-Modus eingeschaltet und liefen viele erfolgreiche Tempogegenstöße – insbesondere über Domenico Mancini. Der flinke Linksaußen besorgte die schnelle 2:0-Führung und stellte mit seinem dritten Treffer nach zehn Minuten auf 7:1. Nach Lausens Tor zum 8:1 nahm SGSH-Trainer Alexander Druskus die Auszeit, wirklich besser lief es bei den Gästen danach aber auch nicht. Julius Hahn sorgte schon in Minute 17 für eine zweistellige Führung der Stange-Sieben (12:2), die über 15:5 (27.) eine 17:6-Pausenführung herauswarf.

„Heute ist es von A bis Z sehr gut gelaufen“, befand Thorsten Stange im Nachgang des Derbys. Der HSG-Coach attestierte seinem Team die beste Saisonleistung, lobte sowohl eine „stabile Abwehr“ als auch das hohe Tempo im Angriff. Sein SGSH-Pendant Alexander Druskus hingegen zeigte sich enttäuscht über den Auftritt der Drachen, die so gar kein Feuer mitbrachten in das Derby. „Ich bin enttäuscht. Nach zehn Minuten war die Messe ja fast schon gelesen. Vorne waren wir viel zu statisch und nicht druckvoll. Und es war Wahnsinn, was wir an Gegenstoßtoren bekommen haben“, sagte Druskus.

Die Gäste erwischten ihre beste Phase nach dem Seitenwechsel, als sie in 13 Minuten exakt so viele Tore warfen wie in den kompletten ersten 30 Minuten – (22:12, 43.). Vor dem eigenen Kasten aber blieb die Druskus-Sieben zu anfällig. So steuerte die HSG über 30:15 (52.) einem souveränen Derbysieg entgegen, der natürlich gefeiert wurde vor und mit dem eigenen Anhang.

TS Evingsen – Selbecker TS 27:38 (12:18): Gegen das Topteam aus dem Hagener Süden zeigten die Evingser bei ihrer Heimpremiere in den ersten 20 Minuten eine gute und konzentrierte Leistung in Abwehr und Angriff. Die 9:5-Führung nach 14 Minuten war das Produkt eines emsig arbeitenden Kollektivs, das dann aber komplett den Faden verlor. Mit einem 5:0-Lauf machte Selbecke aus dem 9:5 ein 9:10, nach dem Ausgleich durch Christian Lohmann stellten die Gäste dann mit einem 4:0-Lauf die Weichen auf Auswärtssieg. Das 12:18 zur Pause war für die Burgstädter gegen diesen spielstarken Gegner eine zu hohe Hypothek. Was dann nach dem Seitenwechsel folgte, war für die TSE-Anhäger kurz vor Halloween schlichtweg gruselig. Es fehlten eigentlich nur noch geschnitzte Kürbisse in der Sauerlandhalle. In der Abwehr fanden die Burgstädter kaum noch Zugriff, im Angriff häuften sich technische Fehler. Die Turnerschaft aus Selbecke hatte so leichtes Spiel, führte in Minute 37 (13:23) erstmals zweistellig und steuerte letztlich gegen oftmals in Unterzahl agierende Hausherren einem souveränen Sieg entgegen.

„Warum so ein Bruch in unser Spiel kam, kann ich mir nicht erklären. Bis dahin hatten wir ein gutes Spiel gemacht. Vorne haben wir dann viel zu überhastet abgeschlossen, in der Deckung keinen Zugriff gehabt und haben den Gegner zu Gegenstößen eingeladen“, sagte TSE-Trainer Jochen Müller.

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